3. April 2016

Was ich in der KW 13 getragen habe

MONTAG
Hat nicht Niklas Luhmann gesagt, Authentizität sei nicht kommunizierbar? Oder so ähnlich? Oder war das Habermas? Ich jedenfalls photoshopiere in mein Outfitfoto vom Ostermontag gleich mal ein anderes Foto aus einem anderen Zusammenhang aber mit derselben Bluse rein. Und wenn ich ehrlich bin, war das auch nicht mein Ostermontags-, sondern mein Ostersonntagsoutfit. Aber ist ja egal, Authentizität lässt sich eh nicht kommunizieren!


Die Carven-Bluse stammt aus dem Voo Store, einem Hipster-Laden auf der Oranienstraße in Kreuzberg, der seinen Ruhm über Instagram erlangt hat (#voostore). In Wirklichkeit ist der Voo Store natürlich ein ganz normaler Laden mit einer nicht ganz günstigen und in bestimmten Kreisen derzeit sehr angesagten Kleiderauswahl.

DIENSTAG
Laut Anzeige auf meinem Rechner wurden diese Fotos am Dienstag, den 29.03.2016 um 7:48 Uhr aufgenommen. Kurz darauf, nämlich um 8:00 Uhr, habe ich am U-Bahnhof Leinestraße meinen Fahrschein entwertet (Beweis anbei). Authentizität pur! Liegt Luhmann doch falsch?


Der hellblau-rot-gestreifte Rock ist von Max & Co.

MITTWOCH
Es ist Ende März, es herrscht Aprilwetter. Eine Tatsche, der ich auf zweierlei Art Tribut zolle: Erstens, indem ich meinen Sonia-by-Sonia-Rykiel-Regenbogenpulli trage, zweitens, indem ich mich auf meine Layering-Skills besinne.


So funktioniert Layering!
Abbildung 1) Pulli
Abbildung 2) Pulli + Blazer
Abbildung 3) Pulli + Blazer + Jacke

DONNERSTAG
Achtung, hier trügt der Schein! Ich gehe nicht etwa zu meiner eigenen Konfirmation, sondern in ein Büro – das kommt dabei heraus, wenn man sich an seine selbstauferlegten fashion commitments hält, siehe HIER, zweites Gebot: Du sollst Deine schönen Klamotten nicht für spezielle Gelegenheiten aufheben.


Die dunkelblaue Nadelstreifen-Culotte stammt von & Other Stories, die Bluse ist von Cacharel und die Schuhe sind von Marni.

FREITAG
Auch ich schwimme natürlich auf dem Gucci-Hype mit, und zwar in einer von meiner Mutter geerbten, ungefähr aus dem Jahre 1978 stammenden Schluppenbluse.


Die Hose ist von Jil Sander Navy, die Turnschuhe stammen von Givenchy.

SAMSTAG
Saturday = Caturday! Caturday bedeutet, dass alle Hauskatzen weltweit nicht nur Rechte, sondern ausnahmsweise auch mal Pflichten haben und mit aufs Bild müssen, ob sie wollen oder nicht. Außerdem arbeite ich am Samstag immer daran, später mal eine crazy old cat lady zu werden.


Aber bitte behaltet immer das Luhmann’sche Diktum im Hinterkopf: Authentizität lässt sich nicht kommunizieren! Das sieht auf dem Foto nur so aus, also ob ich vier Katzen und nicht mehr alle Latten am Zaun hätte! Moderne Technik macht’s möglich – in Wirklichkeit habe ich nur eine Katze und bin trotz Herzchenpulli von Anthony & Alison mega seriös und vollkommen zurechnungsfähig.

SONNTAG
Solange sonntags Kaffee und Kuchen auf den Tisch kommen, ist bekanntlich die Welt noch in Ordnung! Noch besser, wenn man den Kuchen nicht selbst backen muss, sondern zu einer Geburtstagstafel eingeladen ist. Zum Thema Kaffee und Kuchen hat sich Luhmann leider nicht geäußert, ich kann Euch aber verraten, dass ich in wenigen Minuten in genau dem unten abgebildeten Sonia-by-Sonia-Rykiel-Ringelpulli das ein oder andere Stückchen Kuchen verspeisen werde.


******

Labels: ,

6. Februar 2014

Omelette norvegiénne

Ist es eigentlich pietätlos, darüber nachzudenken, was einmal mit dem Hause Chanel passieren wird, wenn Karl Lagerfeld tot ist? Wir alle wissen, dass der Ruhm von Chanel zu gleichen Teilen zwei Personen zuzuschreiben ist, nämlich Coco Chanel und Karl Lagerfeld, und auch wenn Lagerfeld ob all der visionären Sachen, ob all dieser Jetztzeitdinge, die er mühelos ohne Punkt und Komma hervorbringt, unsterblich wirkt, wird er einmal sterben und ich frage mich, ob von den Chanel-Verantwortlichen bereits Vorkehrungen für diesen Moment getroffen werden.

Gibt es geheime Meetings, in denen über mögliche Nachfolger gesprochen wird? Oder wenden sich die Chanel-Chefs mit dieser Frage ganz offen an Lagerfeld selbst: Karl, wer soll einmal Dein successeur werden? Wer, meinst Du, kann in Deine Fußstapfen treten? Welchen jungen Designer, welche Designerin sollen wir nach Deinem Tode verpflichten?

Möchte nicht jemand nach Paris in die Rue Irgendwas reisen, diese Frage für mich klären und eine zugleich traurige und amüsante Dokumentation über Karl Lagerfeld daraus basteln? Es kann ja überhaupt nicht genug Dokumentationen über Karl Lagerfeld geben! Besonders schön ist diese hier –  immer und immer wieder sehe ich sie mir an und zwar aus folgenden Grund: Man kann diese Dokumentation einfach nicht oft genug anschauen.

******

Labels: , ,

19. Januar 2014

Yoko Ono

Seit ich vor ein paar Wochen auf einer Geburtstagsfeier nolens volens an einem Konzert von Madlick teilnahm, läuft bei mir nichts anderes mehr als „Hey Yoko Ono“:


Dieser Song war das Geburtstagsständchen von Madlick für Yoko Ono, als sie letztes Jahr in der Volksbühne ihren 80. Geburtstag feierte, wo ihr zahlreiche Musiker und Musikerinnen, Künstlerinnen und Künstler die Ehre erwiesen. Ob Yoko Ono dieses Lied manchmal auch privat hört? Zuhause? Vielleicht, wenn es ihr nicht so gut geht? Mental, meine ich. Denn immerhin gehört Yoko Ono zu den meistgehassten Frauen der Welt! Das habe ich im Internet gelesen.

Dass Yoko Ono sehr gehasst wird, kann man leicht herausfinden, dazu muss man nur die Kommentare unter den Youtube-Videos lesen, die irgendetwas mit Yoko Ono zu tun haben. Aber woher stammt die Information, sie gehöre zu den meistgehassten Frauen der Welt? Gibt es irgendwo eine zentrale Stelle, die Buch darüber führt, welche Frau weltweit gerade am allermeisten gehasst wird? Wo kann ich diese Liste einsehen? Und vor allem: Wer steht da noch drauf? Auf die Schnelle fällt mir nur Alice Schwarzer ein, aber ich fürchte, Alice Schwarzer kann es in Sachen gehasst werden ganz sicher nicht mit Yoko Ono aufnehmen. Und wenn man sich auf den vorderen Plätzen dieser Liste tummelt, ist es da entscheiden, dass man von ganz vielen Leuten weltweit ein bisschen gehasst wird oder hat man auch eine Chance, wenn einen wenige Leute ganz extrem hassen? Quantität vs. Qualität – das alte Problem!

Folgende Gründe führen die Yoko Ono-Hasser für ihren Hass ins Feld:

1. Sie hat die Beatles auseinandergebracht.
2. Das ist doch keine Musik, was Yoko Ono macht, das ist doch nur Gekreische.

Die Gründe, warum ich Yoko Ono mag, sind folgende:

1. Plastic Ono Band ist ein super Band-Name.
2. Sogar die Lieder, in denen Yoko Ono ausnahmsweise mal nicht herumkreischt, sind spitzenmäßig – beispielsweise "Yes, I’m a Witch":


An Yoko Onos achtzigstem Geburtstag hat Peaches diese Nummer für/mit Yoko Ono aufgeführt. Wer das sehen möchte, kann gern HIER klicken (### ACHTUNG ### TRIGGER-WARNUNG ### enthält Kreisch-Parts ###).

Jetzt mal was ganz anderes: Findet Ihr es gut oder schlecht, dass ich seit kurzem hier so Sachen direkt einbinde und -bette? Videos, Musik und so weiter. Falls Ihr es schlecht findet, könnt Ihr mir gern ein paar Hasskommentare unten hinterlassen. Oder Ihr macht einen shitstorm auf Twitter, das wäre natürlich auch eine Möglichkeit. Falls Ihr es gut findet, müsstet Ihr dann natürlich dementsprechend einen lovestorm machen.

******

Labels: ,

1. Dezember 2012

Die Top 3 der einflussreichsten Persönlichkeiten in meinem Haushalt

Das Jahr 2012 geht dem Ende zu, Zeit Bilanz zu ziehen, Zeit für die Top 3 der einflussreichsten Persönlichkeiten in meinem Haushalt. Wer hatte 2012 die Fäden in der Hand? Wer hat am Rad der Geschichte gedreht?


Platz 3: Ich selbst
Nach Jahren als unangefochtene Nummer eins in Sachen „Einflussreichste Persönlichkeit in meinem Haushalt“ gibt es für mich dieses Jahr nur einen dritten Platz. Deutet sich hier etwa ein Machtwechsel an? Bin ich etwa amtsmüde? Wohl kaum! Ist alles Taktik – in einer konstitutionellen Monarchie ist ja auch der König de iure die Nummer eins, aber wer hat de facto mehr Einfluss? Richtig, der Premier. 

Trendprognose 2013: 


Platz 2: Ludmilla
Ludmilla ist unsere sogenannte Putzhilfe, wobei Putzhilfe die völlig falsche Bezeichnung ist. Wenn, dann bin ich die Putzhilfe. Einmal habe ich Ludmilla die Tür aufgemacht, ich hatte gerade Putzhandschuhe an. Ludmillas Kommentar: „Rosine, was machst Du? Putzen? Hahahahahahahahahahahahaha!“. Ludmilla spricht zwar nicht besonders gut Deutsch, aber definitiv besser als ich Ukrainisch, und ganz wichtig: Ludmilla hat einen geheimen Plan, wenn nicht gar einen geheimen Fünfjahresplan bezüglich der Sauberkeit und der Ordnung in meiner Wohnung. Dank Ludmilla habe ich a) gelernt loszulassen, weiß ich b) was ein Staubmagnet bzw. Staubmagnät ist, finde ich c) Symmetrie doch ganz schön, habe ich d) erfahren, dass der bedeutendste Träger des Nachnamens Schewtschenko nicht Andrij Schewtschenko ist, der Fußballspieler, sondern Taras Schewtschenko, der wichtigste ukrainische Dichter, und bin ich e) im Besitz eines sehr komplizierten, aber durchaus wirksamen uralten ukrainischen Hausrezeptes gegen Kopfschmerzen, bei dem man sich rohe Kartoffelscheiben mittels eines Handtuchturbans um den Kopf wickeln muss. Wenn ich Veränderungen in der Wohnung vornehme, ertappe ich mich dabei, wie ich denke „Ah, das wird Ludmilla gut finden!“ oder „Ob das Ludmilla gefallen wird?“ oder „Hoffentlich findet Ludmilla das gut!“. Seit einiger Zeit kommt Ludmilla nicht mehr nur alle 14 Tage, sondern einmal in der Woche. 

Trendprognose 2013: 



Platz 1: „Der Katzo“
Wie jeder Diktator trägt der Kater neben seinem offiziellen Namen Schnickschnack zahlreiche verherrlichende Beinamen wie beispielsweise „Der schwarze Hai“,  „Der schwarz-weiße Massai“, „komischer kleiner Kater“ oder ganz einfach „Der Katzo“ beziehungsweise „Der König“. Und wie jeder andere Diktator setzt auch der Katzo mittels Erpressung, Zuckerbrot-und-Peitsche, Terror, Auf-den-Teppich-Kotzen und Gute-Stimmung-Machen die absurdesten Regelungen durch. Die Mitternachtsgratifikation und das sogenannte Vier-Uhr-Frühstück sind noch die harmlosesten davon! Fenster dürfen nicht gekippt, Zimmertüren nicht geschlossen und Sessel nicht verrückt werden, der Balkon muss mit einem hässlichen Netz „gesichert“ werden (es könnte ja jemand auf die Idee kommen, von dort die Republik auszurufen) und vieles mehr. In letzter Zeit vertut sich der komische kleine Kater öfter Mal gehörig, wenn er von einem Möbelstück auf das andere springt. Haut es ihn auf die Schnauze, müssen alle so tun, als ob nichts wäre, und niemand traut sich laut zu sagen, dass der schwarze Hai eventuell so langsam mal eine Brille braucht, es wird gute Miene zum bösen Spiel gemacht, weil, der Katzo ist ja soooo süß, kuck mal, wie süß der Katzo ist, dem Katzo seine Pfoten sind sooooo niedlich und so weiter und so weiter!

Trendprognose 2013: 



******

Labels: ,

12. November 2008

Ein anderer Weg, ins Kino zu gehen

Ich gehe nicht gern ins Kino, ist mir zu laut, zu unruhig. Nicht dass ich eine Cineastin wäre, die sich über den Kinopöbel aufregt, nein, nein, ich schaue mir niemals Filme im O-Ton oder den Abspann an, sobald der Film zu Ende ist, stehe ich auf und gehe, andererseits jedoch, weil ich so selten ins Kino gehe, bin ich natürlich unsicher und möchte alles richtig machen! Deswegen bin ich meist zwanzig Minuten zu früh da, warte im Kinosaal, bis es losgeht, und schaue mir auch die Werbung und die Vorankündigungen ganz genau an. Dabei stören mich die Achtergruppen, die sich über alle Sitze hinweg über Cliquen-Neuigkeiten unterhalten und unter demonstrativer Missachtung der Werbung Popcorn und Getränke hin und her reichen. Stört mich halt. Ist halt so. Manche Leute kommen sogar bis zu zwanzig Minuten zu spät! Rätselhaftes Verhalten. Ich verstehe auch nicht, wieso man während des Films das Kino verlassen muss. Immerhin handelte es sich um den kürzesten Bond aller Zeiten. Liegt es vielleicht daran, dass man über solide Kenntnisse aller alten Bondfilme verfügen muss, um den neuen zu begreifen? Fehlt dieses Wissen, kann einem natürlich schon mal langweilig werden. Aber worauf wollte ich eigentlich hinaus? Ach ja, es wurde ein Film mit dem Titel "Sieben Leben" vorangekündigt - da könnte ich eigentlich mit dem Katzo reingehen.

******

Labels:

11. September 2008

Mal aufgepasst:

Eine Meldung von möglicherweise wissenschaftlichem Interesse.
Meine Katze kann lesen und verfügt wahrscheinlich über Internetkompetenz. Seit Stiftung Warentest neulich mit dem Katzenfutter-Aufmacher rausgekommen ist, will er - ja er, der Katzo - sein Ja!-Gulasch nicht mehr essen, sind laut Testbericht zu wenig für Katzen wichtige Dinge drin. Hat er früher immer im mid- bis up-tempo weggeschnorchelt, jetzt bleibts stehen, miaumiaumiau. Muss ich mal noch mal nachlesen, was auf Platz eins ist.

******

Labels:

14. August 2008

A und O

Ich denke manchmal ausführlich darüber nach, wieso man hier bei uns kAffee und kOffein sagt, im angelsächsischen Sprachraum jedoch cOffee und cAffeine. Es ist allerdings weniger ein ziel- oder gar lösungsorientiertes, mehr so ein wolkiges Strange! Da ist das A und das O vertauscht-Denken.

******

Labels:

10. August 2008

Ja, ja

Womit man mich bezaubern und umgarnen kann: Darf ich mein Rad an deins ranschließen?

******

Labels:

18. Juni 2008

get down get up (this girl is technotronic)

Big Aufregung: Die Neunziger sind wieder da, fashion-wise. Und zwar in Form des Fly Girl-Looks wie er seinerzeit von Technotronic in Pump Up the Jam bzw. Get Up! vertreten wurde. Ich bin sehr einverstanden mit diesem Trend. Warum? Erstens, weil ich mir selbst 1990 weiße Classic Running Lady Reeboks zugelegt habe, um fly auszusehen, und zweitens, weil in den letzten 18 Jahren gewiss kein Monat vergangen ist, in dem ich nicht einmal get up get up get busy do it get up and move that body get up people now get down to it before the night is over get down get up-a vor mich hin, uhm, gerappt hätte. Von pump up the jam pump it up a little more get the party goin on the dancefloor ganz zu schweigen. Wirklich, ich bin sehr froh, dass Technotronic und nicht etwa Tocotronic (Diskursrock - lach) das Neunzigerrevival einläuten, denn: Tocotronic, du hast zwar nicht mein Leben, aber meine Studentenzeit zerstört. Meine Grundstudiumszeit. Zumindest jedoch das Jahr 1994. Wer wie ich Anfang der Neunziger in Tübingen Germanistik studiert hat, weiß, wovon ich rede: Tocotronic doof finden konnte damals nur eines bedeuten - gesellschaftliches Abseits. Stattdessen musste ich mit den amerikanischen Austauschstudenten abhängen und Sabotage von den Beastie Boys hören. War aber auch okay bzw. mehr als okay! Doch, doch, wenn ich es recht bedenke, hat sich die Tatsache, dass ich mich weiland geweigert habe, auch nur ein Lied von Tocotronic anzuhören, sehr positiv auf mein weiteres Leben ausgewirkt.

******

Labels:

27. Mai 2008

Über Zähne

Oh no! Ich habe ja noch gar nicht erwähnt, dass ich irre gern Rummikub spiele! Nein, wirklich, ich tick aus, wenn ich einmal einen Tag ohne Rummikub auskommen muss. Weil die Steine sind so schön und der Name so gaga doof bekloppt, I love it! Und überhaupt: Das große Familienspiel für viele fröhliche Stunden. Im Kunstlederkoffer mit Tragegriff. So schön! Kombinieren ist Trumpf! Finde ich auch. Hier gewinnt, wer klug spielt und die Übersicht behält! Ganz meine Meinung. Ich sage es gern noch mal: Ich liebe es, dieses Rummikub, aber noch viel mehr liebe ich die rechteckigen Spielsteine (37 x 26 x 5mm), und mir gefällt die hirnrissige Phantasie, sie könnten eventuell aus Elfenbein oder Bakelit hergestellt sein. Ihre Farbe ist die von Zähnen. Von natürlichen, guten, kräftigen, immer gesund gewesenen Zähnen, deren Inhaber auf die Vierzig zugeht und oral nichts hat anbrennen lassen, ich sag nur schwarzer Tee, Zigaretten, Kaffee etc.pp. Und deren Inhaber ferner absolut keine Böcke drauf hat, seine Zähne jetzt bleichen zu lassen, denn, hey, so what?, ich bekenne, ich habe gelebt. Solche Zähne meine ich. Hellelfenbein, das ist die exakte Farbbezeichnung für die Zähne, die ich meine, und ebenso für diese schönen Rummikubspielsteine, einhundertsechs an der Zahl, in ihrem braunen Stoffbeutelchen sind sie drin, ich könnte den ganzen Tag darin rumwühlen, wegend des Soundes, der Sound ist so dermaßen schön, es ist eine Art helles Klappern, das von jeglichem Klirren mehr als weit enfernt ist, es handelt sich vielmehr um ein Klappern, das auch Aspekte des Rieselns und dunklen Klimperns in sich birgt und dieses Kribbeln auf der Innenseite meines Kopfes verursacht.



******

Labels:

18. Oktober 2007

Cheap & Chic

Au mann, ich bin völlig fertig. Ich habe heute zum ersten Mal in meinem Leben etwas gestohlen. Ich weiß so gut wie jede/jeder andere auch, dass stehlen verboten ist, und dennoch: Zwei Paar dunkelrote Lederhandschuhe, aus allerfeinstem Kalbsleder, das eine schlicht, von Roeckl, das andere - typisch Moschino - mit kleinen Knöpfchen und allerlei Zierat. Wirklich, ich bin völlig fertig deswegen. Es war zwar nur ein Traum, aber dennoch: It's not right (but it's okay). Was mich jetzt im Nachhinein ärgert: Wieso habe ich statt der Moschino-Teile nicht die mittelbraunen, schlichten Lederhandschuhe genommen, die ich wirklich brauche! Moschino! Ts. Ist doch gar nicht mein Stil, das bin doch nicht ich bzw. das bist doch nicht du, Rosine! Mittelbraune Handschuhe hätte ich gebraucht, so für alle Tage, die zu meinen anderen Sachen passen. Moschino. Irks. Trägt doch kein Mensch.

******

Labels:

18. April 2007

Dr. Kimberly Shaw (Mancini)/Wilshire Memorial Hospital

Verschieden Dinge sind mir aufgefallen.

Erstens. Die Pik-Dame mancher Kartenspiele sieht aus wie Marcia Cross alias Dr. Kimberly Shaw aus Melrose Place alias die eine aus Desperate Housewives:


Das hat mich schon manchen Einsatz/Gewinn gekostet beim Kartenspielen, wenn ich die Pik-Dame auf der Hand habe und wie ferngesteuert ausrufen muss Huch, die Pik-Dame sieht ja aus wie die eine aus Melrose Place, die später verrückt geworden ist und dann den ganzen MP-Wohnkomplex in die Luft gejagt hat! Dann weiß natürlich jeder, dass ich die Pik-Dame habe. Und ich glaube, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass die Pik-Dame in bestimmten Spielen so ungefähr die dritt- oder siebtwichtigste Karte ist.

Zweitens. Ich habe noch nie die Serie Desperate Housewives gesehen. Das macht mich geradezu einzigartig, wenn nicht sogar unique. Ich kann aber noch mit weiteren Kuriositäten aufwarten: Ich war noch nie in Amerika. Ich war noch nie in Thailand. Ich war noch nie auf Mallorca. Ich war schon zweimal in der Uckermark. Ich habe noch nie den Film Titanic gesehen.

Drittens. Ich mag die Namen amerikanischer Krankenhäuser.

Wilshire Memorial Hospital.
Mount Sinai Hospital.
West Hills Hospital.
Green Oaks Psychatric Hospital.
Cedars-Sinai Medical Center
.

Mag ich.

******

Labels:

30. März 2007

Ja, ich habe eine Katze

Ich habe mir Sorgen gemacht in letzter Zeit, Mann, mann, mann, habe ich mir gedacht, du bist so milde geworden, milde gegenüber anderen, aber hart gegen dich selbst, was ist denn jetzt los, was geht denn hier ab? Wo ist nur der gute alte Hass auf fast alles und jeden geblieben? Aber ich kann Entwarnung geben, es funktioniert noch, ich war nur zu lange von der Außenwelt abgeschnitten, ich habe von meinem Krankenbett aus die Welt durch eine sogenannte rosarote Brille betrachtet.

Um so richtig zu hassen, brauche ich lediglich zwei Gegenstände: Einen Mann mit Camper-Schuhen und einen Bogaboo-Kinderwagen. Folgendes geht dem Mann mit Camper-Schuhen im Kopf herum: Ich bin kein Macker und ich habe keinen Stil, aber ich will nichts falsch machen, deshalb trage ich Camper-Schuhe. Ich bin okay, du bist okay, Camper-Schuhe sind okay. Und jetzt gehe ich bei Trinchen & Trinchen in der Raumerstraße einen Bugaboo-Kinderwagen kaufen, denn der ist noch mehr als okay.

Ich freue mich schon, wenn demnächst die Stokke-Kinderwagen-Epidemie um sich greifen wird. Wegen noch mehr Hasspotential.

Null Hasspotential haben für mich übrigens Leute mit einem Katzen-Tick. Leute, die so Sheba-mäßig mit ihrer Katze umgehen, Katze hier, Katze da, ich kann heute abend nicht ins Kino, ich muss meine Katze streicheln. Sehr sympathisch (auch mit Camper-Schuhen).

******

Labels:

18. Januar 2007

Privatsprache

Der "Mitbewohner" und ich, wir haben - aufgrund ausgedehnten gemeinsamen Abhängens hier in the hood/at home - eine Art Privatsprache entwickelt, die außer uns, das liegt in der Natur einer Privatsprache, niemand so richtig versteht bzw. lustig findet. Wir aber liegen auf dem Boden vor Lachen. Umso peinlicher, wenn man in der Außenwelt versehentlich in der Privatsprache redet! Ja, ja, ich weiß, ich weiß, es ist nicht witzig, wenn man das Messer Reinhold Messner, den Löffel Sigrid Löffler, die Gabel Clark Gable und die Suppenkelle Grace Kelly nennt! Das weiß ich. Aber es rutscht mir halt manchmal einfach so raus. Und wenn der "Mitbewohner" gerade jetzt, wo es so kalt ist, gern seinen Schal de Gaulle trägt, muss ich mich doch kaputtlachen. Von der Heidi Verlängerungskabel und der Mehrzweckhalle Berry ganz zu schweigen.

******

Labels:

2. Dezember 2006

Fragebogen

Letztens habe ich im Lafayette einen Fragebogen ausgefüllt; eine Frage lautete Wie stark ist Ihre emotionale Bindung zu den Galeries Lafayette? Antworten konnte man von (a) Ich habe keine emotionale Bindung zu den Galeries Lafayette bis (d) Sehr stark. Ich habe (d) angekreuzt. Eine ehrliche, aber unangenehme Auswahl. Ehrlich, weil es stimmt, unangenehm, weil: wer eine emotionale Bindung zum Lafayette hat, der geht auch regelmäßig mit Freundinnen Cocktails trinken und findet Sex and the City nicht nur toll, sondern hat alle Folgen auf DVD. Cocktails mag ich aber nicht, und in SATC ist so ziemlich alles drin, was ich sehr, sehr daneben finde, nämlich 50er-Jahre Moral plus Frauen wohnen auf der Venus, Männer auf dem Mars-Bockmist plus kreisch, kreisch, kreisch, plapper, plapper, plapper. Verbrämt mit schickem, weltläufigem, urbanem, modernem Lifestyle. Ekelhaft. Jetzt aber back to where we started from, nämlich: Umfragen. Auf die Frage nach drei persönlichen Eigenschaften antworten die meisten Leute Großzügigkeit und Gelassenheit. Oder irgendwas mit Humor. Und damit sie nicht so angebermäßig wirken, fügen sie meist noch eine vermeintlich schlechte Eigenschaft hinzu, nämlich entweder Ungeduld oder Perfektionismus. Toller Trick, denn damit kann man auch noch signalisieren, dass man sehr selbstkritisch und sich seiner Fehler durchaus bewusst ist. Ungeduld und Perfektionismus sind als schlechte Eigenschaften getarnte gute Eigenschaften, denn Ungeduld bedeutet Ich bin sehr schlau und schnell, so schlau und schnell, dass der Rest der Menschheit mir nicht folgen kann. Dasselbe gilt für Perfektionismus. Und so hat man am Ende vier gute Eigenschaften genannt (drei + Fähigkeit zur Selbstkritik) und zugleich verhindert, allzu selbstverliebt zu wirken. Ekelhaft. Auf die Frage Welche Eigenschaft schätzen Sie an Ihren Freunden ganz besonders? lautet die Top-Ten-Antwort übrigens Ehrlichkeit - auch und gerade, wenn es um unbequeme Wahrheiten geht (Stichwort Finger in die Wunde legen). Lustig: Leute, die auf die Frage Welche Eigenschaft mögen Sie nicht? Selbstmitleid nennen. Was denn? Findet das nicht jeder doof? Oder gibt es etwa Leute, die in Fragebögen reinschreiben, Selbstmitleid - tolle Eigenschaft, finde ich super?

******

Labels:

29. Juni 2006

Wer bin ich?

Sollte ich einmal mein Mäppchen verlieren, dann könnte der Finder eventuell eine ziemlich seltsame Vorstellung von mir entwickeln. Wegen der komischen Kulis, die ich da drin habe.

*Kuli 1: Internationales Klezmer-Festival Fürth
*Kuli 2: Deutscher Bundestag
*Kuli 3: Zomercursus voor Nederlandse taal en cultuur 1995
*Kuli 4: Kernforschungszentrum Karlsruhe
*Kuli 5: Kurhessenbahn

******

Labels:

28. Februar 2006

Große Weisheiten in kleiner Münze

Dem aktuellen arte-Magazin (ja, ich habe das arte-Magazin abonniert, ja, ich habe eine Katze) liegt ein simplify your life-Werbeflyer bei. Geworben wird für eine Art extended version des simplify your life-Buches, eine monatliche Beratungsbroschüre.

Erschreckend: Für den Bruchteil einer Sekunde war ich fasziniert, spielte kurz mit dem Gedanken, diese Broschüre zu abonnieren. Muss ich mir etwa Sorgen machen?

Labels:

30. Oktober 2005

Konservenmusik

Um das Jahr 1979 herum wurde ich Abba-Fan. Großer Abba-Fan. Sehr zum Entsetzen meiner älteren Cream/Joan Baez/Pink Floyd/Rolling Stones-hörenden Geschwister. Nach einem kurzen Intermezzo mit Helen Schneider betrat 1984 Madonna meine Bühne. Ich war elektrisiert. Das vernichtende Urteil meiner älteren Schwester: Eintagsfliege! Und überhaupt: Konservenmusik! Aber ich ließ mich nicht beirren. Susan verzweifelt gesucht wurde mein Lieblingsfilm, jeden Scheiß habe ich Madonna verziehen, wie eine Löwin ihr Junges habe ich sie gegen alle Angriffe verteidigt. Und jetzt das: Madonna sampelt Abba. Ich bin dankbar. Und für immer versöhnt.

Labels: