Was ich in der KW 13 getragen habe
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Das Jahr 2012 geht dem Ende zu, Zeit Bilanz zu ziehen, Zeit für die Top 3 der einflussreichsten Persönlichkeiten in meinem Haushalt. Wer hatte 2012 die Fäden in der Hand? Wer hat am Rad der Geschichte gedreht?
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Ich gehe nicht gern ins Kino, ist mir zu laut, zu unruhig. Nicht dass ich eine Cineastin wäre, die sich über den Kinopöbel aufregt, nein, nein, ich schaue mir niemals Filme im O-Ton oder den Abspann an, sobald der Film zu Ende ist, stehe ich auf und gehe, andererseits jedoch, weil ich so selten ins Kino gehe, bin ich natürlich unsicher und möchte alles richtig machen! Deswegen bin ich meist zwanzig Minuten zu früh da, warte im Kinosaal, bis es losgeht, und schaue mir auch die Werbung und die Vorankündigungen ganz genau an. Dabei stören mich die Achtergruppen, die sich über alle Sitze hinweg über Cliquen-Neuigkeiten unterhalten und unter demonstrativer Missachtung der Werbung Popcorn und Getränke hin und her reichen. Stört mich halt. Ist halt so. Manche Leute kommen sogar bis zu zwanzig Minuten zu spät! Rätselhaftes Verhalten. Ich verstehe auch nicht, wieso man während des Films das Kino verlassen muss. Immerhin handelte es sich um den kürzesten Bond aller Zeiten. Liegt es vielleicht daran, dass man über solide Kenntnisse aller alten Bondfilme verfügen muss, um den neuen zu begreifen? Fehlt dieses Wissen, kann einem natürlich schon mal langweilig werden. Aber worauf wollte ich eigentlich hinaus? Ach ja, es wurde ein Film mit dem Titel "Sieben Leben" vorangekündigt - da könnte ich eigentlich mit dem Katzo reingehen.
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Eine Meldung von möglicherweise wissenschaftlichem Interesse.
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Ich denke manchmal ausführlich darüber nach, wieso man hier bei uns kAffee und kOffein sagt, im angelsächsischen Sprachraum jedoch cOffee und cAffeine. Es ist allerdings weniger ein ziel- oder gar lösungsorientiertes, mehr so ein wolkiges Strange! Da ist das A und das O vertauscht-Denken.
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Womit man mich bezaubern und umgarnen kann: Darf ich mein Rad an deins ranschließen?
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Big Aufregung: Die Neunziger sind wieder da, fashion-wise. Und zwar in Form des Fly Girl-Looks wie er seinerzeit von Technotronic in Pump Up the Jam bzw. Get Up! vertreten wurde. Ich bin sehr einverstanden mit diesem Trend. Warum? Erstens, weil ich mir selbst 1990 weiße Classic Running Lady Reeboks zugelegt habe, um fly auszusehen, und zweitens, weil in den letzten 18 Jahren gewiss kein Monat vergangen ist, in dem ich nicht einmal get up get up get busy do it get up and move that body get up people now get down to it before the night is over get down get up-a vor mich hin, uhm, gerappt hätte. Von pump up the jam pump it up a little more get the party goin on the dancefloor ganz zu schweigen. Wirklich, ich bin sehr froh, dass Technotronic und nicht etwa Tocotronic (Diskursrock - lach) das Neunzigerrevival einläuten, denn: Tocotronic, du hast zwar nicht mein Leben, aber meine Studentenzeit zerstört. Meine Grundstudiumszeit. Zumindest jedoch das Jahr 1994. Wer wie ich Anfang der Neunziger in Tübingen Germanistik studiert hat, weiß, wovon ich rede: Tocotronic doof finden konnte damals nur eines bedeuten - gesellschaftliches Abseits. Stattdessen musste ich mit den amerikanischen Austauschstudenten abhängen und Sabotage von den Beastie Boys hören. War aber auch okay bzw. mehr als okay! Doch, doch, wenn ich es recht bedenke, hat sich die Tatsache, dass ich mich weiland geweigert habe, auch nur ein Lied von Tocotronic anzuhören, sehr positiv auf mein weiteres Leben ausgewirkt.
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Oh no! Ich habe ja noch gar nicht erwähnt, dass ich irre gern Rummikub spiele! Nein, wirklich, ich tick aus, wenn ich einmal einen Tag ohne Rummikub auskommen muss. Weil die Steine sind so schön und der Name so gaga doof bekloppt, I love it! Und überhaupt: Das große Familienspiel für viele fröhliche Stunden. Im Kunstlederkoffer mit Tragegriff. So schön! Kombinieren ist Trumpf! Finde ich auch. Hier gewinnt, wer klug spielt und die Übersicht behält! Ganz meine Meinung. Ich sage es gern noch mal: Ich liebe es, dieses Rummikub, aber noch viel mehr liebe ich die rechteckigen Spielsteine (37 x 26 x 5mm), und mir gefällt die hirnrissige Phantasie, sie könnten eventuell aus Elfenbein oder Bakelit hergestellt sein. Ihre Farbe ist die von Zähnen. Von natürlichen, guten, kräftigen, immer gesund gewesenen Zähnen, deren Inhaber auf die Vierzig zugeht und oral nichts hat anbrennen lassen, ich sag nur schwarzer Tee, Zigaretten, Kaffee etc.pp. Und deren Inhaber ferner absolut keine Böcke drauf hat, seine Zähne jetzt bleichen zu lassen, denn, hey, so what?, ich bekenne, ich habe gelebt. Solche Zähne meine ich. Hellelfenbein, das ist die exakte Farbbezeichnung für die Zähne, die ich meine, und ebenso für diese schönen Rummikubspielsteine, einhundertsechs an der Zahl, in ihrem braunen Stoffbeutelchen sind sie drin, ich könnte den ganzen Tag darin rumwühlen, wegend des Soundes, der Sound ist so dermaßen schön, es ist eine Art helles Klappern, das von jeglichem Klirren mehr als weit enfernt ist, es handelt sich vielmehr um ein Klappern, das auch Aspekte des Rieselns und dunklen Klimperns in sich birgt und dieses Kribbeln auf der Innenseite meines Kopfes verursacht.
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Au mann, ich bin völlig fertig. Ich habe heute zum ersten Mal in meinem Leben etwas gestohlen. Ich weiß so gut wie jede/jeder andere auch, dass stehlen verboten ist, und dennoch: Zwei Paar dunkelrote Lederhandschuhe, aus allerfeinstem Kalbsleder, das eine schlicht, von Roeckl, das andere - typisch Moschino - mit kleinen Knöpfchen und allerlei Zierat. Wirklich, ich bin völlig fertig deswegen. Es war zwar nur ein Traum, aber dennoch: It's not right (but it's okay). Was mich jetzt im Nachhinein ärgert: Wieso habe ich statt der Moschino-Teile nicht die mittelbraunen, schlichten Lederhandschuhe genommen, die ich wirklich brauche! Moschino! Ts. Ist doch gar nicht mein Stil, das bin doch nicht ich bzw. das bist doch nicht du, Rosine! Mittelbraune Handschuhe hätte ich gebraucht, so für alle Tage, die zu meinen anderen Sachen passen. Moschino. Irks. Trägt doch kein Mensch.
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Verschieden Dinge sind mir aufgefallen.

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Ich habe mir Sorgen gemacht in letzter Zeit, Mann, mann, mann, habe ich mir gedacht, du bist so milde geworden, milde gegenüber anderen, aber hart gegen dich selbst, was ist denn jetzt los, was geht denn hier ab? Wo ist nur der gute alte Hass auf fast alles und jeden geblieben? Aber ich kann Entwarnung geben, es funktioniert noch, ich war nur zu lange von der Außenwelt abgeschnitten, ich habe von meinem Krankenbett aus die Welt durch eine sogenannte rosarote Brille betrachtet.
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Der "Mitbewohner" und ich, wir haben - aufgrund ausgedehnten gemeinsamen Abhängens hier in the hood/at home - eine Art Privatsprache entwickelt, die außer uns, das liegt in der Natur einer Privatsprache, niemand so richtig versteht bzw. lustig findet. Wir aber liegen auf dem Boden vor Lachen. Umso peinlicher, wenn man in der Außenwelt versehentlich in der Privatsprache redet! Ja, ja, ich weiß, ich weiß, es ist nicht witzig, wenn man das Messer Reinhold Messner, den Löffel Sigrid Löffler, die Gabel Clark Gable und die Suppenkelle Grace Kelly nennt! Das weiß ich. Aber es rutscht mir halt manchmal einfach so raus. Und wenn der "Mitbewohner" gerade jetzt, wo es so kalt ist, gern seinen Schal de Gaulle trägt, muss ich mich doch kaputtlachen. Von der Heidi Verlängerungskabel und der Mehrzweckhalle Berry ganz zu schweigen.
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Letztens habe ich im Lafayette einen Fragebogen ausgefüllt; eine Frage lautete Wie stark ist Ihre emotionale Bindung zu den Galeries Lafayette? Antworten konnte man von (a) Ich habe keine emotionale Bindung zu den Galeries Lafayette bis (d) Sehr stark. Ich habe (d) angekreuzt. Eine ehrliche, aber unangenehme Auswahl. Ehrlich, weil es stimmt, unangenehm, weil: wer eine emotionale Bindung zum Lafayette hat, der geht auch regelmäßig mit Freundinnen Cocktails trinken und findet Sex and the City nicht nur toll, sondern hat alle Folgen auf DVD. Cocktails mag ich aber nicht, und in SATC ist so ziemlich alles drin, was ich sehr, sehr daneben finde, nämlich 50er-Jahre Moral plus Frauen wohnen auf der Venus, Männer auf dem Mars-Bockmist plus kreisch, kreisch, kreisch, plapper, plapper, plapper. Verbrämt mit schickem, weltläufigem, urbanem, modernem Lifestyle. Ekelhaft. Jetzt aber back to where we started from, nämlich: Umfragen. Auf die Frage nach drei persönlichen Eigenschaften antworten die meisten Leute Großzügigkeit und Gelassenheit. Oder irgendwas mit Humor. Und damit sie nicht so angebermäßig wirken, fügen sie meist noch eine vermeintlich schlechte Eigenschaft hinzu, nämlich entweder Ungeduld oder Perfektionismus. Toller Trick, denn damit kann man auch noch signalisieren, dass man sehr selbstkritisch und sich seiner Fehler durchaus bewusst ist. Ungeduld und Perfektionismus sind als schlechte Eigenschaften getarnte gute Eigenschaften, denn Ungeduld bedeutet Ich bin sehr schlau und schnell, so schlau und schnell, dass der Rest der Menschheit mir nicht folgen kann. Dasselbe gilt für Perfektionismus. Und so hat man am Ende vier gute Eigenschaften genannt (drei + Fähigkeit zur Selbstkritik) und zugleich verhindert, allzu selbstverliebt zu wirken. Ekelhaft. Auf die Frage Welche Eigenschaft schätzen Sie an Ihren Freunden ganz besonders? lautet die Top-Ten-Antwort übrigens Ehrlichkeit - auch und gerade, wenn es um unbequeme Wahrheiten geht (Stichwort Finger in die Wunde legen). Lustig: Leute, die auf die Frage Welche Eigenschaft mögen Sie nicht? Selbstmitleid nennen. Was denn? Findet das nicht jeder doof? Oder gibt es etwa Leute, die in Fragebögen reinschreiben, Selbstmitleid - tolle Eigenschaft, finde ich super?
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Sollte ich einmal mein Mäppchen verlieren, dann könnte der Finder eventuell eine ziemlich seltsame Vorstellung von mir entwickeln. Wegen der komischen Kulis, die ich da drin habe.
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Dem aktuellen arte-Magazin (ja, ich habe das arte-Magazin abonniert, ja, ich habe eine Katze) liegt ein simplify your life-Werbeflyer bei. Geworben wird für eine Art extended version des simplify your life-Buches, eine monatliche Beratungsbroschüre.
Erschreckend: Für den Bruchteil einer Sekunde war ich fasziniert, spielte kurz mit dem Gedanken, diese Broschüre zu abonnieren. Muss ich mir etwa Sorgen machen?Labels: Ja - ich habe eine Katze
Um das Jahr 1979 herum wurde ich Abba-Fan. Großer Abba-Fan. Sehr zum Entsetzen meiner älteren Cream/Joan Baez/Pink Floyd/Rolling Stones-hörenden Geschwister. Nach einem kurzen Intermezzo mit Helen Schneider betrat 1984 Madonna meine Bühne. Ich war elektrisiert. Das vernichtende Urteil meiner älteren Schwester: Eintagsfliege! Und überhaupt: Konservenmusik! Aber ich ließ mich nicht beirren. Susan verzweifelt gesucht wurde mein Lieblingsfilm, jeden Scheiß habe ich Madonna verziehen, wie eine Löwin ihr Junges habe ich sie gegen alle Angriffe verteidigt. Und jetzt das: Madonna sampelt Abba. Ich bin dankbar. Und für immer versöhnt.
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