27. Juli 2014

Paninaro

Wetten, Ihr wisst nicht, was sich hinter dem Begriff Paninaro verbirgt? Bei Paninaro handelt es sich um einen italienischen Streetstyle der frühen Achtzigerjahre, der mit dem deutschen Popper- und dem amerikanischen Preppy-Stil der damaligen Zeit nur unzureichend beschrieben werden kann!

Die Quintessenz des Paninaro-Stils bestand aus Jeans in eher heller Waschung, die relativ weit hochgekrempelt waren, damit man die wirklich unverzichtbaren Burlington-Socken sehen konnte. Entweder Burlington-Socken oder keine Socken, das war die Devise! Schuhtechnisch trug man Timberlands und zwar entweder die Bootsschuhe oder die knöchelhohen Schnürboots. Dazu ein Hemd oder eine Bluse, darüber ein Sweatshirt von Best Company oder einen um die Schultern gelegten Strickpulli mit Rundhalsausschnitt in rot oder vielleicht dunkelblau sowie gegebenenfalls eine Moncler-Daunenjacke. Paninaro war quasi ein Über-Stereotyp des klassischen italienischen Freizeit-Stils.

Bilder sind aus dem Internet zusammengeklaut. Urheberschaft unklar. Obwohl alle Paninaro-Insignien auf den Bildern vertreten sind, sehen die jungen Leute seltsam jetztzeitig aus. Gibt es in Italien etwa ein movimento neo paninaro?

Ich kenne mich in dem Metier übrigens deswegen so gut aus, weil ich mich in den frühen und den Mittachtzigern in Sachen Schüleraustausch das ein oder andere Mal in einer süditalienischen, genauer apulischen Kleinstadt aufhielt, wo ich mit zahlreichen Paninari zusammentraf. Roberta Q. beispielsweise war eine entschiedene Paninaro-Anhängerin und hatte ihr Zimmer mit Wham!-Plakaten tapeziert – George Michael und Andrew Ridgeley von Wham! waren neben den Mitgliedern von Duran Duran die Stilvorbilder der Paninari.

Ein anderes Mal war ich bei Ilaria Z. zu Gast, deren Freund ein Moto hatte. Bei uns hießen die Dinger Enduro oder Achtziger (bzw. Achtzger, ich komme aus Süddeutschland) und sahen ein bisschen so aus wie Geländemaschinen. Natürlich wurden in den Achtzigern in Italien nach wie vor Vespas gefahren, aber die Paninari fuhren Moto. Ilaria Z. konnte zum Glück einen anderen Typen organisieren, der ebenfalls ein Moto hatte, und so heizten wir zu viert durch die süditalienische Kleinstadt mit um die Schulter gelegten Pullis und ohne Helm. Helm tragen war seinerzeit per Gesetz verboten in Italien, glaube ich, denn man kann mit Helm unmöglich bella figura machen, was ja wiederum eine Art Grundrecht, aber auch ein Grundgesetz ist in Italien.

Meine Schulfreundinnen und ich fanden den Paninaro-Stil echt stark und haben jedesmal aufs Neue versucht, ihn aus der süditalienischen in die süddeutsche Kleinstadt zu transferieren, was uns aber natürlich nicht gelang. Grund: Überall außerhalb Italiens sehen um die Schulter gelegte Pullis einfach Panne aus! Geblieben aus dieser Zeit ist mir aber noch ein Haaruntensil. Man kann das nicht mehr richtig sehen, aber da stand mal Fiorucci drauf! Fiorucci!! Ihr wisst Bescheid, oder?

Eine Haarspange von Fiorucci muss man erst mal haben

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19. Juli 2014

Unendlicher Blusenspaß

Neulich in Mitte, Arbeit. Es war Freitag, es war sehr heiß und ich trug – anders als sonst – keine Bluse, sondern lediglich ein weißes T-Shirt zu meinem Rock. Großer Fehler! Ich lief den ganzen Tagen mit dem unangenehmen Gefühl durch die Gegend, nicht richtig angezogen zu sein, ja, in Unterwäsche herumzulaufen.

gelb/weiß-gestreifte Bluse: Caliban

Was wahrscheinlich daran lag, dass weiße T-Shirts für mich in der Tat in die Kategorie Unterwäsche gehören beziehungsweise mir als Scharnier, als Bindeglied zwischen Unterwäsche und Oberbekleidung dienen: Erst kommt die Unterwäsche mit allen dazugehörigen Items – ausschließlich weiß –, darüber ein weißes T-Shirt und dann die jeweilige Oberbekleidung.

Bluse mit stilisiertem Stadtplan von Paris: Carven

Unterwäsche sollte immer weiß sein, finde ich, aber natürlich darf und soll jede und jeder die Unterwäsche tragen, die ihm/ihr gefällt. Meine Nachbarin zum Beispiel, die ich gerade eben vom Balkon aus beim Wäscheaufhängen beobachte, trägt ausschließlich schwarze Unterwäsche, das kann ich mit einiger, wenn nicht gar hundertprozentiger Sicherheit sagen.

Bluse mit großen weißen Punkten: Nora von Mendelssohn

Es ist allerdings auch nicht so, dass ich ausschließlich Blusen trage, ich trage nur fast ausschließlich Blusen! Mein weißes Goethe-T-Shirt beispielsweise, das ich durch Aufbügeln der ersten Verse eines Goethe-Gedichtes aus der Kategorie Unterwäsche in die Kategorie Oberbekleidung transferiert habe, ziehe ich recht oft an, weil sich in ihm Bildungsbürgertum und edgy- beziehungsweise whimsy-ness vereinen, eine Kombo, die man auch nicht alle Tage trifft!

Bluse mit kleinen weißen Punkten: Milano

Aber es stimmt schon, ich liebe Blusen. Die fünf Neuzugänge in meiner Sammlung seht Ihr hier. Unendlicher Blusenspaß here we go! Im Hintergrund: Ein Kachelofen aus der guten alten Zeit.

Bluse mit Blumen: Seidensticker

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9. Juni 2014

Frau Wallner

Wenn ich einmal alt bin, möchte ich eine feine alte Dame sein. Das ist eines meiner erklärten Lebensziele. Stellt Euch eine Mischung aus der Queen und Ruth Gordon alias Abigail Mitchell in der Columbo-Folge „Try and catch me“ vor – so möchte ich einmal aussehen, wenn ich alt bin!

Ruth Gordon alias Abigail Mitchell elegant im dunkelblauen Seidenmoirékleid

In Wien, wo ich das Glück habe, mich regelmäßig aufhalten zu dürfen, bevölkern zahlreiche dieser feinen alten Damen bei einer Mehlspeis und einem kleinen Braunen die Kaffeehäuser. Man freut sich fast ein bisschen darauf, einmal 70 oder 75 oder gar noch älter zu sein, wenn man sie da so herumsitzen und manchmal auch herumdämmern sieht, die feinen alten Damen.

Ruth Gordon alias Abigail Mitchell maritim beim Strandspaziergang


Als ich letztens im Café Landtmann im ersten Bezirk war, bin ich mit Frau Wallner ins Gespräch gekommen, einer feinen, möglicherweise bereits leicht verwirrten alten Dame, die, so schien es mir, ein nicht gerade seltener Gast im Landtmann ist: "Grüß Sie Gott, Frau Wallner!", "Küß die Hand, Frau Wallner!" – so ging es ohne Unterlass, während Frau Wallner mir erzählte, dass sie früher Damenoberbekleidung verkauft und drei eigene Geschäfte gehabt habe, eines davon auf der Mariahilfer Straße.

Ruth Gordon alias Abigail Mitchell im karierten Mantelkleid

Da ich persönlich es sehr interessant finde, wenn jemand einmal drei Damenoberbekleidungsgeschäfte besessen hat, war es auch nicht weiter schlimm, dass Frau Wallner mir diese Geschichte ungefähr viermal erzählte. Ich erfuhr außerdem, dass ihr soeben ein Knopf von ihrem eleganten, dunkelblauen Kostüm abgesprungen sei („I bin stärker gworn“) und dass es die besten Semmelbrösel beim Anker gibt. Schauens, wenn man Semmelbrösel kauft, dann nur die vom Anker, dös san die besten.

Ruth Gordon alias Abigail Mitchell klassisch im kleinen Schwarzen

Was ich Frau Wallner nicht erzählt habe: Tags zuvor hatte ich mir fast die Hufe abgelaufen, nur um einen Strudelteig vom Anker zu bekommen. Wenn man schon Strudelteig kauft, um ihn mit nach Deutschland zu nehmen, dann nur den vom Anker! Ich fürchte allerdings, der Anker hat den Strudelteig aus dem Programm genommen – hoffentlich hat er wenigstens noch die Semmelbrösel im Sortiment.


Sportlich beim Morgenspaziergang
am Pier oder Dock oder Kai oder wie das heißt


Eine chaneleske Mantel-Kleid-Kombination darf
im Kleiderschrank einer feinen alten Dame nicht fehlen
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31. Mai 2014

Kleiderbügel

Kleiderbügel! Wer liebt sie nicht? Zunächst möchte ich jedoch über ein anderes, mit den Kleiderbügeln eng verwandtes Thema sprechen: Kleidermotten. Ich will nicht sagen, dass ich Motten hasse, das nicht, eher fühle ich mich ihnen hilflos ausgeliefert. Manchmal schrecke ich nachts schweißgebadet aus dem Schlaf hoch, voller Sorge, Motten könnten meine wertvollen Kaschmirpullis aufessen. Da hilft es mir auch nicht weiter, dass Motten bereits in altassyrischen Keilschrifttexten erwähnt werden und somit zu den ältesten Begleitern des Menschen gehören. Tradition ja, aber bitte mit Augenmaß!


Bevor ich nun endlich zu unserem eigentlichen Topic, den Kleiderbügeln, komme, ganz kurz noch etwas zum Thema Kleiderschränke. Ich kannte einmal eine Person, deren erklärtes Lebensziel es war, einen begehbaren Kleiderschrank zu besitzen, und auch ich habe, als sich mir die Möglichkeit bot, zugegriffen und mir einen begehbaren Kleiderschrank zugelegt beziehungsweise ein Ankleidezimmer eingerichtet. Es schadet nichts, habe ich mir gedacht – auch und gerade als heimliche Fashionbloggerin – einen begehbaren Kleiderschrank im Portfolio zu haben. Ich möchte an dieser Stelle aber nicht unerwähnt lassen, dass Motten begehbare Kleiderschränke als eine Art Einladung zur Selbstbedienung auffassen.


Doch nun zurück zu den Kleiderbügeln. Vorab möchte ich allerdings folgendes zur Diskussion stellen: Wenn bald tout le monde nur noch Billigstrickpullis aus Polyester von Primark kauft, wovon werden sich die Motten dann ernähren? Werden Motten bald vom Aussterben bedroht sein? Oder gehören Motten doch zu diesen irre anpassungsfähigen Viechern wie beispielsweise Ratten und Krähen? Werden sie ihrem Ruf als evolutionärem Erfolgsmodell gerecht und stellen einfach ihre Ernährung um? Irgendwo meine ich gelesen zu haben, dass sich manche Motten bereits an Pullis heranmachen, die aus 50% Wolle und 50% Kunstfaser bestehen. Verrückte Welt!


Aber wir wollten ja eigentlich über Kleiderbügel sprechen, sorry! Ganz kurz muss ich jedoch noch dies dazwischenschieben: Wenn man eine Motte zwischen den Fingern zerquetscht, bleibt nichts anderes übrig als hauchfeiner, goldfarbener Staub. Das nur als kleiner Hinweis an alle Alchemistinnen und Alchemisten unter meinen Lesern – versucht doch mal aus Motten anstatt aus Stroh Gold herzustellen, wer weiß!


Was ich aber eigentlich sagen wollte: Alte Kleiderbügel mit Aufschriften wirken enorm fantasieanregend auf mich und triggern in meinem Kopf ganze Familiengeschichten, -epen und -tragödien, und zwar in Isabel Allendeschem Ausmaße. Geht es Euch ähnlich?


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13. April 2014

Die Fete geht weiter

Da will ich einmal am Puls der Zeit sein und ganz schnell über den allerneusten Trend #Normcore berichten – und nicht wie sonst immer erst dreißig Jahre später, wenn ein Trend erneut ausgegraben wird – verreise dann allerdings ein paar Tage, nur um zurückzukommen und feststellen zu müssen, dass sich die ganze Aufregung um diesen neuen Trend schon wieder gelegt hat.

Mittlerweile ist es auch egal, dass keiner genau weiß, was es eigentlich mit Normcore auf sich hat. Dass man sich nicht mehr individuell, sondern ganz normal anziehe, das sei Normcore, kann man im Netz lesen. Anderswo heißt es, Normcore bedeute, sich wie ein amerikanischer Tourist zu kleiden in Fleecejacke, T-Shirt, ganz normalen Jeans und irgendwelchen Turnschuhen. Überhaupt: Ganz normale Jeans-Sachen scheinen für eine korrekte Umsetzung von Normcore essentiell zu sein! Das Aufgehen in der Masse sei das Ziel bei diesem neuen Trend und der Patenonkel aller Normcore-Anhänger sei Steve Jobs, der ja nie etwas anderes trug als einen schwarzen Rollkragenpulli, ganz normale Jeans und irgendwelche Laufschuhe. Normcore halt!


Ich möchte allerdings folgendes festhalten: Wenn ich jetzt anfinge, mich wie Steve Jobs zu kleiden, könnte ich das mit dem Verschwinden in der Masse gleich vergessen, denn niemand, absolut niemand in meinem Umfeld kleidet sich wie Steve Jobs! Wie siehst Du denn aus, Rosine, krass, was geht denn bei Dir ab – das wären in etwa die Reaktionen, wenn ich ab morgen im Steve-Jobs-Normcore-Look durch die Gegend spazieren täte. Von wegen ganz normal! Was für den einen Normcore, ist für den anderen (in diesem Fall also mich) Abnormcore. Irgendwie funktioniert dieses Normcore-Konzept nicht.


Was auch immer man also unter diesem Begriff versteht, die schönste Interpretation von Normcore bietet für meinen Geschmack Sophie Marceau alias Victoire „Vic“ Beretton in den beiden La Boum-Filmen. Schon damals, Anfang der Achtziger, nachdem ich die beiden Filme gesehen hatte, dachte ich mir, was für ein normaler, aber doch irgendwie ganz hübscher Look. Kann ich mich genau dran erinnern, dass ich das gedacht habe.


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23. März 2014

For Your Eyes Only

Warum ist es noch mal gut, sich anti-zyklisch zu verhalten? Vor einigen Jahren, ich glaube so um die Jahrtausendwende herum, konnte man das überall lesen. Ob bei der Studienwahl oder beim Spekulieren an der Börse, wenn man nicht anti-zyklisch agiert, kann man gleich alles vergessen und endet als Modernisierungsverlierer. Ist das immer noch so? Gilt das noch? Wenn ja, möchte ich heute einmal ganz anti-zyklisch über James Bond reden: Der letzte Bond-Film, „Skyfall“, ist ja schon wieder Schnee von gestern und der nächste kommt erst im Herbst 2015 in die Kinos. Niemand redet derzeit über James Bond, ich allerdings schon. Anti-zyklisch is the key!

Stand der Dinge: Das Drehbuch für den vierundzwanzigsten 007 ist wohl fertig, Sam Mendes soll erneut Regie führen und angeblich wurde Penélope Cruz als Bond-Girl angefragt, die ja mit Javier Bardem verheiratet ist, der im letzten Bond den Bösewicht gespielt hat (beziehungsweise den Bond-Villain, wie wir Double-O-Seven-Experten sagen). Penélope Cruz wäre übrigens mit ihren 40 Jahren das älteste Bond-Girl aller Zeiten, aber da 50 ja das neue 30 ist, ist sie mit genaugenommen also 20 Jahren im perfekten Bond-Girl-Alter.

Ms Büro in "For Your Eyes Only"/"In tödlicher Mission". Säuregrün an der Wand und vier schicke Telefone auf dem Tisch. Das vordere zählt nicht, das ist nur ein Hausapparat, glaube ich.

Völlig offen ist indes die Frage nach dem Bond-Gegenspieler. Wer soll diese Rolle im neuen James-Bond-Film übernehmen? Die besten Bond-Bösen werden von Deutschen gespielt, so viel steht schon mal fest (oder natürlich von Österreichern als so eine Art Ersatz-Deutsche) – man denke hier bitte an Gert Fröbe als Auric Goldfinger in „Goldfinger“, Curd Jürgens als Karl Stromberg in „Der Spion, der mich liebte“ sowie Lotte Lenya als Rosa Klebb in „Liebesgrüße aus Moskau“. Und nicht zu vergessen: Klaus Maria Brandauer als Maximilian Largo in dem nicht autorisierten „Feuerball“-Remake „Sag niemals nie“. Diese Reihe, Lotte Lenya – Gert Fröbe – Curd Jürgens – Klaus Maria Brandauer, kann eigentlich nur eine logische Fortsetzung haben, nämlich Christoph Waltz. Auf den ersten Blick! Denn so sehr ich Christoph Waltz als Bond-Bösewicht begrüßen würde, scheint mir diese Besetzung fast schon ein bisschen zu auf der Hand liegend, zu mainstreamig, und je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir, dass es nur einen geben kann, der den nächsten Bond-Gegenspieler adäquat verkörpern kann: Helge Schneider.

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3. März 2014

Comme Comme

Zum Glück ist die Gefahr, dass ich jemals über einen roten Teppich spazieren muss, relativ gering und ich hoffe schwer, dass das auch so bleibt, denn ich kann Abendmode nicht leiden. Ich möchte nicht direkt sagen, ich hasse Abendmode, zumindest nicht so sehr wie Open-Air-Festival-Mode, aber ich kann mit Kleidung für bestimmte Anlässe einfach nichts anfangen, ausgenommen vielleicht Sportklamotten und Nachtwäsche.

Ich mag Alltägliches, Adrettes und Hochgeschlossenes wie es Comme Des Garçons Comme Des Garçons (von Insidern gern Comme Comme genannt) in der Herbst/Winter-2014-Kollektion zeigt. I smell adrettness with a twist!

Comme Comme ist die Zweitlinie von Comme Des Garçons und Zweitlinien sind allein deswegen gut, weil man bei ihnen meist von scheußlicher Abendmode verschont bleibt. Während die Hauptlinie Comme Des Garçons allein dafür da ist, den Leuten immer wieder zu verklickern, dass es sich bei Comme Des Garçons um absolute Avantgarde handelt und die Shows, wie es bei Searching for Style auf den Punkt gebracht wird, hauptsächlich dazu dienen „... [to] sell more perfume and wallets …“ (auch ich habe einen Comme-Des-Garçons-Geldbeutel), ist die Zweitlinie Comme Comme natürlich mehr als nur die Abwesenheit von Abendkleidern. Die Zweitlinie Comme Comme ist total toll! Zumindest das, was für den Herbst/Winter 2014 vorgesehen ist:


Mal abgesehen von den putzigen Anzügen - die gelben Schuhe sind auch recht schick!

Bitte achtet auf die roten Pfeile!

Zu diesen beiden Blusen muss man wohl kaum etwas sagen.

So hübsch bzw. très très jolie. Und mir scheint, nächsten Winter sind endlich mal wieder Augenringe gefragt – damit kann ich dienen!

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2. März 2014

Roksanda Ilincic

Oha, was sind denn das für zwei hübsche Oberteile? Über einen Kauf wird nachgedacht!


Von Roksanda Ilincic stammen die, aus älteren Kollektionen. Das linke aus der Spring/Summer-2013- und das rechte aus der Fall/Winter-2013-Kollektion.

Moment mal, sagt man eigentlich überhaupt noch Kollektion? Hört sich das nicht seltsam altbacken an, fast so altbacken wie beispielsweise Mannequin? Wobei ich natürlich überhaupt nichts gegen die Verwendung des Wortes Kollektion habe und auch nicht gegen Mannequin – ich frage nur. Oder ist etwa die Durchkoppelung schuld daran? Wirkt der Begriff Kollektion weniger altmodisch, wenn ich Spring/Summer 2013 Kollektion schreibe? Schließlich wird die Durchkoppelung seit einiger Zeit von der Leerzeichen-in-Komposita-Version (besser bekannt als Deppenleerzeichen beziehungsweise ganz konsequent Deppen Leer Zeichen) be- und verdrängt. In den Niederlanden nennt man dieses Phänomen englische Krankheit („Engelse ziekte“) – bin ich etwa auch schon infiziert? Kommt mir das korrekte veraltet vor, nur weil der Trend das falsche als das richtige verbreitet?

Schweife ich eigentlich ab? Wollte ich nicht über Roksanda Ilincic schreiben, eine in Serbien geboren und in London lebende Modedesignerin? Da wir gerade davon sprechen: Findet Ihr eigentlich auch, dass der Begriff Designer sehr schwammig und schwer zu verwenden ist? Vor ein paar Jahren habe ich gelegentlich versucht, bei Ebay sogenannte Vintage-Designermode zu ersteigern. Altes Zeug aus den Achtzigern von YSL, Sonia Rykiel, so was in der Art. Sehr mühsam, kann ich Euch sagen, wenn die Leute dort ihre alten Esprit- und S.-Oliver-Klamotten unter dem Stichwort „Designer“ verticken. Aber wie spricht man korrekterweise über eine Designerin wie Roksanda Ilincic? Bei großen Namen ist das kein Problem, man redet vom Hause Chanel oder vom Hause Dior oder einfach nur von Chanel und Dior, aber ganz sicher nicht vom Hause Roksanda Ilincic! Ist es die Marke Roksanda Ilincic? Oder die high-fashion-Marke Roksanda Ilincic? Und schreibt man in diesem Fall das h von high und das f von fashion groß? Und ganz wichtig: Interessiert das überhaupt irgendjemanden?

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6. Februar 2014

Omelette norvegiénne

Ist es eigentlich pietätlos, darüber nachzudenken, was einmal mit dem Hause Chanel passieren wird, wenn Karl Lagerfeld tot ist? Wir alle wissen, dass der Ruhm von Chanel zu gleichen Teilen zwei Personen zuzuschreiben ist, nämlich Coco Chanel und Karl Lagerfeld, und auch wenn Lagerfeld ob all der visionären Sachen, ob all dieser Jetztzeitdinge, die er mühelos ohne Punkt und Komma hervorbringt, unsterblich wirkt, wird er einmal sterben und ich frage mich, ob von den Chanel-Verantwortlichen bereits Vorkehrungen für diesen Moment getroffen werden.

Gibt es geheime Meetings, in denen über mögliche Nachfolger gesprochen wird? Oder wenden sich die Chanel-Chefs mit dieser Frage ganz offen an Lagerfeld selbst: Karl, wer soll einmal Dein successeur werden? Wer, meinst Du, kann in Deine Fußstapfen treten? Welchen jungen Designer, welche Designerin sollen wir nach Deinem Tode verpflichten?

Möchte nicht jemand nach Paris in die Rue Irgendwas reisen, diese Frage für mich klären und eine zugleich traurige und amüsante Dokumentation über Karl Lagerfeld daraus basteln? Es kann ja überhaupt nicht genug Dokumentationen über Karl Lagerfeld geben! Besonders schön ist diese hier –  immer und immer wieder sehe ich sie mir an und zwar aus folgenden Grund: Man kann diese Dokumentation einfach nicht oft genug anschauen.


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19. Januar 2014

Yoko Ono

Seit ich vor ein paar Wochen auf einer Geburtstagsfeier nolens volens an einem Konzert von Madlick teilnahm, läuft bei mir nichts anderes mehr als „Hey Yoko Ono“:


Dieser Song war das Geburtstagsständchen von Madlick für Yoko Ono, als sie letztes Jahr in der Volksbühne ihren 80. Geburtstag feierte, wo ihr zahlreiche Musiker und Musikerinnen, Künstlerinnen und Künstler die Ehre erwiesen. Ob Yoko Ono dieses Lied manchmal auch privat hört? Zuhause? Vielleicht, wenn es ihr nicht so gut geht? Mental, meine ich. Denn immerhin gehört Yoko Ono zu den meistgehassten Frauen der Welt! Das habe ich im Internet gelesen.

Dass Yoko Ono sehr gehasst wird, kann man leicht herausfinden, dazu muss man nur die Kommentare unter den Youtube-Videos lesen, die irgendetwas mit Yoko Ono zu tun haben. Aber woher stammt die Information, sie gehöre zu den meistgehassten Frauen der Welt? Gibt es irgendwo eine zentrale Stelle, die Buch darüber führt, welche Frau weltweit gerade am allermeisten gehasst wird? Wo kann ich diese Liste einsehen? Und vor allem: Wer steht da noch drauf? Auf die Schnelle fällt mir nur Alice Schwarzer ein, aber ich fürchte, Alice Schwarzer kann es in Sachen gehasst werden ganz sicher nicht mit Yoko Ono aufnehmen. Und wenn man sich auf den vorderen Plätzen dieser Liste tummelt, ist es da entscheiden, dass man von ganz vielen Leuten weltweit ein bisschen gehasst wird oder hat man auch eine Chance, wenn einen wenige Leute ganz extrem hassen? Quantität vs. Qualität – das alte Problem!

Folgende Gründe führen die Yoko Ono-Hasser für ihren Hass ins Feld:

1. Sie hat die Beatles auseinandergebracht.
2. Das ist doch keine Musik, was Yoko Ono macht, das ist doch nur Gekreische.

Die Gründe, warum ich Yoko Ono mag, sind folgende:

1. Plastic Ono Band ist ein super Band-Name.
2. Sogar die Lieder, in denen Yoko Ono ausnahmsweise mal nicht herumkreischt, sind spitzenmäßig – beispielsweise "Yes, I’m a Witch":


An Yoko Onos achtzigstem Geburtstag hat Peaches diese Nummer für/mit Yoko Ono aufgeführt. Wer das sehen möchte, kann gern HIER klicken (### ACHTUNG ### TRIGGER-WARNUNG ### enthält Kreisch-Parts ###).

Jetzt mal was ganz anderes: Findet Ihr es gut oder schlecht, dass ich seit kurzem hier so Sachen direkt einbinde und -bette? Videos, Musik und so weiter. Falls Ihr es schlecht findet, könnt Ihr mir gern ein paar Hasskommentare unten hinterlassen. Oder Ihr macht einen shitstorm auf Twitter, das wäre natürlich auch eine Möglichkeit. Falls Ihr es gut findet, müsstet Ihr dann natürlich dementsprechend einen lovestorm machen.

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