16. Juli 2017

Three is a trend

In einer der letzten Ausgaben von The Edit, dem wöchentlich erscheinenden Magazin des Online-Luxusklamotten-Händlers Net-a-porter, lese ich, dass der Minirock derzeit sein offizielles Comeback feiert. Mist. Offensichtlich ist mir entgangen, dass der Minirock weg vom Fenster war, denn unverzagt bin ich den ganzen Winter über mit meinem grünen und mit meinem gelben Woll-Minirock und Strumpfhosen durch die Gegend gelatscht.

Damit mir ein solcher Fashion-Fauxpas nicht noch einmal passiert, forste ich sofort die letzten fünfzehn bis zwanzig Ausgaben von The Edit nach den aktuellen Trends durch, um völlig verwirrt zurückzubleiben: Nicht nur feiert der Minirock sein Comeback, auch der Midi-Rock aus Baumwolle und der Karo-Rock haben laut The Edit derzeit ihren Moment. Außerdem trägt man, so lese ich, Karos zu Karos, aber nur wenn es sich um "moderne Karos" handelt. Ebenfalls modern sind "moderne Strohtaschen" und "moderne Sonnenbrillen", letztere müssen aber zugleich einen Retro-Look aufweisen. Ebenfalls en vogue, so heißt es in The Edit, sind Kleider mit Retro-Flair sowie Retro-Cardigans. Nichts falsch machen kann man außerdem mit allem rund um das Thema "Statement": Ich lese von Statement-Hosenanzügen, Statement-Ohrringen, Statement-Sandalen, Statement-Hemden und Statement-Taschen. Während die Statement-Taschen rot sein müssen, sind Schultertaschen hingegen elfenbeinfarben, alle anderen Taschen sollten, wenn ich das richtig verstanden habe, mehrfarbig sein. "Glitzer und Glanz" konkurriert mit "Ton in Ton" und gedeckten Farben, "androgyne Coolness" wird eine Woche später von "cooler Nonchalance" abgelöst. Angesagt sind laut The Edit neben den bereits erwähnten Kleidern mit Retro-Flair außerdem bedruckte Kleider, weiße Spitzenkleider, feminine Kleider, Power-Cocktailkleider, dekonstruierte Kleider, One-Shoulder-Kleider, Kleider in Colour-Blocking-Optik, Kleider mit asymmetrischen Säumen sowie dunkle Blumenkleider. Nicht zu vergessen die bodenlangen Hosen, die Hosen mit Print-Muster, die weiten Hosen mit Print, die weiten Hosen in khaki, lockere Hosen, Cargo-Hosen, Jogging-Hosen, Heritage-Blazer, Oversized-Blazer, karierte Blazer, Tops mit Glockenärmeln, schulterfreie Tops, verkürzte Tops, kurzärmlige Stricktops, Strickpullover mit Verzierungen und Supersize-Pullover.

Mich beschleicht ein Verdacht: Ist möglicherweise einfach alles Trend? Kann man möglicherweise einfach alles zum Trend ausrufen? Wie sonst soll ich es verstehen, dass laut The Edit sowohl minimalistische Pantoletten wie auch verspielte Pool-Pantoletten up to date sind? 

Wenn das so ist, rufe ich hiermit folgenden Trend aus: Statement-Schmuck mit Tier-Motiven im Retro-Look. Wie praktisch, dass ich davon drei Exemplare habe! Ein Schlangenarmband aus Silber, eine Vogelbrosche aus Blech und eine Frosch-Brosche aus Strasssteinen. Und ihr wisst ja: One is an example, two is a coincidence, three is a trend!


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25. Mai 2017

Bericht aus Venedig und aus Triest

Sackkarren in allen Farben, Formen, Größen und Variationen, Müllboote, DHL-Boote, Vaporettos, Handwerkerboote, Rettungsboote – Venedig ist ein Paradies für Logistikliebhaber und man kann Stunden damit zubringen, sich immer komplexere Transportszenarien auszudenken und sich zu fragen, mit welch findiger Lösung die Lagunenstadtbewohner wohl aufwarten. Vaporettofahren macht einen Heidenspaß und ich bin der Meinung, die EU-Behörden in Brüssel sollten allen EU-Mitgliedsstaaten vorschreiben, dass dieser spezielle Grünton, für den es sowieso noch keinen richtigen Namen gibt (ich spreche von Grünspangrün, manche nennen diesen Ton auch Säuregrün) und in dem die Innenausstattung der Vaporettos gehalten ist, ab jetzt für alle verbindlich Vaporettogrün heißt:


Die Venezianer sind nicht nur transportbesessen, sie sind auch hundeverrückt; wobei dies auch für die Triestiner und möglicherweise für ganz Italien gilt. Ohne Hund braucht man sich eigentlich überhaupt nirgendwo blicken zu lassen, wenn man bella figura machen möchte. Besonders beliebt sind diese kleinen weißen Exemplare und ich weiß auch, wieso – ein Besuch in der Galleria Franchetti im Ca' d'Oro brachte Aufschluss. Dort hing folgendes, ich vermute aus den Uffizien ausgeliehenes Bild des italienischen Renaissancemalers Dosso Dossi ("Allegoria di Ercole"):


Genau mit so einem Hund (oder zweien oder dreien) rennt nicht nur ganz Venedig und ganz Triest, sondern wahrscheinlich halb Italien durch die Gegend! Um welche Hunderasse es sich handelt, weiß ich nicht, ich nenne diesen Hund jedenfalls Italiens Antwort auf den Deutschen Schäferhund.

Und was wäre Italien, ginge man nicht mit einer Style-Inspo nach Hause? Meine kommt von Flavio Briatore, der in einer TV-Talkshow auf La7, in die ich zufällig reingeschaltet hatte, mit folgender Äußerung für Aufruhr sorgte: "Chi cerca lavoro lo trova, altri mangiano spaghetti con la mamma", was wohl in etwa "Wer Arbeit sucht, findet sie auch, alle anderen essen Spaghetti mit Mama" heißt. Ich verfolge nicht, was Flavio Briatore macht, und so ist es mir auch entgangen, dass er nicht mehr seine Signature-Brille mit den blauen Gläsern trägt, sondern dieses Hammermodell:


Genau so eine Brille brauche ich! Und wenn man wählen muss zwischen arbeiten und Spaghetti essen mit Mama, ist ja wohl klar, wie die Entscheidung auszufallen hat.

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7. Februar 2017

Der Balmain-Blazer

Einer meiner Deutschlehrer behauptete einmal, man könne die Epochen der Literatur als Reifungsprozess verstehen, der auch an der individuellen Entwicklung des Menschen nachvollziehbar sei: Sturm und Drang = Jugend, Weimarer Klassik = Erwachsenenalter, so in etwa. Nicht nur bin ich sehr dankbar, dass man mich in der Schule mit derartigen Smalltalk-Themen ausgestattet hat (es ist wirklich ein hervorragender Icebreaker, sich auf einer Party darüber zu unterhalten, ob man sich in Sachen innere Entwicklung derzeit in der Romantik oder im Biedermeier befindet oder ob man womöglich schon vormärzliche Tendenzen in sich spürt), nein, ich hoffe auch schwer, meinen Deutschlehrer nicht missverstanden zu haben, denn die Vorstellung, im Alter dann postmodern zu sein, ist enorm bestechend!


Möglicherweise bin ich sogar schon in die Phase meiner persönlichen Postmoderne eingetreten, denn anders kann ich es mir nicht erklären, warum ich auf einmal über die Anschaffung eines marineblauen Pierre-Balmain-Blazers mit dicken Goldknöpfen nachdenke – ein Kleidungsstück, das mein Sturm-und-Drang-Ich als konservativ, mein Biedermeier-Ich als laut und prollig und mein Expressionismus-Ich als angepasst bezeichnet hätte. Mein postmodernes Ich hingegen hat sich längst vom Prinzipiellen verabschiedet, alles ist erlaubt, auch ein Balmain-Blazer mit dicken Goldknöpfen.

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27. November 2016

Frischzellenkur

Kennt ihr das? Da hat man eine sorgfältige zusammengestellte, hochwertige Garderobe – das ein oder andere Designerstück ist auch dabei – und trotzdem denkt man morgens beim Anziehen: Schön, aber irgendwie langweilig! Ich bin "stuck in rut" wie man im englischsprachigen bzw. "stuck in fashion rut" wie man im modeaffinen englischsprachigen Raum sagt und mein Kleiderschrank braucht dringend eine Frischzellenkur in Form dieses einen Teils, das die komplette Garderobe auf edgy dreht.

Der Máximo Líder, 90-jährig, im Adidas-Trainingsanzug bei einer Veranstaltung der Kommunistischen Partei im April 2016

Ist es nicht ein Treppenwitz der Geschichte, dass der vor wenigen Tagen verstorbene Fidel Castro mit einem seiner letzten Outfits der Impulsgeber ist, nun endlich den Tracksuit- also Trainingsanzug-Trend in meine Garderobe zu inkorporieren? Wahrscheinlich nicht. Um ehrlich zu sein, ich weiß überhaupt nicht, was ein Treppenwitz der Geschichte ist. Aber witzig ist es natürlich schon!

Drei Trainingsanzug-Outfits, inspiriert von el comandante en jefe Fidel Castro

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10. September 2016

Meine Jeansstory

Vor 14 Tagen habe ich mir eine neue Jeans gekauft und sie seither jeden Tag getragen. Und Leute: Ich finde diese Jeans dermaßen schön, schön, schön, dass ich sie auch noch die kommenden 365 Tage tragen werde, non-stop. Selten war ich so verrückt nach einer Jeans – wenn ich zurückdenke, eigentlich nur zweimal in meinen Leben. Ich erinnere mich an das Jahr 1981 oder 1982, als ich meine erste richtige Jeans bekommen habe. Richtig bedeutete damals

a) die Jeans muss entweder von Levis oder Wrangler sein
b) die Jeans muss aus schwerem, dunklem Denim sein (mid waist, straight leg)
c) die Gehfalten in der Kniekehle müssen deutlich sichtbar und vor allem dauerhaft sein

Jeans, die diese Kriterien nicht erfüllten, waren keine Jeans, sondern allenfalls Jeanshosen, mitunter sogar mit Chemiefaseranteil und permanenter Bügelfalte. Mit meiner ersten richtigen Jeans habe ich plötzlich in einer anderen Liga gespielt, glaubt es mir. Dazu trug ich dunkelblaue Kickers (nicht die zum Schnüren, sondern die mit dem Stretcheinsatz an den Seiten und den Kreppsohlen) sowie meinen „University-Pulli“, ein dunkelblaues Sweatshirt, das auf der Vorderseite mit dem Emblem eines imaginären amerikanischen Colleges bedruckt und schon ziemlich verwaschen und spröde war; dadurch hatte es einen leichten, kaum wahrnehmbaren Lila-Einschlag. Ein extrem starkes Outfit, das ich genauso auch heute noch tragen würde.

Den zweiten krassen Jeansmoment hatte ich im Sommer 1986, es kann auch 1987 gewesen sein. Ich hatte einen Ferienjob bei einem inhabergeführten Mittelstandsunternehmen, das sich mit der Herstellung und dem Verkauf von Berufsbekleidung befasste. Meine Hauptaufgabe bestand darin, lange schmale Stoffstreifen in eine Spezialnähmaschine zur Herstellung von Gürtelschlaufen zu schieben. Einmal sollte ich etwas vom Dachboden holen – mir stockte der Atem, als ich zwischen dem typischen Dachbodengerümpel eine Original Levis 501 fand, und zwar nicht irgendeine Levis 501, sondern eine „Big E“. Kennerinnen und Kenner der Jeansgeschichte wissen, dass der Levis-Schriftzug auf dem kleinen roten Etikett an der Gesäßtasche vor 1971 mit einem großen E geschrieben wurde. Bei allen Levis-Jeans, die nach 1971 hergestellt wurden, hatte der Schriftzug ein kleines e. Eine Levis 501 „Big E“ bekam man, wenn überhaupt, nur in der Garage, dem legendären 2nd-Hand-Laden in Berlin! Und hier lag direkt eine vor mir! Im genau richtigen Abgenutzt-und Verwaschenheitsgrad! Bei dem Teil handelte es sich definitiv um eine Jeans aus dem Privatbesitz des Inhabers des Unternehmens, Herrn Z. Wie oh wie nur könnte die Jeans in meinen Besitz gelangen? Ich konnte an nichts anderes mehr denken.

Links big E, rechts small e

An meinem letzten Arbeitstag fragte mich Herr Z., ob ich mir zum Abschied etwas aus dem Laden aussuchen möchte. Klar, man kann auch mit einem Blaumann einen guten Look stylen, aber ich nahm all meinen Mut zusammen und sagte, dass ich gern die Dachboden-Levis hätte. Herr Z. war kurz irritiert, wies mich auf die extrem schwere Qualität der Hose hin und dann: Aber ja, natürlich, du darfst die Jeans mitnehmen! Leute, ich war glücklich.

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31. August 2016

Socken und Schuhe

Über Socken schreibe ich hier nicht das erste und sicher auch nicht das letzte Mal, das steht schon mal fest. Auch über Schuhe habe ich mich schon an der ein oder anderen Stelle geäußert. Ein Novum hingegen ist, dass ich in diesem Blogpost das Thema Socken UND Schuhe erörtern möchte – gleichzeitig!

Eine Erscheinung, die einerseits schon seit längerem in der einschlägigen Literatur, auf Fashionblogs und von bestimmtem Modehäusern propagiert wird, die es andererseits aber niemals in den Mainstream schaffen wird, ist die Kombination Socken plus offene Schuhe. Zu zementiert ist die Beziehung zwischen dem Signifikanten „Socken in offenen Schuhen“ mit dem Signifikat „Stilloser deutscher Tourist“!

Links oben: Leandra Medine, links unten: Fendi, Mitte: Sherry Shen, rechts: Marni

Dieser Sachverhalt ist natürlich auch der Grund dafür, dass die Kombination von Socken mit offenen Schuhen in Modekreisen als ein Nonplusultra gehandelt wird: Während der Mainstream aus Panik, wie ein Trottel ohne Geschmack dazustehen, nur barfuß in seine Sandalen und Schlappen schlüpft, nimmt der modetechnisch versierte Mensch genau dies zum Anlass, Socken in offenen Schuhen zu tragen, um so Teil eines eingeweihten Fashion-Forward-Zirkels zu werden. Natürlich nicht irgendwelche Socken und schon gleich gar nicht irgendwelche Schuhe!

Den Gucci-Gedanken konsequent zu Ende gedacht

Während man also mit Socken in offenen Schuhen semiotisch permanent auf dünnem Eis läuft, ist die Kombination von Socken mit geschlossenen Schuhen völlig unproblematisch. Sind Socken in geschlossenen Schuhen etwa Signifikanten ohne Signifikat, also reine Signifikanten? Wenn ich das nur wüsste! Die schwarzen Netzsöckchen jedenfalls möchte ich als Reminiszenz an die Punkbewegung der späten 70er und frühen 80er verstanden wissen. Hintergrund: Ich habe die Memoiren von Viv Albertine, der Gitarristin der Slits, gelesen!

Schuhe: Marni

Und wo wir schon bei Netzsöckchen sind: Warum nicht auch Söckchen in Spitzen-Optik? In hell- bzw. vanillegelb?

Schuhe: Marni

Wusstet ihr eigentlich, dass Johnny Rotten, der Sänger der Sex Pistols, seit vielen Jahren mit der Tochter des früheren Herausgebers des Berliner Tagesspiegels, Franz Karl Maier, liiert ist? Und dass die Enkelin von Franz Karl Maier, also die Tochter der Lebensgefährtin von Johnny Rotten aus erster Ehe, die Sängerin der oben erwähnten Slits war? Ich wusste das nicht!

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10. Juli 2016

Nagellack

Kommt man nach einem anstrengenden Tag ermattet nach Hause, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Situation zu verbessern. Eine davon ist, den Beutel mit den Nagellacken – es müssen um die 30 Fläschchen sein – aus der Schublade des Schminktischchens zu holen, auf dem Bett auszuschütten, ein bisschen darin herumzuwühlen, sich über die schönen Farben zu freuen und darüber nachzudenken, welche ausgetüftelte Farbkombination man als nächstes auf Fuß- und Fingernägel lackieren könnte. Das hebt meine Laune, das macht mich glücklich, und ich sage es frei heraus: Ich liebe Nagellack.

Eine meiner absoluten Lieblingsfarbkombinationen ist rosa und dunkelblau. Très chic! Mit dunkelblau lackierten Fußnägeln gibt man den konservativ rosa lackierten Fingernägeln einen edgy Twist, lackiert man hingegen die Fingernägel dunkelblau, kann man mit rosafarbenen Fußnägeln Frische und Seriosität addieren.


Da Nagellack auf den Fußnägeln länger hält als auf den Fingernägeln, lackiere ich Fußnägel gern in einer Farbe, die mit vielen anderen Farben harmoniert: Dunkelgrün. Stellt Euch einfach eine Blume vor – unten grün, oben alle zwei, drei Tage eine andere Knallfarbe. Dieses Farbstrategie aus der Natur lässt sich wirklich problemlos in die Welt des Nagellacks übertragen!


Ein Text über Nagellack ohne die Farbe Rot wäre was? Unvollständig, der Text wäre unvollständig! Schließlich ist Rot der Klassiker unter den Nagellackfarben und steht (vor allem in den dunkleren Nuancen) für den grown-up-Look. Besonders gut gefällt mir die Kombination zweier Rottöne und der Farben Rot und Gold. Für Leute wie mich, die regelmäßig von Gedanken wie „Darf ich das schon?“ oder „Dafür bin ich aber noch zu klein!“ heimgesucht werden, ist roter Nagellack übrigens ein wichtiges Selbstvergewisserungstool. Ein Blick auf die rotlackierten Nägel und es fällt mir wieder ein: Aha, ja, stimmt, ich bin erwachsen.


Karamell – geschmacklich komplett etabliert, als Nagellackfarbe hingegen ein totaler Geheimtipp und ganz schwer zu bekommen! Karamellfarbene Nägel sind ein wenig schräg und doch sophisticated, sie sind dezent, aber ungewöhnlich, und sie passen zu wirklich allen anderen Farben. Hier der Fotobeweis:


Was haltet ihr von Nagellack?

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23. Mai 2016

Rote Hosen

Neulich machte ich nach Feierabend einen kleinen Schlenker über die Französische Straße, um bei „The Corner“ ins Schaufenster zu kucken. Dort war ein Gucci-Komplettoutfit dekoriert, bestehend aus folgenden Einzelteilen:


Ich fand dieses Outfit dermaßen hübsch, dass ich sofort nach Hause eilte, um einen ähnlichen Look nachzustylen – Ihr müsst wissen, ich besitze eine ungefähr sechs Jahre alte rote Hose, die nun wieder zum Einsatz kommen sollte!

Als ich zuhause die rote Hose anprobierte, stellte sich heraus, dass mich meine ausschließlich positiven Erinnerungen an diese Hose in die Irre geführt hatten. Die rote Hose war nicht etwa ein bisschen last year, die war total last century! Der Bund saß viel zu tief (niemand trägt mehr diese slimmen low-waist-Dinger), oben war sie knalleng, und dann diese leicht ausgestellten, zu langen Hosenbeine (boot-cut-Hosen sind nur theoretisch wieder in, wenn Ihr mich fragt). Alles an dieser Hose fühlte sich falsch an, einfach alles!

ABER! Hat nicht Leandra Medine von Man Repeller gesagt, If it feels wrong, it probably looks right? Ja, das hat sie gesagt, und nicht nur das, es ist sogar ihr Nummer-1-Style-Tipp und mein Leandra-Medine-Mantra, mit dem ich vier Rote-Hosen-Outfits zusammengestellt habe, und zwar für die Bereiche Freizeit, Achtziger, Sonstiges und Office. Bin also mit meiner roten Hose von nun an für alle Eventualitäten und Imponderabilien des Lebens gewappnet!


Und denkt immer daran: If it feels wrong, it probably looks right!

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13. Mai 2016

Zeiss und Stockhausen

Neulich, beim Durchblättern einer Modezeitschrift aus dem Jahre 1982, stieß ich auf folgende Anzeige:

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Ich erinnere mich genau, schon als Kind (1982 war ich elf) habe ich mich gefragt: Wer ist diese Christina Stockhausen? Ob ich mich auch gefragt habe, warum diese Christina Stockhausen Urlaub auf den Antillen macht, glaube ich allerdings nicht. 1982 waren die Antillen für mich so weit weg wie beispielsweise der Mond. Möglicherweise wusste ich noch nicht einmal, was die Antillen sind – Erdkunde war nicht mein Lieblingsfach und ich habe es tunlichst vermieden, den Diercke Weltatlas aufzuschlagen. In der Werbung hätte also auch genauso gut stehen können: Christina Stockhausen, 28, im Urlaub auf dem Mond. Mit Sonnenbrille und Taschenfernglas von Zeiss.

Kein Mensch in West Germany hat 1982 Urlaub auf den Antillen gemacht! Man reiste klassisch nach Italien und Spanien, und manche verbrachten jeden Sommer drei Wochen im Hohenlohischen, eine Autostunde von zuhause entfernt. Etwas exklusivere Reiseziele waren Südfrankreich, die Schweiz und Insel-Destinationen wie Teneriffa und Sylt. Ich lasse mich in dieser Einschätzung natürlich gern berichtigen. Falls ihr also in den Achtzigern jede Sommerferien auf den Antillen verbracht habt, gebt mir bitte Bescheid.

Welche Zielgruppe hatte diese Werbung? Wer sollte mit dem Versprechen eines Antillen-Urlaub-Feelings dazu verführt werden, sich eine Zeiss-Sonnenbrille zuzulegen? Und vor allem: Ein Zeiss-Fernglas? Und immer wieder: Wer ist Christina Stockhausen?


Zumindest die letzte Frage kann ich inzwischen beantworten: Christina Stockhausen gibt es in Wirklichkeit gar nicht. Leider, leider, leider gibt es keine Christina Stockhausen. Zu gern hätte ich gewusst, wo sie vielleicht sonst noch so Urlaub gemacht hat.

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8. Mai 2016

Fendi Love

Seit einiger Zeit finde ich wirklich alles bombe, was Karl Lagerfeld für das römische Traditionshaus Fendi auf den Markt wirft. Alles! Und wenn ich mich auf Youtube und anderen Kanälen umschaue, wer Fendi sonst noch so toll findet, dann er- und verhärtet sich ein Verdacht in mir: Ich bin eine totale Tussi, eine Designerklamotten-Tussi. Oder, wie es Kreayshawn schon vor einigen Jahren formuliert hat, eine basic bitch„Gucci, Gucci, Louis, Louis, Fendi, Fendi, Prada, them basic bitches wear that shit …“. Der Fendi-Stil in knappen Wort zusammengefasst: Teuer, aber schräg – also genau mein Geschmack.

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Natürlich spaziere auch ich nicht einfach so in den Fendi-Store im KaDeWe und kaufe mir eine Bluse für 1.200 Euro. Ich arbeite aber darauf zu. Bis dahin umkreise ich die bereits jetzt für mich erschwinglichen, abnehmbaren „Strap You“-Umhängegurte, die man an jeder Tasche befestigen kann. So schön! Und auch noch so praktisch:


Neulich hatte ich wieder mal eine nicht enden wollende, mehrtägige Kopfwehphase. In solchen Fällen mache ich mit mir selbst kleine Deals: Wenn es mir gelingt, noch weitere fünf Tage am Stück Kopfweh zu haben, darf ich mir am sechsten Tag einen Fendi-"Strap You"-Strap kaufen. No pain, no gain! Dieser Trick funktioniert immer – nach vier Tagen waren die Kopfschmerzen vorbei. Einerseits gut! Andererseits: Einen weiteren Tag Kopfweh hätte ich ja wohl mal noch aushalten können, dann wäre ich jetzt im Besitz eines Fendi-Umhängegurtes. Grummel.

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