7. Februar 2016

What's in my bag?

Wer ist eigentlich heute noch bei Flickr, *der* online Fotosharing-Community der 2000er-Jahre? Das frage ich mich manchmal, und zwar nicht ganz unwehmütig. Für mich als einerseits ordnungs- und dokumentations-, andererseits klamottenbesessenen Menschen war Flickr und dort speziell die Sreetstyle-Gruppe wardrobe_remix ein Paradies!


Zu jedem hochgeladenen Outfit verfasste man einen kleinen Text über die Herkunft  jedes einzelnen Kleidungsstücks (my boots are vintage Sergio Rossi, belt: boyfriend, blouse: hand-me-down from my mother), und wenn man ein Teil des Outfits bereits in einem anderen Outfit vorgezeigt hatte, ergänzte man das Stichwort "remixed". So bekam man nicht nur einen schönen Überblick über das eigene Anziehverhalten, sondern auch einen detaillierten Einblick in fremde Kleiderschränke.


Zwischen 2008 und 2013 habe ich 185 Outfits bei Flickr hochgeladen, wobei spätestens 2011 klar war, dass wardrobe_remix nicht mehr das ist, was es einmal war. Viele der wardrobe_remix-Mitglieder erkannten die Zeichen der Zeit, professionalisierten ihre eigenen Blogs und zeigten nur noch dort ihre Outfits – so entstand Anfang der 10er-Jahre das Berufsbild der Fashionbloggerin irgendwo zwischen wandelnder Werbefläche, Streetstyle-Ikone und Möchtegern-Journalistin. Und außerdem kam Instagram! Wenn ich mich nicht irre, hat sogar Chiara Ferragni, die heute mit ihrem Blog "The Blonde Salade" angeblich Milliarden verdient, früher mal Outfits bei wardrobe_remix gepostet. Es kann aber wirklich sein, dass ich mich in diesem Punkt irre.


Eine andere enorm beliebte Gruppe bei Flickr war "What’s in my bag?", in der man Fotos des Inhalts der eigenen Handtasche postete. Das "What’s in my bag?"-Genre ist mittlerweile komplett zu Youtube übergelaufen und dort in Form von "What’s in my bag"-Videos nach wie vor extrem populär.


Ich frage mich allerdings, wieso ich in meiner aktiven Flickr-Zeit nie Fotos in der "What’s in my bag?"-Gruppe hochgeladen habe und hole dies hier und heute offiziell nach.

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26. Januar 2016

Meine Schminkstory

Was total witzig ist: Obwohl ich mich selbst kaum schminke, habe ich voll die Ahnung von Schminksachen. Ich könnte Euch allen problemlos ein smokey eye schminken – theoretisch!


Natürlich benutze ich auch Foundation, Augenbrauenstift, Kajal, Wimperntusche, Rouge, Puder, Lippenstift und jedes Mal, wenn Lisa Eldridge eines ihrer Schminktutorials mit That’s it, that’s the finished look! beendet, bekomme ich "so Anwandlungen", ab jetzt jeden Morgen nur noch tipptopp geschminkt aus dem Haus zu gehen.


Meistens bleibt es jedoch beim Vorsatz und sollte ich doch einmal ausführlich geschminkt zur Arbeit gehen, ist es mir spätestens um 12:30 Uhr egal, was von meinem Make-up übrig geblieben ist (nicht viel). Stattdessen ärgere mich, so viele Schminkutensilien mitgeschleppt zu haben, was wiederum dazu führt, dass ich in das andere Extrem reinpendele und mich frage, wozu man überhaupt Rouge und Kajalstift braucht, schließlich kann man den Lippenstift auch als Rouge benutzen und den Augenbrauenstift als Kajalstift. Sieht sowieso viel besser aus, so ein minimalistischer Look (und ist ein guter Grund die zahlreichen "How to downsize your make up bag"-Videos auf Youtube zu kucken).


Das ist meine Schminkstory! Wie lautet Eure Schminkstory?

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17. Januar 2016

Wichtige Info an das Universum

Ich neige nicht nur zum Animismus, sondern bin auch ziemlich abergläubisch. Komische Zufälle sind für mich keine komischen Zufälle, sondern Zeichen. Ich interpretiere gern überall etwas hinein und glaube außerdem daran, dass mir das Universum Wünsche erfüllt. Deshalb habe ich zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag an einem Ritual teilgenommen, bei dem man dreizehn Wünsche für das neue Jahr auf Zettel notiert, diese zusammenfaltet, jeden Abend eines der Zettelchen ungelesen verbrennt und den Wunsch damit dem Universum übergibt. Nur den letzten, den dreizehnten Zettel, den verbrennt man nicht, den liest man sich durch, denn für die Erfüllung dieses Wunsches ist man höchstselbst zuständig.

Neben den üblichen Wünschen wie "Weniger Arbeit" oder "Mehr Zeit für Instagram-Fotos" hatte ich auch einen materiellen Wunsch notiert: "Eine unheimlich schöne kleine schwarze Handtasche". Ich war mir ziemlich sicher, dass das Universum diesen profanen Wunsch mit dem letzten Zettel an mich zurückspielen würde, aber dummerweise stand auf dem letzten Zettel nicht "Eine unheimlich schöne kleine schwarze Handtasche", sondern da stand "Nicht immer so viele irrationale Zukunftssorgen machen" drauf. So ein Mist! Jetzt sind mir die Hände gebunden, ich muss mich in Demut üben. Ob das Universum überhaupt weiß, was ich unter "Eine unheimlich schöne kleine schwarze Handtasche" verstehe? Ich glaube nicht! Das weiß ich doch selbst nicht genau!

Derzeit liebäugele ich beispielsweise mit der Milla Mini von MCM – eine schöne Reminiszenz an meine Jugend in den Achtzigern, als MCM einen ganz großen Moment hatte:


Oder vielleicht doch lieber diese leicht ballonförmige Messenger Bag von Bottega Veneta? Ein Klassiker aus dem italienischen Luxuslederwarensegment:


Und was ist mit der Mini Lunga von TL-180, entwickelt von diesen beiden Ladies?


Was meint ihr? Ich hoffe nur, das Universum liest hier mit und schickt mir nicht versehentlich die Bucket Bag von Mansur Gavriel, die alle haben, und die mir überhaupt nicht gefällt. Drückt mir die Daumen!

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10. Januar 2016

Goldene Sandalen

Ein beliebtes Erzählformat im Internet und speziell auf Youtube – ich erwähnte es bereits – nennt sich "My worst shopping experience". Nicht, dass ich Wert auf spezielle Einkaufserfahrungen lege, aber was mir letztes Jahr im April im Chanel-Geschäft am Kurfürstendamm passiert ist, war doch sehr irritierend. Was war geschehen? Folgende goldenen Sandalen aus der Frühjahrs-/Sommerkollektion 2015 hatten es mir sehr angetan:


In der Zeit zwischen der Show (Oktober 2014) und dem Moment, ab dem man das Zeug tatsächlich kaufen kann (Frühjahr 2015), kann man in Ruhe darüber nachdenken, ob man tatsächlich mehrere hundert Euro für Sandalen ausgeben möchte – und da ich Vernunftsidiot mich im Jahr zuvor schon gegen den Kauf dieser Valentino-Schuhe entschieden hatte, fiel die Entscheidung pro goldene Chanel-Sandalen. Denn: Only a fool makes the same mistake twice!

Ich also mit dem Rad zu Chanel am Ku'Damm, wo die goldenen Sandalen im Schaufenster thronten. Im Geschäft entwickelte sich dieses Verkaufsgespräch:

Rosine: Hallo, guten Tag! Ich möchte gern die goldenen Sandalen kaufen.
Chanel-Verkäuferin: Welche Größe?
Rosine: 39.
Chanel-Verkäuferin: Ausverkauft.
Rosine: Ach, schade! Würde es Ihnen etwas ausmachen, kurz im KaDeWe anzurufen und nachzufragen, ob es die Sandalen dort noch in Größe 39 gibt?
Chanel-Verkäuferin (verschwindet kommentarlos und kommt nach zwei Sekunden wieder zurück): Auch ausverkauft.
Rosine: Und die Sandalen im Schaufenster? Was haben die für eine Größe?
Chanel-Verkäuferin: 39.
Rosine (hoffnungsvoll): Toll, darf ich die mal anprobieren?
Chanel-Verkäuferin: Nein.

Tja. Da fällt man natürlich erst mal in ein tiefes, schwarzes Loch, das sich auch nicht mit dieser extrem guten Suppe aus dem minikleinen taiwanesischen Nudelhouse auf der Kantstraße stopfen lässt! Ich meine diesen wirklich mikroskopisch kleinen Imbiss, in dem ein Foto von Helmut Kohl an der Wand hängt, auf dem er mit der Belegschaft in die Kamera lacht. Fragt ihr Euch auch immer, wie es Kohl dorthin verschlagen hat? Aber ich schweife ab. Über meiner Suppe hängend redete ich mir ein, das ganze Haus Chanel könne mir mit seinen bekloppten Gold-Sandalen sowieso den Buckel runterrutschen. Das war und ist natürlich eine glatte Lüge! Eine Selbstlüge!

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3. Januar 2016

Die 10 Mode-Gebote für 2016

Schade, dass man Vorsätze nicht mit F schreibt, denn dann würde dieser Eintrag selbstverständlich "Die 10 Fashion-Forsätze für 2016" heißen. So muss ich auf den Titel "Die 10 Mode-Gebote für 2016" zurückgreifen, denn eine Alliteration oder etwas Reimartiges muss dabei sein (ich sag nur Hanni-und-Nanni-Journalistenschule).

1. Gebot: Du sollst noch weniger Klamotten kaufen und dafür noch mehr Geld ausgeben. Wenn ich mir auf Youtube gelegentlich eine Kleiderschrankführung ("closet tour") anschaue, wundere ich mich jedes Mal, wie viel Kleidung die Leute haben. So vielen Kleidungsstücken kann man gar nicht die Liebe zuteilwerden lassen, die ihnen gebührt und ich möchte ausschließlich Kleidungsstücke besitzen, die ich liebe, und ich liebe teure Kleidungsstücke.

2. Gebot: Du sollst Deine schönen Klamotten nicht für spezielle Gelegenheiten aufheben. Manchmal denke ich morgens, "Nee, Rosine, dieses Teil ist nun wirklich zu schön für die Arbeit!" Und am Wochenende denke ich dann, "Nee, nee, nee, dieses Teil ist nun wirklich zu schade, um es am Wochenende zuhause anzuziehen!" Damit ist jetzt Schluss – das setzt aber voraus, dass das 3. Gebot konsequent eingehalten wird:

3. Gebot: Du sollst regelmäßig Deine Klamotten zur Reinigung bringen. Nachteil vom 1. Gebot: Teure Klamotten sind meistens dry clean only. Vorteil vom 3. Gebot: Es steht nicht mehr ständig ein Wäscheständer in der Wohnung herum, der sich unangenehm in ein idyllisches Instagram-Bild hineindrängen könnte.

4. Gebot: Du sollst nicht immer diese eine Jeans anziehen. Jeans sind natürlich das optimale Kleidungsstück, um sogenannte statement pieces downzudressen beziehungsweise zu kasualisieren. Zu dieser einen Jeans, die ich besitze, passt wirklich alles! Aber gilt das nicht auch für meine dunkelblaue Odeeh-Hose aus extraschwerem Wollstoff mit Bügelfalte? Und für meine schwarzen RedValentino-Culottes? Ich frage nur!

5. Gebot: Du sollst Dich nicht von Umständen und Sachzwängen bei der Wahl Deines Outfits beeinflussen lassen. Ich fahre jeden Tag ungefähr acht Kilometer mit dem Fahrrad zur Arbeit und acht Kilometer zurück nach Hause. Auch bei Regen, auch im Winter. Ich habe kein Auto und keine Monatskarte für den ÖPNV. Da wird man irgendwann gnädiger gegenüber Funktionskleidung und legt sich zähneknirschend eine Regenjacke, zwei Regencapes, eine Regenhose und eine spezielle Regenhaube zu, um dann am Ende doch nur wieder diese eine Jeans (siehe 4. Gebot) unter der Regenhose anzuziehen! Weil es praktischer ist! "Praktischer" ist aber leider total 2015 und schließlich kann ich auch meine dunkelblaue Odeeh-Hose aus extraschwerem Wollstoff mit Bügelfalte und meine schwarzen RedValentino-Culottes unter der Regenhose anziehen. Oder etwa nicht?

6. Gebot: Du sollst Dich nicht von anderen Personen bei der Wahl Deines Outfits beeinflussen lassen. Ich denke morgens nicht nur manchmal, "Nee, Rosine, dieses Teil ist wirklich zu schön für die Arbeit" (siehe 2. Gebot), nein, manchmal denke ich auch, "Nee, Rosine, zwei verschieden Karomuster in einem Outfit, das kannst Du Deinen Kolleginnen und Kollegen wirklich nicht zumuten." Kann ich wohl! Man muss die Leute nicht unbedingt da abholen, wo sie sind, man kann sie auch einfach mal da stehen lassen.

7. Gebot: Du sollst mehr als nur einen Wintermantel besitzen. Warum sehen im Winter alle Leute gleich aus? Weil sie alle nur einen Wintermantel besitzen, der zu allem passen muss, also kaufen sie den Mantel in schwarz, blau oder grau. Ehrlich gesagt sehe es als meine Bürgerpflicht an, hier gegenzusteuern! Einen grauen und einen hellblauen Mantel habe ich bereits, etwas in dieser Art oder so einer fehlen noch in meiner Sammlung.

8. Gebot: Du sollst Dinge, für die Du in Liebe entbrennst, kaufen. Ich bereue es immer noch, dass ich diese Valentino-Treter und diese Chanel-Sandalen nicht gekauft habe. Was ist passiert? Pure Vernunft hat gesiegt – schließlich kosten die Dinger mehrere hundert Euro. Schwacher Trost: Ich kann nun eine Story zu dem im Internet beliebten Genre "Worst shopping experience ever" beitragen (dazu irgendwann einmal mehr).

9. Gebot: Du sollst die Leandra-Medine-Methode anwenden. Take five of your favorite items and put them together – die beste Anziehregel der Welt! Und wenn man das 1. Gebot strikt einhält und irgendwann nur noch favorite items im Schrank hängen hat, kann man sich morgens quasi blind anziehen. Genial!

10. Gebot: Du sollst Deine Outfits im Internet dokumentieren. Outfits, die nicht im Internet sind, existieren nicht.

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17. November 2015

Broschen

Es mehren sich die Zeichen, dass Broschen wieder in Mode kommen – siehe die aktuelle Prada-Kollektion, in der die Brosche geradezu ein center piece darstellt!


Es ist eben nur ein kleiner Schritt von der in der aktuellen Gucci-Kollektion gehypten Schluppenbluse zur Brosche, denn beiden fashion items haftet etwas Tantiges oder gar Großtantiges, mithin also etwas Madamiges an. Ich persönlich begrüße das sehr, schließlich mochte ich den Großtanten-Look schon immer und manchmal greife ich sogar zu dem Hochglanzmagazin mit dem vielversprechenden Titel Madame, in der Hoffnung, dort ausschließlich Tanten-Themen verhandelt zu sehen. Aber nein, es steht in der Madame leider das gleiche drin wie in allen high-end-Modezeitschriften.

Broschen scheinen mir ein seltsames Zwischending zu sein – weder Schmuck noch Accessoire: Während Ringe, Ketten, Ohrringe und Armreifen direkt am Körper getragen werden, heftet man Broschen wie  Orden an Kleidung. Zählt man Broschen also besser wie Taschen, Handschuhe und Schals zu den Accessoires? Nein, denn dafür sind sie nicht essentiell genug. Wer braucht schon Broschen? Kann man sich vorstellen, dass Ketten und Ringe, Schals und Handschuhe jemals out sind? No way! Das Schicksal der Brosche aber ist es, immer mal wieder für einige Jahre in der Versenkung zu verschwinden bzw. unter dem Mode-Radar hindurch zu fliegen. Denn Omas, Großtanten und alle anderen feinen alten Damen tragen Broschen selbstverständlich auch dann, wenn sie nicht en vogue sind – schließlich machen Broschen ihren signature look aus!

Meine kleine Broschensammlung


Den letzten großen Moment hatten Broschen um die Jahrtausendwende, meine ich mich zu erinnern, und zwar gleichzeitig mit Cordhosen, die danach ebenfalls vom Erdboden verschwunden sind (korrigiert mich, wenn ich falsch liege). Bilden Cordhosen und Broschen womöglich eine Schicksalsgemeinschaft und lautet die logische Fortsetzung der Begriffsreihe Schluppenbluse und Brosche vielleicht Cordhose? Ich hoffe es sehr, denn seit einigen Tagen gelüstet es mich nach einer senfgelben Cordhose, die es aber derzeit noch nirgendwo zu kaufen gibt.

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27. September 2015

Kragensituationen

Auch und gerade als Erfinderin des Instagram-Hashtags #Kragensituation muss ich zugeben, dass ich in Sachen Kragen noch viel lernen muss! Und zwar von Alessandro Michele, dem neuen Chefdesigner von Gucci:


Alessandro Michele, der Gucci binnen Kurzem zur Marke des Moments, zum Label der Stunde gemacht hat (so heißt es jedenfalls im Internet), erschafft dermaßen schöne Kragensituationen, dass ich beim Anschauen hin und her gerissen bin zwischen Frustration und Euphorie.


Frustration wegen "So etwas Schönes bekomme ich nie hin!", Euphorie wegen "Ab jetzt gebe ich mir jeden Morgen beim Anziehen noch mehr Mühe!".


Wer mich also bei meinen Bemühungen und bei meinen Rückschlägen beobachten möchte, folge mir auf Instagram und/oder fühle sich außerdem frei, die eigenen Kragenbilder ebenfalls auf Instagram hochzuladen und mit #Kragensituation zu hashtaggen. Sei dabei und werde Teil unserer kleinen Kragen-Community!

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6. September 2015

Unter 30

Seit einiger Zeit habe ich eine neue, sehr junge Kollegin, eine Unter-30-Kollegin, die mich mit ihren Einhörnern, ihren Dating-Apps, ihren Regenbogenaufklebern und vor allen Dingen ihren Frisuren total durcheinanderbringt. Jeden Tag kommt sie mit einer anderen Zopf-, Flecht- oder Steckfrisur an, was mich wiederum dazu veranlasst hat, bei Youtube nach Tutorials für Frisuren für halblange Haare zu suchen. Und nun, Leute, glaubt es oder glaubt es nicht, habe ich den Seitenzopf für mich entdeckt. Das ist meine Frisur!


Jeden Tag laufe ich seither mit einem Seitenzopf durch die Gegend, immer auf der Suche nach ein paar Bäumen, die ich kurz mal ausreißen könnte. So jung lässt mich der Seitenzopf fühlen! Erstaunlich, was Frisuren alles bewirken können.

Apropos Frisuren. Ich finde, den niedlichsten, süßesten Müll erzählen mit Abstand Friseure. Einmal erklärte mir eine Friseurin, Haare befänden sich immer in einer der drei folgenden Phasen: In einer Wachstumsphase, in einer Ausfallphase oder in einer dritten Phase, in der die Haare „halt so chillen“. Und als ich gestern beim Spitzenschneiden war, erzählte mir der Friseur, der nicht nur über einen Meistertitel verfügte, sondern auch eine Ausbildung als Stylist an der Tony & Guy Hairdressing Academy genossen hatte, dass diese Haarhochschule „das Haareschneiden mathematisch berechnet“ habe. Das hat mich natürlich ziemlich beeindruckt und ich gab ihm ein fettes Trinkgeld, woraufhin mir dieser Unter-30-Friseur seine private Mobiltelefonnummer auf die Rückseite meiner Rechnung kritzelte. WTF? Ich glaube, ich bin zu alt, um zu verstehen, wie dies gemeint sein könnte! Falls ihr es mir nicht sagen könnt, muss ich morgen unbedingt meine U-30-Kollegin dazu befragen.

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23. August 2015

Kleine Typologie der Wochentage und was ich in der KW 34 so getragen habe

Montag

Es tut mir wirklich leid, dass ich mit einem Riesenklischee in diesen Text einsteige, aber ich mag Montage nicht. Ich bemühe mich, aber ich mag sie einfach nicht! Zum Glück gibt es den Bangles-Song „Manic Monday“, in dem Abertausende kleiner Angestellter am Montagmorgen Trost finden können:

It's just another manic Monday / I wish it was Sunday / 'Cause that's my Funday / My I don't have to run day / It's just another manic Monday

Have to catch an early train / Got to be to work by nine / And if I had an aeroplane / I still couldn't make it on time / 'Cause it takes me so long / Just to figure out what I'm gonna wear / Blame it on the train / But the boss is already there

Ob es montags tatsächlich schwerer ist, sich zu entscheiden, was man anziehen soll, vermag ich nicht zu sagen;  ich und die kleine Armee meiner selbst (habe ich montags immer dabei) trugen diese Woche jedenfalls eine Bluse von Love Moschino, den Culotte-Dreiviertelhosen-Hybriden einer italienischen Billigmarke sowie Schuhe von AGL.


Dienstag

Ist der Montag erst einmal geschafft, stellt sich bei mir dienstags fast schon wieder so eine Art Wochenendgefühl ein. Überhaupt ist der Dienstag für mich der Star unter den Arbeitswochentagen. Klar, der Freitag ist auch super, aber doch nur, weil er das Wochenende einleitet! Den Dienstag hingegen, den mag ich um seiner selbst willen! Getragen habe ich diese Woche am Dienstag einen RedValentino-Hosenrock, eine Bluse von Love Moschino und Sandalen von AGL.


Mittwoch

Täusche ich mich oder finden die unnötigsten, längsten, nervigsten und langweiligsten Meetings mittwochs statt? Ich glaube schon! Denn nur dann ergibt der in der Angestelltenwelt beliebte Mittwochsbegriff „Bergfest“ einen Sinn. Anders als „Halbzeit“ enthält „Bergfest“ ja eine Wertung oder zumindest die Hoffnung, dass der zweite Teil der zu bewältigenden Strecke weniger anstrengend ist als der erste. Am Mittwoch der Kalenderwoche 34 trug ich einen Jeansrock von Mads Nørgaard, eine Bluse von – ihr erratet es – Love Moschino und Schuhe von Yves Desfarge.


Donnerstag

Der Donnerstag hätte durchaus das Potential für einen zweiten Dienstag, er steht nur leider total im Schatten des Freitag! Denkt irgendjemand donnerstags etwas anderes als „Zum Glück ist morgen Freitag“? Aus diesem Grund ist der Donnerstag auch ein ganz guter Ausgehtag – aber nur weil am nächsten Tag Freitag ist und schließlich kann man freitags auch mal ein bisschen verpennt bei der Arbeit aufschlagen. Armer Donnerstag! Komplexe Wochentagstektonik! Ich jedenfalls bin donnerstags oftmals schon so platt, dass ich eine Ersatzversion von mir ins Büro schicken muss, und zwar diese Woche in einer Cacharel-Bluse, Jeans von Boss und in meinen AGL-Sandalen.


Freitag

Wie doof, dass man freitags – anders als der Name suggeriert – arbeiten muss! Ich tat es diese Woche in einer Hose von Marc O’Polo, einem Strickshirt von Sonia By Sonia Rykiel und in AGL-Sandalen und scrollte nebenher durch 30.000.000.000.000.000.000 mit #thankgoditsfriday bzw. #TGIF gehashtaggte Bilder bei Instagram.


Samstag

Wochenende! Autoritätshörig wie ich bin, trage ich einen Rock der Zweitlinie „Max Mara Weekend“ von Max Mara. Das T-Shirt ist unbekannter Provenienz, die Schuhe stammen von AGL. Wie man sieht, habe ich samstags endlich mal Zeit
a) in aller Ruhe und total gelangweilt zu kucken, was die Nachbarin so in ihrem Garten macht
b) mich am Kopf zu kratzen
c) zu kontrollieren, ob der Rock richtig sitzt.


Sonntag

Es ist kühl geworden, ich muss meine Barbour-Jacke anziehen, um mein Sommerkleid des Wiener Labels DIBA se DIVA ausführen zu können. Der geplante Fahrradausflug nach Rheinsberg fällt wegen erhöhter Regenwahrscheinlichkeit aus, aber der Sunday bleibt natürlich trotzdem mein Funday (siehe Montag, Bangles). Glücklicherweise ist das heutige Outfit sowohl Landpartie- wie auch Museumsbesuch-kompatibel!


Eine schöne KW 35 wünscht Euch
Eure Rosine

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5. August 2015

Eins, zwei, drei

Letztens habe ich irgendwo im Internet gelesen, für Herren sei der Zweireiher wieder im Kommen. Finde ich gut! Noch besser fände ich, wenn neben dem Einreiher und dem Zweireiher auch der Dreiteiler wieder einen festen Platz in der Abteilung Herrenausstattung bekommen würde.

Es gibt nichts schickeres, was ein Mann tragen kann, als einen Dreiteiler!

Belege dafür finden sich wo? Richtig, in der Fernsehserie Dallas, und zwar in der dritten Staffel. Gern würde ich schreiben „Nie war J.R. fieser und nie sah er besser aus als in der dritten Staffel“, aber das stimmt nur zur Hälfte. J.R. ist natürlich immer und in jeder Staffel äußerst fies! Falls ihr vergessen habt, wie fies, bitte schön, hier eine kleine Erinnerung:


Aber besonders gut sieht J.R. in der dritten Staffel auf alle Fälle aus! Grund dafür – meine Meinung – ist der Dreiteiler, den er in dieser Staffel fast ausschließlich trägt. In der einschlägigen Literatur wird mit harten Bandagen diskutiert, wie J.R.s Dreiteiler einzuordnen sei. Ich möchte mich der Schule anschließen, die die Weste (die ja den Einreiher erst zum Dreiteiler macht) als eine Art zusätzlichen Schutz, ja, als kugelsichere Weste liest, die J.R. intuitiv anlegt. Denn die dritte Staffel ist die Staffel, in der J.R. wirklich alle wichtigen Akteure in Dallas über den Tisch zieht. Nicht umsonst antwortet Alan Beam, als Kristin Shepard schwört, J.R. umzubringen, sie solle sich in die Reihe stellen: „Take a number. There are a few of us ahead of you.”


Und tatsächlich werden wenig später von einem Unbekannten bzw. einer Unbekannten zwei Schüsse auf J.R. abgefeuert. Dass J.R. dieses Attentat dank der Weste seines Dreiteilers überlebt, ja, das wissen wir heute! Damals aber sorgte die letzte Folge der dritten Staffel für den berühmtesten Cliffhanger bzw. Cliff(-Barnes-)hanger aller Zeiten: Who shot J.R.?

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