14. August 2019

Knickerbocker Glory

Nachdem die Modewelt in den letzten Jahren zahllose Hosenformen rauf- und runterkonjugiert hat (Moment einmal! Werden Hosenformen rauf- und runterkonjugiert oder durchdekliniert?), nachdem also die Modewelt in den letzten Jahren zahllose Hosenformen wiederbelebt hat – zu
nennen sind hier beispielsweise Culottes, Palazzo-Pants, Leggings, Jogginghosen, Radlerhosen und zuletzt Bermudas – möchte ich festhalten, dass in dieser Sammlung zwei wichtige Hosenformen fehlen: Jodhpurhosen und Knickerbockers!

Vor allem Knickerbockers müssten demnächst ihren Moment haben, denn sie wurden Anfang der Achtziger von Lady Diana populär gemacht und Dianas Stil ist in der Modewelt seit einigen Monaten der Referenzpunkt, siehe Artikel wie Reimagining Princess Diana's Most Iconic Looks und How to Recreate Princess Diana's Best Outfits.

The Knickerbocker In All Its Glory (zum Vergrößern klicken)

Ich jedenfalls hätte Bock auf Knickerbockers! Und zwar originalgetreu zu geschlossenen Pumps mit kleinem oder halbhohem Absatz und schmaler Spitze. Geht einmal in einen Second-Hand-Laden: Solche Pumps sind dort das häufigste Schuhmodell! Keine Ahnung, wo die alle herkommen, aber würden die Knickerbockers zurückkommen, wäre auch für sie gesorgt. Es passt einfach alles zusammen.

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7. August 2019

Ringe und Zähne

I don't do rings! Nicht, dass es mir nicht gefällt, wenn jemand Ringe, viele Ringe trägt – im Gegenteil, ich finde es wunderschön – aber ich bin einfach kein Ring-Typ. Ich bin ein Bequemlichkeits-Typ und Ringe sind sehr unbequem. Trage ich doch mal welche, ziehe ich sie spätestens beim ersten Händewaschen aus und stopfe sie, wenn es gut läuft, in meine Hosentasche.


Wie viele Ringe habe ich schon verloren, weil ich sie auf Seifenspendern in Restaurants oder ICE-Toiletten abgelegt und nach drei Sekunden vergessen habe, dass ich jemals welche besaß!


Nun habe ich den genialen Tipp bekommen, den Ring während des Händewaschens zwischen den Zähnen festzuhalten. Nie wieder einen Ring irgendwo liegen lassen! Und sollte ich alle fünf Ringe, die ich besitze, auf einmal tragen, kann ich die theoretisch alle in meinem Mund unterbringen. Aber was ist mit den Leuten, die sehr viele Ringe tragen? Wie viele Ringe passen in einen Mund?

Die Ringe von Alessandro Michele

Wie schafft es beispielsweise Alessandro Michele, Kreativdirektor bei Gucci, Herr der Ringe und ringleader of the world, keine Ringe zu verlieren? Ich frage mich das wirklich!

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22. Juli 2019

Phoebe Philos neuer Job

Es ist ruhig geworden um Phoebe Philo, seit Ende 2017 bekannt wurde, dass sie ihren Posten als Krativdirektorin bei Céline aufgibt. Und nicht nur um Phoebe Philo ist es ruhig geworden, es ist vor allem um die sogenannten Philophiles, ihre ihr kult-artig folgenden Anhänger*innen, ruhig geworden. Noch im Oktober 2018 gelang es den Philophiles, Hedi Slimane, den Nachfolger von Phoebe Philo bei Céline, zum meistgehassten Mann nicht der Welt, aber immerhin der Modewelt zu machen.

Nun hat Hedi Slimane im März 2019 eine von tout le monde de la mode für gut befundene zweite Kollektion für Céline präsentiert und jetzt haben die Philophiles keinen richtigen Gegner mehr. 1:0 für die Slimaniacs! Sogar auf dem Instagram-Account „Old Céline“, auf dem der Phoebe-Philo-Céline-Ära gehuldigt wird, tut sich nichts mehr. Der letzte Post stammt vom 23. April 2019! Was ist los mit den Philophiles? Hat sich der Kult aufgelöst? Und was macht überhaupt die unfreiwillige Kultanführerin? Sie schweigt weiterhin.


Um nicht in Vergessenheit zu geraten, in der Versenkung zu verschwinden oder gar aus der Mode zu kommen, muss Phoebe Philo nun schleunigst aktiv werden! Warum nicht in Form einer Kooperation mit einer anderen ikonischen Marke? Beispielweise mit dem traditionsreichen Terminplanerhersteller Filofax? Es ist mir ein Rätsel, warum Philo und die Marketing-Fuzzis von Filofax da noch nicht selbst drauf gekommen sind: Phoebe Philo entwirft in ihrem berühmten minimalistischen Stil eine limitierte Auflage an unfassbar teuren Terminplanern und diese Terminplaner heißen nicht Filofax, sondern die heißen – ihr erratet es – Phoebe Filofax!


Das Phoebe-Philo-Narrativ besagt, Philos Entwürfe für Céline „were clothes designed for women like Philo – smart, savvy women who balance career, family, and a social life, all while looking impeccably low-key.“ Brauchen diese Frauen eine weitere Handtasche? Natürlich nicht. Die brauchen einen Terminplaner und zwar einen Phoebe Filofax!

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9. Juli 2019

Fiorucci-Tüten

OB-SESSED! Sagt man das noch in der Modewelt? Ist das die derzeitige Reaktion auf ein Outfit, das man toll findet? Oder wie nennt man das, wenn man einen Look aus einem Buch abfotografiert, abspeichert und immer wieder anschaut? Sollte das die richtige Verwendung von OB-SESSED sein, dann bin ich es. Und zwar von diesem Outfit:


Das Bild stammt aus „The Official Preppy Handbook“ von Lisa Birnbach aus dem Jahre 1980 und ich habe es hauptsächlich wegen der Fiorucci-Tüte abfotografiert. In den Achtzigern – ich erzähle Euch nichts Neues – gehörte es für modebewusste Leute zum guten Ton, Tüten als Taschen zu benutzen. Natürlich nicht irgendwelche Tüten, sondern es musste eine Tüte einer angesagten Marke sein. Oder eine Tüte der Boutique in der Kleinstadt, in deren Einzugsgebiet man lebte, die ein paar der angesagten Marken führte. Das war auch schon mal was.


Eine Fiorucci-Tüte hatte ich nie. Aber ich hätte gern eine gehabt, ich sag's Euch, Leute. Sogar Christiane F. hatte eine. Stattdessen habe ich ein Fiorucci-Tüten-Trauma und fotografiere einschlägige Bilder aus Büchern ab. Und lege ein Pinterest-Board an. Und style das Outfit mit einer Quadrifoglio-Tüte aus Eraclea Mare nach. OB-SESSED!


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3. Juli 2019

Playlists

Sind Modeschauen die neuen Musikinspirationsquellen? Was mich betrifft, ja – aber wann hat das angefangen? Und wieso? Vor drei, vier Jahren wurde eine Fashionshow von Sonia Rykiel mit „Coeur d'artichaut“ von Polo & Pan angekündigt; das Stück gehört seither zu meinen Lieblingsliedern. Kurz darauf entdeckte ich bei einer Prada-Show, welche weiß ich nicht mehr, den 80er-Song „Forest Fire“ von Lloyd Cole wieder. Letztens habe ich mir alle Nummern besorgt, die bei der Louis-Vuitton-Show Herbst/Winter 2019 gespielt wurden. Und nicht zu vergessen: „Waiting for a Train“ von Flash and the Pan bei der Chanel-Cruise-Collection 2020.

Liegt das daran, dass ich zur gleichen Alterskohorte gehöre wie viele momentan wichtigen Modedesigner*innen, nämlich zur Generation X, den nach Douglas Coupland zwischen 1965 und 1980 Geborenen? Habe ich deswegen den gleichen Musikgeschmack wie Nicolas Ghesquière/LouisVuitton (*1971), Hedi Slimane/Celine (*1968), Clare Waight Keller/Givenchy (*1970), Ricardo Tisci/Burberry (*1974), Alessandro Michele/Gucci (*1972)?

Vielleicht nicht den gleichen Musikgeschmack, aber eventuell eine ähnliche ästhetische Stimmungslage (#mood). Und wer macht aus den Stimmungen der Designer*innen Musik? Es ist Michel Gaubert, der für den Sound bei so gut wie allen wichtigen Fashionshows zuständig ist: I mostly work with moodboards. […]. A designer shows me a collage of images and their inspiration – a movie, a place somewhere in the world, a plant, it could be whatever. And then I take it from there.”


Wenn ich nun aufgrund meiner Kohortenzugehörigkeit den gleichen Musikgeschmack wie die momentan einflussreichsten Modedesigner*innen habe, dann müssten die umgekehrt den gleichen Musikgeschmack wie ich haben. Ich wiederum habe momentan eine 90s-/early-00s-R&B-HipHop-Phase. Wundert Euch also bitte nicht, wenn ihr demnächst bei einer Show von Burberry oder Givenchy „Baby“ von Brandy oder „Let Me Blow Ya Mind“ von Eve feat. Gwen Stefani hört! In dem Eve-Video spielt übrigens Udo Kier mit, was den Song popkulturell besonders wertvoll macht.

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24. Juni 2019

Das Gesicht der Füße

In der Parallelwelt des Online-Modejournalismus kann man ungeprüft wirklich alles behaupten. Kaia Gerber lässt sich einen Bob schneiden? Die InStyle, es kann auch Harper's Bazaar gewesen sein, macht daraus "Der Bob ist zurück". Gigi Hadid wird in einem weißen Tanktop gesichtet, unter dem schwarze BH-Träger herausschauen? Die Vogue titelt "Gigi Hadid revives the '00s bra strap reveal“. Dabei weiß jeder, dass der Bob und die herausschauenden BH-Träger nicht weg, sondern die ganze Zeit da waren.

Nur weil ich seit letzten Sommer meine Fußnägel nicht lackiert habe, behaupte ich ja auch nicht "Unlackierte Fußnägel sind zurück“ – wobei: Schön wäre es, denn ein bisschen nerven und langweilen all die gepflegten Füße und hübsch hellrot, pink, nude, mintfarben und dunkelblau lackierten Fußnägel in den Birkenstocks, Flipflops und strappy sandals schon, oder?


Auch Füße sind von der Selbstoptimierung nicht ausgenommen und ich habe gehört, dass es einfacher ist, ins Berghain reinzu-, als einen Termin bei der Pediküre zu bekommen. Unlackierte Fußnägel gelten als ungepflegt und wo ungepflegte Füße sind, ist das Body-Shaming bzw. das Foot-Shaming nicht weit ("Freaky celebrity feet! Nine stars with scary toes – including Kim Kardashian and Victoria Beckham"). Und hat nicht Heinz-Christian Strache ob der ungepflegten Füße der vermeintlichen russischen Oligarchin kurz Verdacht geschöpft, in eine Falle getappt zu sein? Denn: "Eine Russin in dieser Liga hat keine schmutzigen Füße."

Hoffentlich werde ich jetzt nicht durch diesen Blog-Artikel zum Gesicht des Unlackierte-Fußnägel-Trends oder gar der Ungepflegte-Füße-Bewegung!

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31. Mai 2019

Mephisto

Wundert Ihr Euch auch, dass der Mephisto-Schuh noch nicht wiederentdeckt wurde? Der Mathe- bzw. Erdkundelehrer- sowie Reformhausschuh der späten Siebziger und frühen Achtziger würde sich hervorragend in den momentanen ugly-chic-Trend einfügen! Ein kurzer Hashtag-Check auf Instagram zeigt aber: Von einem Mephisto-Hype kann keine Rede sein.


Problem könnte sein: Die Marke Mephisto hat Morgenluft gewittert und ihren Schuh, der in den Achtzigern beispielsweise auch von Ärzten auf Hausbesuch getragen wurde, wenn man mit Windpocken krank zuhause lag, in verschiedenen Farben neu aufgelegt. Damit ist der Schuh für eine Wiederentdeckung wahrscheinlich verbrannt, denn ein unangesagtes Produkt kann nur hip werden, wenn es nicht um sein in-Potential weiß.

Mephisto - Bottega Veneta - Acne (zum Vergrößern klicken)

Warten wir also ab, ob es doch noch zu einer Gucci-Mephisto-Collabo kommt oder Mephisto Pharell Williams, Virgil Abloh und zusätzlich für den deutschen Markt Lars Eidinger als Testimonials gewinnen kann!

Mephisto - Toteme - Prada - Le Specs (zum Vergrößern klicken)

Jedenfalls: Je länger ich den Schuh betrachte, der bis vor wenigen Minuten noch als einer der hässlichsten Treter aller Zeiten galt, desto schöner finde ich ihn. Haters gonna love, wo gibt es das noch heutzutage außer in der Mode.

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29. April 2019

Was ist los im Hause Sonia Rykiel?

Ich denke derzeit darüber nach, Geld in die Hand zu nehmen, um ein renommiertes Forschungsinstitut und/oder ein Team abgebrühter Investigativjournalist*innen zu beauftragen, mir folgende Frage zu beantworten: Was ist eigentlich los im Hause Sonia Rykiel?

Frühjahr/Sommer 1989

Ich habe nämlich den Verdacht, dass es bergab geht mit dem Schleifen-, Strick- und Streifenhaus! Auch wenn die zur Schau getragene Fröhlichkeit der Marke manchmal nervt, mag ich den verspielten, schrägen und zugleich konservativen Style, die men's-wear-Anleihen, die monochromen Looks, die Knickerbocker-Hosen, die Baretts, die Hüte und natürlich die Streifen. Am besten an Sonia Rykiel finde ich, dass die Klamotten alle einen dezenten 80er-Vibe ausstrahlen (auch die aus den 70ern). In letzter Zeit gehe ich jedoch nur noch aus Pflichtgefühl ins Lafayette, um zu prüfen, ob nicht doch etwas Schönes in der Sonia-Rykiel-Sektion herumhängt. Leider nein. Un der SR-Store am Ku'Damm wurde ja bereits 2011 verdrängt. Von Prada!

Frühjahr/Sommer 1989

Sonia Rykiel zählt in Frankreich zu den nationalen Heiligtümern – letztes Jahr wurde zum 50. Geburtstag des Hauses in Saint-Germain-de-Prés im 6. Arrondissement von Paris eine Straße nach ihr benannt, die Allée Sonia Rykiel. Wie es aussieht, reicht das allerdings nicht, um die Marke im Geschäft zu halten: Laut Women's Wear Daily ist der Umsatz des Unternehmens von 80 Millionen Dollar im Jahr 2012 auf momentan zwischen 20 und 30 Millionen Dollar jährlich gesunken. Dass im Jahr 2016 die Zweitlinie Sonia by Sonia Rykiel eingestampft wurde, hat da nicht geholfen, und auch die 2014 nach mehreren Designerwechseln verpflichtete Julie de Libran konnte das Ruder nicht herumreißen. Die Herbst-/Winterkollektion 2019 wurde bei der Fashion Week im Frühjahr nur im Showroom, nicht auf einer Modenschau gezeigt und kurz darauf wurde Julie de Libran gefeuert.

Frühjahr/Sommer 1987

Was also ist los im Hause Sonia Rykiel? Hat nicht Karl Lagerfeld in einer der zahlreichen Karl-Lagerfeld-Dokumentationen gesagt, dass seine Mutter ausschließlich Sonia Rykiel getragen habe? Darf ein solches Haus zugrunde gehen? Und ist das eigentlich Geldmangel oder Demütigung der Designerin, wenn man eine Kollektion nur im Showroom und nicht auf einer Modenschau zeigt?

Herbst/Winter 1980 und Frühjahr/Sommer 1988

Fragen über Fragen, die jemand beantworten muss, der a) Ahnung vom Mode-Business hat und b) besser Französisch kann als ich.

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5. März 2019

Hedi Slimanes geheimes Handbuch

Wie witzig: Hedi Slimane scheint genau wie ich kürzlich das 1985 erschienene Buch „BCBG. Le guide du bon chic bon genre“ von Thierry Mantoux gelesen zu haben! Das jedenfalls legt die vor wenigen Tagen gezeigte Céline-bzw. Celine-Kollektion Herbst/Winter 2019 nahe. Ob er – ebenfalls wie ich – auch das amerikanische Pendant und den englischen Beitrag zum Thema, nämlich Lisa Birnbachs „The Official Preppy Handbook“ und „The Official Sloane Ranger Handbook“ von Ann Barr und Peter York, gelesen hat? Ob er womöglich sogar nach dem „Popper-Knigge“ von Mathias Lorenz und Carola Rönneburg gegoogelt hat?

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In „Le guide du bon chic bon genre“ wird der konservativ-klassische Lifestyle der Pariser Bourgeoisie der frühen Achtzigerjahre mit ironischem Unterton beschrieben (Col roulé autorisé uniquement avec collier de perles et foulard Hermès – Rollkragenpulli ist ausschließlich mit Perlenkette und Hermès-Schal erlaubt) und man könnte glatt meinen, Slimane habe die Stil-Checkliste im Kapitel „Madame BCBG“ Punkt für Punkt für seine Kollektion abgearbeitet:

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Es gibt in „Le guide du BCBG“ übrigens auch ein Kapitel „Monsieur BCBG“. Wird Hedi Slimane auch für die Celine-Menswear-Kollektion die 180-Grad-Wende vom Indierockschick zum diskreten Charme der Bourgeoisie vollziehen? Und wird er dabei wieder auf des BCBG-Handbuch zurückgreifen? Man wird sehen.

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13. Januar 2019

Widerwärtige rote Samtdinger

Gesten habe ich etwas gemacht, was ich das letzte Mal 1990 gemacht habe: Ich habe Scrunchies genäht, denn seit einiger Zeit sind Scrunchies wieder in. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn – ich zitiere Abba – „The history book on the shelf is always repeating itself“.


Sehr verwunderlich hingegen ist, dass in der Scrunchie-Forschung momentan Einigkeit darüber herrscht, dass dem legendären Haaraccessoire im Jahr 2003 durch die „Sex and the City“-Folge „Pick-A-Little, Talk-A-Little“ der endgültige Todesstoß versetzt wurde, in der Sarah Jessica Parker alias Carrie Bradshaw Scrunchies als das Allerletzte, als absolute Fashion-Zumutung beschreibt:


Ich stelle die These auf, dass den Scrunchies zumindest im deutschsprachigen Raum bereits im April 1996 von Max Goldt in der Kolumne „Die Mitgeschleppten im Badezimmer“ der Garaus gemacht wurde:

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Täusche ich mich oder mutet dieser Text ein wenig misogyn an? Und bedeutet die Rückkehr der Scrunchies im Umkehrschluss die female-empowerment-mäßige Entdämonisierung der Nervtussi und der Migränetante?

Völlig unerforscht ist außerdem, wieso die Scrunchies im deutschsprachigen Raum nie eine konsistente Bezeichnung hatten – Scrunchies nennen wir sie ja nur in der Rückschau. Wie ich die „widerwärtigen Samtdinger“ 1991 geheißen habe, weiß ich nicht mehr. Dickes Haarband? Stoffhaargummi? Dickes Haarteil?

Drängende Fragen, die Antworten verlangen!

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