29. Juli 2018

Cardigans: love/hate

Je schöner der Sommer, desto wichtiger, sich rechtzeitig auf den Winter vorzubereiten. Man taumelt durch das überhitzte Berlin, denkt nicht an gestern, denkt nicht an morgen, und ehe man sich versieht, wird man vom Berliner Winter kalt erwischt.

Letztes Jahr habe ich der kollektiven Berliner Winterangst ein Schnippchen geschlagen, indem ich mir einen unheimlich schönen dunkelblauen Mantel zugelegt habe. Ich fand diesen Mantel dermaßen schön – lässig und zugleich elegant, aber irgendwie auch edgy –, dass der Winter für mich ewig hätte weitergehen können! Im Angesicht dieses irren Sommers kann der Berliner Winter nur schrecklich werden. Ich jedoch freue mich darauf, dann wieder meinen Mantel zu tragen; eine Strategie, die ich auch auf andere Kleidungsstücke ausdehnen möchte, beispielsweise auf den Long-Cardigan.

Den Long-Cardigan und mich verbindet eine love/hate-Beziehung, denn Long-Cardigans können über Hosen getragen unfassbar bieder-langweilig aussehen.Trägt man sie jedoch als Kleid, zeigt sich ihr wahres quirky Wesen:


Dass es die Berliner Großwetterlage nicht hergibt, einen dicken Strickcardigan mit nackigen Beinen zu tragen (eventuell an wenigen Tagen Ende September/Anfang Oktober) – egal! Mit Strumpfhosen und Docs wird der long-cardigan-as-dress (LCAD) mein go-to-Outfit des kommenden Winters, das steht schon mal fest.

Miu Miu, Marc Jacobs, Alexa Chung, RedValentino, Ganni, Gucci, Dr. Martens

******

Labels:

17. Juli 2018

Harlekine, Pierrots und Pantomimen

Ich habe ein heimliches Faible für Harlekine, Pierrots und Pantomimen und frage mich, warum dieses Rauten-Kragen-Leggings-Triumvirat zwar in der Kunst eine recht große, in der Mode aber so gut wie keine Rolle spielt.

Zum Vergrößern klicken

Ihren letzen großen Moment hatten Harlekine, Pierrots und Pantomimen in den Achtzigern: Sängerinnen trugen T-Shirts mit schwarz-weißem Rautenmuster, New-Wave-Cafés hießen Harlequin, ständig schaute man sich den Film „Kinder des Olymp“ an, der Flakon des Parfums, das mir meine italienische Gastschülerin mitbrachte, hatte die Form eines Pierrots, außerdem war ich Teil der Pantomime-AG, mit der wir es mit unseren schwarzen Ganzkörpergymnastikanzügen, den schwarzen Ballettschläppchen und unseren weißgeschminkten Gesichtern im Rahmen eines Jugendtheaterfestivals immerhin bis zu einem Auftritt in der Stuttgarter Liederhalle brachten. Stichwort Samy Molcho. Die New Romantics, so hießen die Waver im englischsprachigen Raum, schafften es in Form von Duran Duran, The Human League und Boy George bis in die Hitparaden. Referenzpunkt für alle New-Romantics-Stilfragen ist und bleibt aber „Fade To Grey“ von Visage.

Zum Vergrößern klicken

Meine Prognose: Die Zeit ist reif für die Rückkehr der Harlekine, der Pierrots und der Pantomimen. Warum? Erstens: New Wave/New Romantic ist eine der wenigen 80er-Jugendkulturen, die noch nicht in der Mode zitiert wurden (möglicherweise auch, weil Stilelemente der New Romantics von der Gothic-Szene aufgenommen wurden, die es ja immer noch gibt). Zweitens: Der Look war bis vor fünf Minuten noch total uncool; conditio sine qua non, um wieder hip zu werden. 
Meine These: Hedi Slimane bringt für Céline die New Romantics zurück. You heard it here first.

******

Labels: , ,

8. Juli 2018

Der Seidenschal: Alle Mythen, alle Fakten

Letztens habe ich auf Instagram folgendes Foto gepostet und mit folgender Bildunterschrift versehen: "Ihr wisst es, ich weiß es: Man trägt wieder Seidenschal":


"Stimmt das überhaupt? Hast Du das überprüft? Woher stammt diese Information?" fragte mich meine innere Stimme sogleich, was ich aber geschickt ignorierte, indem ich meine eigene Seidenschalsammlung um einige Exemplare aus der nicht gerade kleinen Seidenschalkollektion meiner Mutter ergänzte:


Ich war im Seidenschalfieber, wenn nicht gar im Seidenschaltaumel und kann weder einen Videobeweis liefern noch gibt es Fotoevidenz, dass man wieder Seidenschal trägt. Die Behauptung oben muss also modifiziert werden: Einiges deutet darauf hin, dass man demnächst wieder Seidenschal trägt.

Was sind die Fakten?
  • Alessandro Michele, Chefdesigner bei Gucci, hat auf Instagram ein Foto gepostet, auf dem er einen Seidenschal trägt.
  • Es gibt ein Foto von Joan Didion, auf dem sie einen Seidenschal trägt.
  • In der Gucci-Kollektion für den Winter 2018/2019 und in der Gucci-Resort-2019-Kollektion wurden Seidenschals gezeigt.
  • Alessandro Michele hat in einem Interview seinen Stil als "halb Jimi Hendrix, halb alte Dame" beschrieben. Und wer sind ausgewiesene Seidenschalträgerinnen und -träger? Richtig, alte Damen und Jimi Hendrix. 
  • Es gibt ein von der Modewelt noch zu entdeckendes, hervorragend instagramierbares Seidenschal-Testimonial: die Flugpionierin Amelia Earhart.

Zum Vergrößern klicken

Ob diese Gemengelage tatsächlich zu einem Seidenschal-Trend führt, wird sich zeigen. Sollte der Seidenschal tatsächlich zurückkommen, dann trägt man ihn jedenfalls entweder lose, fast wie eine Stola um die Schultern gelegt oder maximal einmal vorne geknotet. Nicht um den Hals gewickelt! Das steht schon mal fest.

******

Labels: ,

2. April 2018

Plastiktüten

Zu der 500-Euro-Plastiktüte des französischen Traditionshauses Céline ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen!


Ich beispielsweise habe mich noch nicht dazu geäußert, sondern bin lediglich auf den Trend-Zug aufgesprungen und trage nun meine Handtasche und meinen Geldbeutel in einer Plastiktüte des Traditionshauses Paradies durch die Gegend. Céline, Paris vs. Paradies, Neukirchen-Vluyn.


Ansonsten können Plastiktüten natürlich nicht teuer genug sein! Schließlich ist Plastik ein Wertstoff für den jahrelangen Gebrauch und nicht zum Wegwerfen nach einmaliger Benutzung.

******

Labels:

18. März 2018

Radikal

Es ist ja so mit dem Älterwerden: Einerseits wird man stabiler (mental), andererseits empfindlicher (physisch). Ich beispielsweise bin ziemlich kälteempfindlich geworden! Ganz besonders an dieser einen Stelle am Hals unterhalb der Ohren, die trotz Mütze und dickem Schal immer ungeschützt ist. Ich begrüße es daher sehr, dass Gucci, Calvin Klein, Marni und einige mehr für die Saison Herbst/Winter 2018/2019 die Balaklava auf den Laufsteg gebracht haben. Ein Trend, den ich definitiv mitmachen werde!

Die Balaklava heißt in Berlin und wahrscheinlich auch anderswo Hasskappe, weil sie seit den Achtzigern von den Autonomen aus Gründen des Identitätsschutzes beim Randalieren getragen wird. Wobei hier in den letzten Jahren ein Paradigmenwechsel stattgefunden hat: Im schwarzen Block bei der revolutionären 1.-Mai-Demo dominiert nicht mehr die Hasskappe, sondern die Wayfarer-Sonnenbrille von Ray-Ban. Genau wie die Hasskappe natürlich ein absoluter Style-Klassiker!


Ob die Autonomen, deren Selbstverständnis - wenn mich nicht alles täuscht - das der Avantgarde ist, diesen Retro-Trend schon dieses Jahr am 1. Mai 2018 umsetzen und die alten Hasskappen wieder herausholen? Ich werde das beobachten! Stichwort Demobeobachtung. Spätestens am 1. Mai 2019 möchte ich dann aber einige Originalteile von Gucci oder Calvin Klein im schwarzen Block zu sehen bekommen.

******

Labels:

15. Januar 2018

Die neue Mode

In ihrer Dissertation "Modenschauen. Die Behauptung des Neuen in der Mode" aus dem Jahr 2015 stellt die Kulturwissenschaftlerin Alicia Kühn folgende These auf: Um davon abzulenken, dass die Mode schon lang nichts Neues mehr hervorbringt und alles nur Zitat ist, müssen die Modehäuser und ihre Designerinnen und Designer immer aufwendigere Modenschauen an immer ungewöhnlicheren, überraschenderen und vor allem an instagramierbaren Orten inszenieren. Es ist nicht mehr so wichtig, was auf dem Laufsteg gezeigt wird, sondern wo die Schau stattfindet, wie sie inszeniert ist, wer anwesend ist und wie das Ganze auf Instagram rüberkommt – so ungefähr.

Wollte nicht Alessandro Michele, Chefdesigner von Gucci, eine seiner Kollektionen auf der Akropolis zeigen? Und soll dafür angeblich zwei Millionen Euro geboten haben? Die Griechen, entweder sehr klug oder total doof, haben das abgelehnt. Die Gucci-Schau hat dann in den Uffizien stattgefunden. Oder war es Westminster Abbey?

Ich jedenfalls bin froh, dass ich über die oben genannte Dissertation gestolpert bin, denn vor einigen Tagen habe ich mich in ein Outfit aus der Pre-Fall-2018-Kollektion von Chloé verliebt. Wenn die Pre-Fall-Kollektion die Vorbotin der eigentlichen Herbst-/Winterkollektion ist, die so ungefähr ab Juli/August in den Läden hängt, dann müsste die Pre-Fall-Kollektion ab Juni zu haben sein. Den Finanzierungsplan, wie ich bis dahin ungefähr 1600 Euro für zumindest die Hose und die Turnschuhe beiseitelegen kann, brauche ich nun nicht mehr, denn wenn mir die Mode sowieso nichts Neues bietet, kann ich das Outfit ja auch gleich mit alten Klamotten nachstylen:


Je länger ich die beiden Outfits vergleiche, desto mehr kommen wir Zweifel an Kühns These. Die Chloé-Hose und die Chloé-Turnschuhe wirken sehr neu auf mich! Auch wenn die Wissenschaft das Gegenteil behauptet!

Wo allerdings etwas dran sein könnte, ist Kühns Einschätzung, warum die Berliner Fashion Week, die es seit 2007 gibt und die heute losgeht, einfach nicht zünden will: "Zunächst einmal ist so eine Schau ein riesiger Kostenfaktor [...]. Das können sich aber längst nicht alle Berliner Designer leisten. [...]. Es ist aber so, dass ohne großen Pomp mehr auf die Kleider geschaut wird, und dann fällt die Kritik oft größer aus, denn viel Show lenkt ja auch schön ab. Vielleicht ist das der Grund, warum die Modestadt Berlin international nicht so anerkannt ist. Man sieht deutlicher, dass das Gezeigte nicht so bahnbrechend ist. In Paris ist das nicht anders, aber die inszenieren das Drumherum besser."

******

Labels:

15. November 2017

How to dress like Higgins

Oh. My. God. Higgins ist tot! Nein, natürlich nicht. Higgins lebt! Und nun, nachdem sein Darsteller John Hillerman letzte Woche gestorben ist, ist es unsere Pflicht, Higgins unsterblich zu machen –
indem wir uns Higgins zum Stilvorbild nehmen.

Jonathan Quayle Higgins III. hat genau vier signature looks. Der erste ist sein Tropen- oder Safarianzug, wahlweise mit langen oder kurzen Hosen (dann mit Kniestrümpfen). In diesem Outfit nimmt Higgins alle Aufgaben wahr, die er als Majordomus von Robin Masters Anwesen wahrnehmen muss: Beispielsweise die Pflege der Bougainvillea oder des Rasens, der nur dem ungeübten Auge wie ein gewöhnlicher Vorstadtrasen erscheint: Es handelt sich vielmehr um einen kunstvoll gemischten Teppich aus Bahia, Kentucky-Blaugras und Afrikanischem Zoysia!

Zum Vergrößern klicken bzw. doppelklicken

Higgins Safarianzug ersetzen wir durch einen Anzug von F.R.S. mit inkorporiertem Tropenfeeling – schließlich leben die wenigsten von uns auf Hawaii. Dazu die legendären Gucci-Tennissocken und die Wallabees von Clarks, wahlweise gehen auch die Desert Boots.

Der zweite signature look von Higgins besteht aus einem dunkelblauen Club-Blazer mit Goldknöpfen, hellen Hosen und einer gestreiften Krawatte. Dieses Outfit trägt Higgins in Situationen mit semi-formellem Charakter: Beispielsweise als Stellvertreter von Mr. Masters im Vorstand des King Kamehameha Clubs, als Mitglied im Vollblutzüchterverband von Hawaii, als Vizepräsident ehrenhalber im Yachtclub, als Leiter des Einkaufskomitees der Société du Vin, als Vorsitzender des Britischen Seemannfonds, als Vorsitzender der Gesellschaft für unterprivilegierte Kinder, als Mitglied bei den Anglo-polynesischen Gelehrten der See, als Vorsitzender der Englischen Gesellschaft der Sandwich-Inseln, als Mitglied der Historischen Gesellschaft der Aloha, als Ehrenvorsitzender der Söhne des Empire, als Vorsitzender des Vereins zur Rettung des dreiteiligen Palolowurmes, als Mitglied im anglo-franco-hawaiianischen Veteranenverein sowie als Mitglied des anglo-polynesischen Wohlfahrtsvereins.

Zum Vergrößern klicken bzw. doppelklicken

Unser Club-Blazer trägt nicht wie der von Higgins das Abzeichen des Yorkshire Regiments, sondern stammt von Dries van Noten; die gestreifte Krawatte ersetzen wir durch eine Seidenhalstuch und mit einem hellblauen Hemd von Balenciaga, einer weiten hellen Hose und den weißen Gucci-Loafern sind auch wir für alle gesellschaftlichen Tagesereignisse gerüstet.

Ganz selten ist Higgins einmal krank; wenn dies der Fall ist oder wenn er zusammen mit den Dobermännern Zeus und Apollo eine der weniger bekannten Verdi-Opern anhören möchte, trägt Higgins seinen Hausmantel:

Zum Vergrößern klicken bzw. doppelklicken

Natürlich ist Higgins auch abends angemessen gekleidet: Bei zwanglosen Abendessen auf dem Anwesen mit dunklem Samtblazer und Halstuch, bei formellen Anlässen im dinner jacket:

Zum Vergrößern klicken bzw. doppelklicken

Zu dem Tom-Ford-Jackett tragen wir ein weißes T-Shirt und Leder-Leggings. Ob es diese sagenhaften weinroten Gucci-Stiefeletten im Gucci-Store auf der Kalakaua Avenue in Waikiki gibt? Oder in dem auf dem Ala Moana Boulevard? Diese Frage muss unbeantwortet bleiben, genau wie die Frage, ob Higgins in Wirklichkeit Robin Masters ist.

******

Labels: ,

7. November 2017

Read My Pins

Dass ich Broschen mag, wisst ihr bereits, und dass ich mit Hochdruck daran arbeite, eine feine alte Dame zu werden, dürfte ebenfalls bekannt sein. Neu ist, dass ich vor wenigen Tagen in beiden Disziplinen meine Meisterin gefunden habe: Madeleine Albright, former Secretary of State beziehungsweise Außenministerin der USA während der Clinton-Administration.

Leute, macht eine Google-Bildersuche mit dem Begriff "Madeleine Albright" oder gestaltet ein Pinterest-Board mit dem Titel "Madeleine Albright's Brooches", egal, aber schaut euch diese Broschensammlung an!


In ihrem Buch "Read My Pins" plaudert Albrigth herself aus dem Schmuckkästchen und verrät, dass ihre Broschen nicht nur Schmuckstücke, sondern auch Übermittler diplomatischer Botschaften sind: So trug sie, nachdem Saddam Hussein sie als "unparalleled serpent", also als "beispiellose Schlange" bezeichnet hatte, ostentativ ihre Schlangenbrosche am Revers.

Wir verdanken Madeleine Albright natürlich nicht nur eine exquisite Broschensammlung, sondern auch folgende Weisheit: "There's a special place in hell for women who don't help other women." Und jetzt kommt es: Wäre es nicht eine Spitzenidee, wenn Maria Grazia Chiuri, Chefdesignerin bei Dior, die, wie ihr alle wisst, ihre Kollektionen immer mit feministischen Botschaften versieht ("We should all be feminists"), in der nächsten Kollektion genau diesen Albright-Spruch als Brosche herausbringt? Ich würde diese Brosche jedenfalls kaufen.

******

Labels:

22. Oktober 2017

Karierte Hosen

Das Problem der karierten Hose ist: Sie ist in diesem Groß-Britannien-Punk-Landadel-Narrativ gefangen. Das kann man sehr schön an dem britischen Traditionshaus Burberry sehen, dessen ikonisches „Burberry check“ Fluch und Segen zugleich für die Marke bedeutet. Saison um Saison bemüht sich das Haus, seinem Erbe gerecht zu werden, ohne dabei schlimm zu langweilen. Das ist mit der aktuellen Kollektion gelungen, auch wenn sie aus der oben beschriebenen Nummer nicht herauskommt:

Zum Vergrößern klicken

Der Haken an der Sache: Es sind nicht diese Entwürfe, die im Mainstream ankommen, sondern es sind die Burberry-Basecaps, die Burberry-Handtaschen und der Burberry-Schal, alle im Burberry check. Und karierte Hosen werden ausschließlich mit schwarzen Strickpullis und schwarzen Chelseaboots getragen. Ein okayer, aber etwas langweiliger Look.

Aber soll ich deswegen meine karierte Wollhose der Marke Theory aussortieren? Niemals!

Zum Vergrößern klicken

Look 1: Der bescheidene Versuch, eine karierte Hose mit einer Prada-Sonnenbrille zu italisieren. Der Pulli ist mit weißen Knöpfen verziert, außerdem angepinnt: Zwei Gartentischtuchbeschwererclips in Form einer Weintraube und einer Birne. Den V-Ausschnitt trage ich nach hinten, schließlich bin ich modetechnisch in den Achtzigern sozialisiert. Ob Alison Moyet und Lisa Stansfield ihre V-Ausschnitt-Pullis heute ebenfalls noch verkehrt herum anziehen? Ich möchte fast wetten.

Look 2: Das Bekleidungspendant zum No-Make-Up-Make-Up, bei dem man sich sehr sorgfältig schminkt, um wie ungeschminkt auszusehen. Dieser Look sagt: Ich habe heute morgen gar nicht bemerkt, dass ich eine karierte Hose angezogen habe. Und rote Socken. Deswegen trage ich auch eine x-beliebige, uralte Sportjacke dazu. Was für ein Zufall, dass die dunkelblauen Treter perfekt dazu passen.

Look 3: Als verlässliches Modeopfer stopfe ich mir meine Haar selbstverständlich Phoebe-Philo/Céline-mäßig in den Rollkragen. Der Look selbst ist weniger eine Plädoyer für karierte Hosen als eines für Streifen – die passen nämlich zu einfach allem!

Ob es mir gelungen ist, das Narrativ der karierten Hose zu konterkarieren? Ein bisschen vielleicht. Aber das Wortspiel mit der konterkarierten karierten Hose finde ich ziemlich gut!


******

Labels:

3. Oktober 2017

Der Mehrere-Taschen-Trend

Seit einigen Saisonen, Saisons und Seasons sieht man auf den internationalen Laufstegen den Mehrere-Taschen-Trend: Man trägt nicht nur eine Handtasche, sondern mindestens zwei. Eine prima Sache für Leute, die sich (a) morgens nicht für eine Tasche entscheiden können und (b) keine neue Tasche kaufen wollen, nur um im Trend zu liegen. Man trägt einfach zwei oder drei der alten Handtaschen gleichzeitig! Genial.

Gucci bietet Taschen an, die man nach dem Mix-and-Match-Prinzip aneinanderhaken kann:

*Zum Vergrößern klicken*

Bei Fendi kann man an den Gurt der Handtasche mehrere kleine Täschchen knöpfen oder man entscheidet sich für drei schmale Etuis, die ein Metallring zusammenhält:

*Zum Vergrößern klicken*

Auch bei Chloé werden mindestens zwei Taschen mit einem Karabiner zusammengehalten, Céline schlägt vor, eine kleine Tasche mit dem Riemen an eine größere Tasche zu knoten und bei Valentino trägt man eine kleine Umhängetasche und eine noch kleinere kleine Umhängetasche crossbody übereinander:

*Zum Vergrößern klicken*

Die entscheidende Frage in der Causa Mehrere-Taschen-Trend lautet übrigens nicht: Wieso sollte ich mehrere Handtaschen tragen? Sie lautet: Wieso sollte ich nur eine Handtasche tragen?

*Zum Vergrößern klicken*

******

Labels: