22. September 2006

Skills

Ich kratze mich an der Nase und frage mich, was kann ich eigentlich besonders gut? Da fällt mir nur eine Sache ein: Aus nichts was machen, das kann ich! Mein Spezialrezept - Schnitzel, aus alten Schuhsohlen gezaubert. Mmmmhhhh, lecker! Oder: wenn zum Beispiel mal kein Brot im Haus ist, dann esse ich einfach Kuchen! Man kann diese Fähigkeit jedoch nicht nur im kulinarischen Bereich gut gebrauchen, nein, auch in punkto Lifestyle ist sie mir bisher immer sehr gut zupaß (Achtung, alte Rechtschreibung, bitte nicht zu Hause nachmachen) gekommen. Wohnt man z.B. in einer bescheidenen Wohnung mit heruntergewirtschafteten Möbeln, es mangelt aber an Elan oder finanziellen Möglichkeiten, daran etwas zu ändern, dann kauft man einfach Mengen an Schnittblumen (das Geld für die Blumensträuße bekommt man, indem man endlich mal die Pfandflaschen wegbringt, die sich schon seit Wochen in der Speisekammer stapeln). Der Trick daran: Die Blumen sind - sui generis - schön; durch sie jedoch wirkt auch alles andere, als ob es so gewollt wäre (Stichwort persönlicher Stil). Am besten funktioniert dieser Trick übrigens mit einem Blumenstrauß, der aussieht wie selbstgepflückt. Allerdings nur, wenn man in einer Großstadt wohnt. Im ländlichen Raum greifen wieder ganz andere Stylemechanismen. Wäre ich im Ostblock aufgewachsen, dann hätte ich mich dort aufgrund meiner Fähigkeit, aus nichts etwas machen zu können, vermutlich sehr wohlgefühlt. Wahrscheinlich hätte ich sogar für die Staatssicherheit gearbeitet! Aus Überzeugung! Vor lauter Wohlfühlen!

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1 Kommentare:

Anonymous Kosta

Kuchen statt Brot? Das wundert mich bei Dir nun wirklich gar nicht, liebe Marie Rosinette. Und eine solche Lebensweise - nämlich immer aus dem Vollen schöpfen (neue Rechtschreibung) - kommt mir ja auch sehr zupaß (alte Rechtschreibung). Das liiiieebe ich! Nix haben, aber immer in Saus und Braus leben.
Zu den Schnittblumen im ländlichen Raum gibt es Folgendes zu berichtet: Ein selbstgepflückter Blumenstrauß geht da ÜBERHAUPT nicht, da bist Du voll unten durch. Obwohl also die Gärten voll der schönsten Blumen stehen, muss der Strauß im Blumenfachgeschäft erworben und üppig mit Zellophan eingewickelt werden, sonst ist er in den Augen des Beschenkten nichts WERT und somit eine Respektlosigkeit. Verrückt, oder?

23. September 2006 um 13:05  

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