6. April 2013

The Making Of ... Russische Waffelblättertorte

Seit ich Ludmilla kenne, studiere ich mit allergrößtem Interesse das Russische Regal in meinem örtlichen Supermarkt, wobei ich bemerken möchte, dass in diesem Satz bereits zwei falsche Zusammenhänge suggeriert werden: Erstens kommt Ludmilla nicht aus Russland, sondern aus der Ukraine, und zweitens handelt es sich bei dem von mir Russisches Regal genannten Regal eher um ein südosteuropäisches Regal, denn man bekommt dort auch Importware vom Balkan und vom Baltikum.


Seit ich also Ludmilla kenne, stöbere ich beim Einkaufen immer im Russischen Regal, welches ich vorher schlichtweg ignoriert habe. Das ist bei mir oft so! Ich kannte zum Beispiel mal jemand aus Angola und weiß allein aus diesem Grund quasi alles über Angola. Bürgerkrieg, UNITA, MPLA, FNLA, Savimbi – weiß ich alles! Von allen anderen afrikanischen Ländern hingegen habe ich die durchschnittliche Null-Ahnung. Wie es aussieht, muss es bei mir persönlich zugehen.


Ich stöbere also im Russischen Regal und stelle fest, dass Waffeln bzw. Waffelblätter wohl eine gewisse Rolle in der russischen Küche spielen (Die Frau im zweiten Video trägt eine Art Julija-Tymoschenko-Flechtfrisur. Ob es sich hier um einen Beitrag aus der Ukraine handelt?). In meinem Russischen Regal gibt es sogar ein Starter Kit zur Herstellung einer Waffelblättertorte. Au ja, das mach ich – ich backe mir meine ganz persönliche Russische Waffelblättertorte!


Man braucht dazu eine Packung Waffel-Tortenplatten „Waffelblätter“ sowie eine Dose gezuckerte Kondensmilch der Geschmacksrichtung Karamell:


 Ferner benötigt man feingehackte Walnüsse sowie Mascarpone:


Man verrühre den Mascarpone mit den Walnüssen, gebe die Karamellkondensmilch hinzu, vermische das Ganze gut und bestreiche damit die Waffelblätter. Puderzucker und Schokostreusel obendrauf, fertig ist die Russische Waffelblättertorte!


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1. April 2013

U-Bahnhof-Fliesen-Rätsel N°23 *Beauty Edition*



Der heute gesuchte U-Bahnhof ist nach einer Straße in Berlin benannt. Und zwar nach einer Straße, über die ich mich mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit zu behaupten getraue, dass niemals ein Chanel-Lippenstift nach ihr benannt werden wird. Ich schreibe extra „mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit“, denn selbstverständlich ist es möglich, dass irgendwann einmal ein Chanel-Lippenstift herauskommt, der nach dieser Straße benannt wird! Wieso auch nicht – es ist nur sehr unwahrscheinlich. Aber das trifft womöglich auf alle Berliner Straßen zu, nur bei dieser ist es besonders unwahrscheinlich.

Sehr viel wahrscheinlicher ist es, dass Florena einen Lippenstift nach dieser Straße benennt. Oder vielleicht einen Nagellack. Ja, wenn es von Florena dekorative Kosmetik gäbe, könnte durchaus ein Lippenstift oder ein Nagellack nach dieser Straße benannt sein. Zwar befindet sich der gesuchte U-Bahnhof in Westberlin, aber die Stadt, nach der die Straße, nach der wiederum der U-Bahnhof benannt ist, liegt im selben ostdeutschen Bundesland, in dem auch das Stammhaus der Kosmetikmarke Florena seinen Sitz hatte. In einer solchen, von mir konzipierten und allein aus Vorurteilen gespeisten Limited Berlin Edition wäre der Lippenstift, der nach dieser Straße benannt ist, ein extrem glossiges, leicht klebriges Pink. Andere Produkte aus dieser LE könnten zum Beispiel ein nudefarbener Nagellack „Grunewald“ und ein korallefarbener Lippenstift „Wannsee“ sein.

Der Ortsteil, also nicht der Bezirk, in dem sich der gesuchte U-Bahnhof befindet, ist nach einer Person benannt, was in Berlin selten, wenn nicht gar einzigartig ist, und gilt bereits seit den frühen 80er-Jahren als sogenannter sozialer Brennpunkt.

Zu gewinnen gibt es einen Chanel-Lippenstift, den ich höchstselbst bei Karstadt am Hermannplatz kaufen werde, sobald sich die Gewinnerin/der Gewinner unter folgenden Nuancen eine ausgewählt hat:

Rouge Coco Nr. 21 Rivoli
Rouge Coco Nr. 25 Vendôme
Rouge Coco Shine Nr. 42 Biarritz
Rouge Coco Shine Nr. 62 Monte Carlo
Rouge Coco Shine Nr. 67 Deauville

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23. März 2013

Loslassen

Wie es aussieht, leide ich unter Spannungskopfschmerzen. Dass ich mal loslassen müsse, sagt mir die Neurologin, die ich deswegen konsultiere. Und sie hat recht! Loslassen ist nicht meine Stärke – das kann man sogar schon an meinem extrem akkurat geführten Kopfwehtagebuch erkennen. Da ist nichts durchgestrichen, verschmiert oder eingerissen, da herrscht Ordnung. Vielleicht sogar mit einem leichten Twist ins Zwanghafte!

Aerobic, schlägt mir die Neurologin vor, ein Ausdauersport, bei dem man „den Kopf frei bekommt“. Ja, Aerobic kann ich mir gut vorstellen. Nicht, dass ich jemals Aerobic gemacht hätte, aber ich hege große Sympathien für diese Sportart, seit ich zu meiner Konfirmation 1985 einen Aerobicanzug geschenkt bekommen habe, bestehend aus graumelierten Leggings und einem türkis/grau gestreiften, badeanzugähnlichen Oberteil. Wenn ich also demnächst „ins Aerobic“ gehe, wird sich ein weiterer Kreis in meinem Leben schließen.

Problem: Ich mag Fitness-Studios nicht. Nein, ich korrigiere mich: Ich fürchte, ich mag die Musik nicht, die in Fitness-Studios in den Aerobic-Kursen gespielt wird. Bei Musik bin ich wählerisch! Schlechte Musik bereitet mir Kopfweh – und das wäre ja nun wirklich kontraproduktiv.

Was nun? Ach, am liebsten würde ich in Pamela Ewings Aerobic-Studio (Pam's Aerobics Unlimited) gehen, aber das geht ja nicht. Das gibt es ja gar nicht in echt. Leider.

So sieht es in Pamelas Aerobic-Studio aus und sollte es auch in dem von mir besuchten Aerobic-Studio aussehen



Ich hoffe, ich konnte mit dem Hinweis auf Pamelas Aerobic-Studio Eure Aufmerksamkeit erregen. Das wissen nämlich die wenigsten, dass Pam auch mal ein Aerobic-Studio hatte! Und zwar nachdem sie wegen ihrer Depressionen nicht mehr als Einkäuferin bei „The Store“ arbeiten konnte, sondern im Brooktree Hospital von Dr. Dagmara Conrad behandelt werden musste, danach, da hatte sie ein eigenes Aerobic-Studio.

Dr. Dagmara Conrad

Pam in der Therapiestunde bei Dr. Dagmara Conrad
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5. März 2013

Schuhe

Schuhe. Nicht ganz einfach, darüber zu schreiben! Ich möchte sogar behaupten, über Schuhe zu schreiben ist so schwer wie deutsche Schauspieler nicht müde werden zu sagen, dass es ist, eine komische Rolle zu spielen: nämlich extrem schwer und fast nicht zu meistern. Eine komische Rolle zu spielen sei das Schwierigste überhaupt, habe ich erst wieder am Wochenende in der Februarausgabe der „Interview“ gelesen. Genauso ist es mit dem über Schuhe Schreiben. Über Blusen schreiben ist hingegen relativ simpel – ob es so simpel ist wie ernste Rollen spielen, kann ich nicht sagen bzw. ob ernste Rollen spielen überhaupt einfach ist, das stand da nicht.

Der Grund, warum es so schwer ist, über Schuhe zu schreiben: Schuhe werden von den falschen Leuten vereinnahmt. Beispielsweise von Leuten, die Sachen sagen wie „Eine Frau kann niemals genug Schuhe haben“. Kann sie wohl! Eine Frau kann sogar zu viele Schuhe haben, siehe Imelda Marcos.

Weil ich unter allen Umständen vermeiden möchte, in die Nähe von Leuten gerückt zu werden, die solche und noch mehr abzulehnende und unlustige Sachen wie z.B. „I believe in a woman’s right to shoes“ sagen, tu ich immer so, als ob mir Schuhe nicht nur piepegal, sondern sogar schnurzpiepegal sind. Aber Euch, den lieben Leserinnen und Lesern meines Geheimblogs kann ich es ja gestehen: Ja, ich liebe meine Schuhe – und trotzdem würde ich niemals „Give a girl the right shoe and she can conquer the world“ sagen. Ich würde es ja noch nicht einmal denken!

Meine Schuhsammlung


Meine derzeitigen Winterstiefel, ungeputzt, von Accessoire Diffusion – einer dieser seltsamen, hier völlig unbekannten französischen Marken, die das Lafayette immer mal wieder im Angebot hat, die dann aber irgendwann aus dem Sortiment verschwinden. Das Leder dieser Schuhe ist dick, aber zugleich sehr weich, ich mag die drei Schnallen und diese Farbe irgendwo zwischen mauve, taupe, montblanc und grau. Fun Fact: Stelle gerade fest, dass die Stiefel auf der Internetseite des Herstellers doch recht günstig sind im Vergleich zu dem Heidengeld, das ich im Lafayette bezahlt habe.


Ah, meine gelben Glitzerballerinas mit dem kleinen Geheimnis: Sie sind innen mit rosafarbenem Leder gefüttert! Seither ist rosa und gelb eine meiner liebsten Farbkombinationen.


Diese Schuhe habe ich einmal für sechs Euro in einem dieser Trödelgeschäfte in der Urbanstraße gekauft. Made in Italy, cuoio vero. Leider kann man die Marke nicht mehr erkennen, ich rede mir aber ein, dass sie von Gucci sind, denn ich bin mir sicher, dass Gucci Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger solche Treter hatte. Woher ich weiß, dass diese Schuhe aus den späten Siebzigern stammen? Ganz einfach: Als ich die Grundschule besuchte, tauchten einmal zwei neue Kinder in der Schule auf. Mandy und Michael aus der DDR. Michael war bei mir in der Klasse, Mandy ein bisschen jünger. Mandy trug ziemlich bald Schuhe in genau diesem Stil. Fand ich damals schon toll und jetzt habe ich selbst welche. Vielleicht sogar die originalen von Mandy? Wohl kaum. Größe 39 in der dritten Klasse, nein, das hatte Mandy nicht.


Ein Schuh gemacht für Leute, die sich nicht für das Golfspielen interessieren, aber der Golfästhetik einiges abgewinnen können. Also für mich. Fun Fact: Dieses Paar Schuhe habe ich nicht im Lafayette, sondern in dem Laden neben dem Lafayette gekauft.


Hoffentlich kommen Plateauschuhe nicht so bald wieder aus der Mode. Schließlich sind Wedges, wie man sie ja auch nennt, für mich die einzige Möglichkeit, ab und zu mal hohe Schuhe zu tragen.


Weiße Schuhe mit aufgemaltem Brogues-Lochmuster. Schön und witzig zugleich. Diese Schuhe sind der Grund für meine unbeirrbare Sympathie für Robert Clergerie. Auch wenn ich Kollektion um Kollektion doof finde, gehe ich doch nicht selten ins Lafayette, um zu schauen, ob es etwas Schönes von Robert Clergerie gibt. Ganz ähnlich geht es mir übrigens mit Stephane Kélian. Fehlt nur noch Charles Jourdan in diesem Kleeblatt oder Dreiergespann!


Rote Schnürstiefelchen.


Zalo-Slipper von Galo. Erinnern mich a) an die Outfits von Higgins aus Magnum und tragen mich b) laut Hersteller effortlessly from the the day into the evening.


Und zum Schluss: Mein Beitrag zum Thema Turnschuhromantik.

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17. Februar 2013

Von Tag zu Tag

Wie die meisten Kinder habe auch ich in jungen Jahren alles gelesen, was mir in die Quere kam. Brigitte, Romantik-Thriller von Victoria Holt, VDI-Nachrichten, Kochbücher, Handarbeitsbücher, Kunstbücher, Hanni und Nanni sowieso, ferner mehrmals alles aus der örtlichen evangelischen Gemeindebibliothek, Geschichten aus der Bibel, Märchen, das Gemeindeblatt ebenso wie „Das Haus“ und die Flohkiste – mithin alles, was gerade so da war. Besonders gern mochte ich „Von Tag zu Tag. Das große Mädchenbuch“ von Rosemarie Schittenhelm, ein Benimmbuch für Mädchen aus dem Jahre 1957, das mir, so meine ich, von einer Tante vererbt wurde.


Ein Benimmbuch für Mädchen von 1957 kommt – das kann man sich leicht vorstellen – recht normativ daher und enthält logischerweise, da es sich um ein Buch aus den Fünfzigern handelt, jede Menge 50er-Jahre-Dinge wie beispielsweise eine krasse Kondensmilchverherrlichung. Dennoch: „Von Tag zu Tag“ war mein go-to-Buch. Immer, wenn ich nicht wusste, was ich lesen sollte, habe ich danach gegriffen. Hat mich, den Teenager in den postmodernen 80er-Jahren, vielleicht gerade der rigide Ton angesprochen? Möglich wär‘s.

Das Buch teilt sich in vier große Kapitel: Der Kern – Die Schale – Daheim – Die Welt. „Der Kern“ behandelt Körperpflege und Kosmetik, im Kapitel „Die Schale“ geht es um Kleidung, wer kann was tragen, zu welchem Anlass zieht man sich wie an, wie stellt man eine Garderobe zusammen und wie muss sie gepflegt werden – Fragen, die in „Von Tag zu Tag“ nicht etwa verhandelt, sondern direkt und eindeutig beantwortet werden.

In Kapitel drei, „Daheim“, dreht sich alles um das richtige Führen eines Haushalts. Neben einer kurzen Lebensmittelkunde und den Canasta-Regeln finden sich in diesem Kapitel zeitlos-informative Artikel wie „Das bittere Ende: Geschirrabwaschen“, „Die Mannigfaltigkeit eines modernen Besteckes“, „Es schmeckt besser am hübsch gedeckten Tisch“, „Man wirkt besser mit guten Tischmanieren“, „Es plaudert sich besser am reizenden Kaffee- und Teetisch“, „Budenzauber zur Faschingszeit“, um nur ein paar zu nennen.

Das vierte Kapitel schließlich, „Die Welt“, bietet einen Schnellkurs Kunst- und Literaturgeschichte sowie das wichtigste zum Thema Architektur, Film und Musik, ferner eine Einführung in die Kunst des Briefeschreibens sowie eine Anleitung, wie man sich auf Reisen verhält.

Mein Lieblingskapitel war und ist „Die Schale“ und darin besonders der Abschnitt, in dem es darum geht, wie man sich geschickt eine schöne Garderobe zusammenstellt, sowie das Kapitel „Die Pflege der Kleidung“:


Am besten gefällt mir die Anweisung unter Punkt sechs, man solle sich am Wochenende einen Outfitplan für die kommende Woche zusammenstellen. Das wollte ich immer schon machen! Habe mir nun eine App heruntergeladen, mit der man mit den eigenen Klamotten Outfits zusammenstellen kann – einen sogenannten wardrobe manager bzw. fashion assistant. Muss nur noch alle meine Kleidungsstücke fotografieren. Bis dahin!

P.S.: Einmal hat mich „Von Tag zu Tag“ sogar zu zwei äußerst seltsamen Gedichten inspiriert – schaut mal hier!

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27. Januar 2013

When in doubt, ask Pamela!

Bitte seid so nett und bestätigt mir, dass ich nur geringfügig von Dallas besessen bin. Rückendeckung diesbezüglich bekomme ich immerhin schon mal von Abba - dort berichtet das Lyrische Ich in meinem absoluten, vor einigen Jahren hier schon einmal erwähnten Lieblingslied „The Day Before You Came“ folgendes:

...
must have opened my front door at eight o'clock or so
and stopped along the way to buy some Chinese food to go
I'm sure I had my dinner watching something on TV
there's not, I think, a single episode of Dallas that I didn't see
I must have gone to bed around a quarter after ten
I need a lot of sleep and so I like to be in bed by then
I must have read a while, the latest one by Marilyn French or something in that style
it's funny but I had no sense of living without aim, the day before you came
...

Genau wie ich! Es scheint also nicht völlig abseitig zu sein, jede einzelne Dallasfolge schon einmal gesehen zu haben, und es ist ja auch nicht so, dass man nicht einen Mehrwert aus dem ständigen Dallaskucken ziehen könnte. Pamela beispielsweise fungiert als mein persönlicher Styleadvisor – schließlich hat sie jahrelang bei „The Store“, einem Edelkaufhaus in Dallas, als Einkäuferin gearbeitet und weiß somit, was Phase ist. When in doubt, ask Pamela!


Derzeit denke ich nämlich darüber nach, mir einen dieser einteiligen Zweiteiler, dieser matchy-matchy printed suits zuzulegen, die jetzt modern sind:

(1) Erdem (2) Sonia by Sonia Rykiel (3) Erdem (4) Vionnet (5) Sonia Rykiel (6) Clements Ribeiro

Zuvor frage ich allerdings Pamela, was sie zum Thema gemusterte zweiteilige Einteiler zu sagen hat. Und sie hat etwas zu sagen!


Todschick, oder? Ich werde mir also auch einen solchen Kombi-Anzug kaufen. Wie sieht es mit Euch aus? Außerdem wüsste ich zu gern, von wem Pams Anzug stammt. Ausführliche Recherchen im Netz waren leider ergebnislos. Wer weiß mehr?

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10. Januar 2013

Telefone

Ich nehme einmal an, Ihr stimmt mir zu, wenn ich sage, Telefone sind äußerst nützliche Gegenstände. Wobei – wenn ich es recht bedenke beziehungsweise richtig überschlage, telefoniere ich maximal zweimal pro Woche und zwar jeden Samstag mit meiner Mutter und dann wahlweise mit noch einer anderen Person. That’s it! Diese überschaubare Telefonierquote schmälert jedoch keineswegs meinen Respekt gegenüber Telefonen und ihrem Nutzen.

Auf Southfork wird ständig telefoniert. Überall Telefone. Schöne Telefone! Manche aus Bakelit, andere wiederum aus Plastik. Auf jedem Nachttischchen, auf jedem Schreibtisch, in der Halle und am Pool. Sogar mitten auf dem Frühstückstisch steht in dieser wirklich sehr seltsamen Mehr-Generationen-WG ein Telefon:


In ihren privaten Räumlichkeiten haben Bobby und Pamela ein recht hübsches gelbes Telefon:


Regelrecht verliebt jedoch bin ich in das kleine hellblaue Telefon, das JR und Sue Ellen gehört:


Leute, wie süß ist denn dieses Telefon? Extrem süß, würde ich sagen! Die Niedlichkeit dieses Telefons hindert JR natürlich nicht daran, damit beispielsweise irgendwo in Südostasien eine Marionettenregierung zu installieren, um so an die verstaatlichten Ölfelder ranzukommen.


Mir scheint, mittels eines supergoldigen Telefons wird noch einmal besonders unterstrichen, wie böse JR ist. Könnte sein, oder?

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27. Dezember 2012

Dicke Pullis

Seit einiger Zeit sind ja sogenannte statement sweaters – vulgo dicke Pullis – wieder in. Eine kurze Recherche in der einschlägigen Literatur zeigt jedoch, dass durchaus Uneinigkeit darüber herrscht, was ein statement sweater eigentlich genau ist. Für manche, beispielsweise für mich, ist es einfach der klassische übergroße dicke Pulli, für andere ist es ein Pulli mit einem Schriftzug, also einem Statement, und/oder einem witzigen Motiv und wiederum andere definieren statement sweater als Pulli mit auffallendem Muster. Es herrscht ein völliges Durcheinander. Und überhaupt: Sind statement sweaters eigentlich die rechtmäßigen Erben der statement necklaces oder muss man sie eher in Abgrenzung zu den Cardigans sehen? Oder waren vorher eventuell dünne Pullis in und deswegen sind jetzt dicke Pullis angesagt? Fragen über Fragen. Ich muss noch viel lernen.

Aber egal! Fakt ist, dass ich seit genau 20 Jahren einen dicken Pulli mit mir herumschleppe und das Herumschleppen hat sich offensichtlich gelohnt, denn dicke Pullis sind jetzt wieder in.

Pullis konnten damals nicht dick und nicht groß genug sein

Der Pulli ist von Oilily und wurde von mir 1992 für damals völlig durchgeknallte 280 DM gekauft. Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger war ich verrückt nach dem Zeug von Oilily und für alle, die dicke Pullis liebten, war Oilily die Adresse. Ich besaß von Oilily außerdem eine Jeansjacke mit grünem Feincordkragen, kariertem Innenfutter (ich glaube, die Taschen waren rot paspeliert) sowie eine khakifarbene Jacke mit abnehmbaren Ärmeln, blauen aufgesetzten Taschen und orangefarbener Kapuze. Das Innenfutter war natürlich auch schön. Das Innenfutter war immer schön bei den Oililysachen! Getragen habe ich die Sachen bis maximal 1994, die Oilily-Phase war vorbei und außerdem setzte sich ja dann dieser reduzierte clean chic durch, wenn ich mich nicht völlig täusche. Oilily war total out of time und machte allenfalls mit hässlichen Taschen oder süßlichen Kinderparfums von sich reden. Fortan war diese Marke ein absolutes no go für mich und ist es bis ungelogen exakt heute gewesen.

Gerade eben dachte ich mir nämlich, jetzt, wo Du den Pulli ausgegraben hast, könntest Du eigentlich mal schauen, was Oilily heutzutage so macht. Das wäre nur fair! Gesagt, getan, und siehe da: Die Taschen sind immer noch hässlich und die Parfums wahrscheinlich immer noch zu süß, aber die Klamotten, die Klamotten sind schön! Mir gefällt Oilily wieder. Irre.


Alle Fotos von hier (außer meine eigenen natürlich, ahahaha).

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16. Dezember 2012

Blusen

Ich bin ein Blusentyp! Damit will ich sagen, dass ich nicht nur sehr gern Blusen trage, sondern darüber hinaus eine erkleckliche Blusensammlung besitze. Gern würde ich schreiben, dass ich schon immer ein Blusentyp war, dies stimmt jedoch möglicherweise nicht. Ich glaube, ich war auch mal ein Hemdentyp und ein Rollkragenpullityp. Was ich aber definitiv bin, ist ein Hochgeschlossen-Typ.

Ein Blusentyp zu sein, sollte man meinen, ist nichts besonders spezielles oder ungewöhnliches, aber, ayayay, wenn man bei Google „Blusentyp“ eingibt, wird man gefragt „Meinten Sie: blusenset“ beziehungsweise „Meinten Sie: blusentop“. Nein, ich meinte Blusentyp, denn ich bin ein Blusentyp!

Wenn man darauf insistiert, nach „Blusentyp“ recherchieren zu wollen, stößt man hauptsächlich auf Texte, in denen Leute mitteilen, dass sie ja eher nicht sooo der Blusentyp sind, was aber völlig in Ordnung ist – Hauptsache man weiß, wo man der Typ für ist und wofür nicht.

Wieso es extrem wichtig ist zu wissen, wofür man der Typ ist und wofür nicht, liest man am besten in Andy Warhols „The Philosophy of Andy Warhol from A to B and back again“ bzw. auf Deutsch „Die Philosophie des Andy Warhol von A bis B und zurück“ nach. Man kann dieses Standardwerk, dieses Jahrhundertbuch nicht oft genug empfehlen und muss es jedem ans Herz legen, der sich für folgende Themenbereiche interessiert: Liebe – Schönheit – Ruhm – Arbeit – Zeit – Tod – Geld – Atmosphäre – Erfolg – Kunst – Rang und Name – Strahlender Glanz – Unterhosen.


In diesem Buch stehen zu 76 Prozent unumstößliche Wahrheiten und zu 83 Prozent sehr witzige Sachen. Nach Adam Riese sind also auch zugleich witzige und unumstößliche Wahrheiten dabei, was man ja sonst nicht so oft findet. Irgendwo stand einmal, ich glaube es war in der Zeit, man brauche eigentlich nur ein Buch, nämlich Shakespeares gesammelte Werke. Ja, das leuchtet mir auf Anhieb ein, ich finde aber, man braucht auch „From A to B“ (wie wir Kenner es liebevoll nennen).


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Zurück zu den Blusen, zurück zum Blusentyp. Meine fünf liebsten Blusen sehen wie folgt aus:

Claudie Pierlot

In diese Bluse bin ich regelrecht verliebt. Der Gedanke, dass sie irgendwann einmal kaputtgehen wird, macht mich jetzt schon traurig.

Kookai

Wenn ich seriös aussehen will, ziehe ich diese Bluse an. Kookaï war in den Achtzigern eine große Nummer und eine meiner Lieblingsmarken – ganz schwer zu bekommen damals in Deutschland. Bis in die späten Neunziger hinein gab es am Kurfürstendamm einen Kookaïladen, der dann irgendwann weg war. War wohl nicht mehr angesagt. Jetzt ist Kookaï wieder da. Etwas bescheidener, aber auch in schlechterer Qualität, wie ich finde.

Folgende Seidenbluse verstehen viele Leute nicht. Ich aber schon! Und natürlich meine Kollegin Wilhelmine, die mich um diese Bluse ein wenig beneidet. Ich finde, diese Bluse ist eine äußerst gelungen Mischung aus Großmutterstil und Magnum, oder etwa nicht?

Jill Stuart

Apropos Seidenblusen. Vor sehr vielen Jahren habe ich einmal für eine Regisseurin als Babysitterin gearbeitet, die mir seinerzeit steckte, dass Filmleute am Set ausschließlich Seide tragen, da Seide im Sommer kühlt und im Winter warm hält. Ist wohl was dran.

Das nächste Exemplar trage ich seit ich weiß nicht wie vielen Jahren. Und davor wurde sie von meiner Mutter getragen. Man kann die beiden Stoffdinger vorn entweder zu einer riesigen Schleife binden oder aber lässig herunterhängen lassen. Très chic auch unter einem Strickpulli. Ein vielseitiges Stück!

Clarina

Meine fünfte Lieblingsbluse ist leider gerade in der Wäsche:

Miu Miu

Der Untergrund changiert lila und blau, mit so roten Dingern drauf. Punkte nennt man die, glaube ich! Bei dieser Bluse heißt es aufpassen, dass man nicht in die Niedlichkeitsfalle tappt. Was man leicht vermeiden kann, indem man etwas Komisches dazu anzieht oder etwas Prolliges. Eigentlich ganz einfach.

Wo seid Ihr der Typ für und wofür nicht?

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1. Dezember 2012

Die Top 3 der einflussreichsten Persönlichkeiten in meinem Haushalt

Das Jahr 2012 geht dem Ende zu, Zeit Bilanz zu ziehen, Zeit für die Top 3 der einflussreichsten Persönlichkeiten in meinem Haushalt. Wer hatte 2012 die Fäden in der Hand? Wer hat am Rad der Geschichte gedreht?


Platz 3: Ich selbst
Nach Jahren als unangefochtene Nummer eins in Sachen „Einflussreichste Persönlichkeit in meinem Haushalt“ gibt es für mich dieses Jahr nur einen dritten Platz. Deutet sich hier etwa ein Machtwechsel an? Bin ich etwa amtsmüde? Wohl kaum! Ist alles Taktik – in einer konstitutionellen Monarchie ist ja auch der König de iure die Nummer eins, aber wer hat de facto mehr Einfluss? Richtig, der Premier. 

Trendprognose 2013: 


Platz 2: Ludmilla
Ludmilla ist unsere sogenannte Putzhilfe, wobei Putzhilfe die völlig falsche Bezeichnung ist. Wenn, dann bin ich die Putzhilfe. Einmal habe ich Ludmilla die Tür aufgemacht, ich hatte gerade Putzhandschuhe an. Ludmillas Kommentar: „Rosine, was machst Du? Putzen? Hahahahahahahahahahahahaha!“. Ludmilla spricht zwar nicht besonders gut Deutsch, aber definitiv besser als ich Ukrainisch, und ganz wichtig: Ludmilla hat einen geheimen Plan, wenn nicht gar einen geheimen Fünfjahresplan bezüglich der Sauberkeit und der Ordnung in meiner Wohnung. Dank Ludmilla habe ich a) gelernt loszulassen, weiß ich b) was ein Staubmagnet bzw. Staubmagnät ist, finde ich c) Symmetrie doch ganz schön, habe ich d) erfahren, dass der bedeutendste Träger des Nachnamens Schewtschenko nicht Andrij Schewtschenko ist, der Fußballspieler, sondern Taras Schewtschenko, der wichtigste ukrainische Dichter, und bin ich e) im Besitz eines sehr komplizierten, aber durchaus wirksamen uralten ukrainischen Hausrezeptes gegen Kopfschmerzen, bei dem man sich rohe Kartoffelscheiben mittels eines Handtuchturbans um den Kopf wickeln muss. Wenn ich Veränderungen in der Wohnung vornehme, ertappe ich mich dabei, wie ich denke „Ah, das wird Ludmilla gut finden!“ oder „Ob das Ludmilla gefallen wird?“ oder „Hoffentlich findet Ludmilla das gut!“. Seit einiger Zeit kommt Ludmilla nicht mehr nur alle 14 Tage, sondern einmal in der Woche. 

Trendprognose 2013: 



Platz 1: „Der Katzo“
Wie jeder Diktator trägt der Kater neben seinem offiziellen Namen Schnickschnack zahlreiche verherrlichende Beinamen wie beispielsweise „Der schwarze Hai“,  „Der schwarz-weiße Massai“, „komischer kleiner Kater“ oder ganz einfach „Der Katzo“ beziehungsweise „Der König“. Und wie jeder andere Diktator setzt auch der Katzo mittels Erpressung, Zuckerbrot-und-Peitsche, Terror, Auf-den-Teppich-Kotzen und Gute-Stimmung-Machen die absurdesten Regelungen durch. Die Mitternachtsgratifikation und das sogenannte Vier-Uhr-Frühstück sind noch die harmlosesten davon! Fenster dürfen nicht gekippt, Zimmertüren nicht geschlossen und Sessel nicht verrückt werden, der Balkon muss mit einem hässlichen Netz „gesichert“ werden (es könnte ja jemand auf die Idee kommen, von dort die Republik auszurufen) und vieles mehr. In letzter Zeit vertut sich der komische kleine Kater öfter Mal gehörig, wenn er von einem Möbelstück auf das andere springt. Haut es ihn auf die Schnauze, müssen alle so tun, als ob nichts wäre, und niemand traut sich laut zu sagen, dass der schwarze Hai eventuell so langsam mal eine Brille braucht, es wird gute Miene zum bösen Spiel gemacht, weil, der Katzo ist ja soooo süß, kuck mal, wie süß der Katzo ist, dem Katzo seine Pfoten sind sooooo niedlich und so weiter und so weiter!

Trendprognose 2013: 



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