10. Mai 2020

Alt werden mit Dallas

Weil ich es vor ein paar Jahren verpasst habe, auf den Netflix-Zug aufzuspringen, habe ich keine einzige dieser berühmten Serien gesehen: House Of Cards, Stranger Things, Narcos, The Crown – kenne ich alles nicht! Und sich jetzt noch Netflix zu „holen“ – puh, das wäre natürlich peak cringe. Aus Stilgründen bin ich verdammt, den Rest meines Lebens Columbo, Magnum und Dallas auf DVD zu kucken. OK, Generation-X-er. 

Nein, Spaß. Ich hatte einfach keine Zeit für etwas anderes als Columbo, Magnum oder Dallas. Seit 35 Jahren bin ich damit beschäftigt, diese drei Serien zu durchdringen, und bin immer noch nicht fertig. 

Dallas zum Beispiel: Als die Serie in Deutschland 1981 an den Start ging, war ich noch zu klein, um sie anzuschauen. Erst Ende der Achtziger habe ich – eher zufällig – ab und zu eine Folge gesehen. Mitte der Neunziger wurde Dallas jeden Morgen im Ersten wiederholt; ab da konnte ich in Ruhe meinen Dallas-Expertinnen-Status auf- und ausbauen: Von 9:03 Uhr bis 9:45 Uhr eine Folge Dallas und dann um 10:00 Uhr c. t. das erste Seminar an der Uni.

Derzeit schaue ich wieder Dallas und denke die ganz Zeit: Die Schauspieler*innen sind nicht nur ganz schön alt, sie sehen auch ganz schön alt aus! In der siebten Staffel, die in den USA 1983/84 ausgestrahlt wurde, liegt das Durchschnittsalter der Darsteller*innen der Hauptpersonen bei 41,62 Jahren.

Dallas

Warum fällt mir das jetzt erst auf? Weil ich aus persönlichen Gründen für das Thema „alt werden“ sensibilisiert bin? Immerhin habe ich mittlerweile das Dallas-Hauptdarsteller*innen-Durchschnittsalter um einige Jahre überschritten. Oder bin ich neuerdings Opfer des Jugendlichkeitswahns? Ich kann mich nämlich nicht erinnern, in den Neunzigern gedacht zu haben, oh, die sind aber alt! Dabei hätte ich allen Grund dazu gehabt, schließlich war ich damals ja tatsächlich deutlich jünger als die Durchschnitts-Dallas-Hauptdarsteller*innen.

So rätselhaft dies ist, so witzig ist das: Während ich mich, obwohl ich im besten Dallas-Alter bin, oft ganz schön alt finde, finden die Dallas-Figuren sich selbst überhaupt nicht alt! Eine Person unter 35 ist in Dallas gesellschaftlich völlig irrelevant. Wenn neben Lucy Ewing überhaupt jemand unter 35 in einem (garantiert unwichtigen) Nebenerzählstrang auftritt, wird ihr/sein Verhalten stets kommentiert mit: „Sie/Er ist doch noch ein Kind!“ Wirklich! Das ist der Standardsatz auf der Southfork Ranch, in Dallas und auch im ganzen Braddock County.

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5. August 2015

Eins, zwei, drei

Letztens habe ich irgendwo im Internet gelesen, für Herren sei der Zweireiher wieder im Kommen. Finde ich gut! Noch besser fände ich, wenn neben dem Einreiher und dem Zweireiher auch der Dreiteiler wieder einen festen Platz in der Abteilung Herrenausstattung bekommen würde.

Es gibt nichts schickeres, was ein Mann tragen kann, als einen Dreiteiler!

Belege dafür finden sich wo? Richtig, in der Fernsehserie Dallas, und zwar in der dritten Staffel. Gern würde ich schreiben „Nie war J.R. fieser und nie sah er besser aus als in der dritten Staffel“, aber das stimmt nur zur Hälfte. J.R. ist natürlich immer und in jeder Staffel äußerst fies! Falls ihr vergessen habt, wie fies, bitte schön, hier eine kleine Erinnerung:


Aber besonders gut sieht J.R. in der dritten Staffel auf alle Fälle aus! Grund dafür – meine Meinung – ist der Dreiteiler, den er in dieser Staffel fast ausschließlich trägt. In der einschlägigen Literatur wird mit harten Bandagen diskutiert, wie J.R.s Dreiteiler einzuordnen sei. Ich möchte mich der Schule anschließen, die die Weste (die ja den Einreiher erst zum Dreiteiler macht) als eine Art zusätzlichen Schutz, ja, als kugelsichere Weste liest, die J.R. intuitiv anlegt. Denn die dritte Staffel ist die Staffel, in der J.R. wirklich alle wichtigen Akteure in Dallas über den Tisch zieht. Nicht umsonst antwortet Alan Beam, als Kristin Shepard schwört, J.R. umzubringen, sie solle sich in die Reihe stellen: „Take a number. There are a few of us ahead of you.”


Und tatsächlich werden wenig später von einem Unbekannten bzw. einer Unbekannten zwei Schüsse auf J.R. abgefeuert. Dass J.R. dieses Attentat dank der Weste seines Dreiteilers überlebt, ja, das wissen wir heute! Damals aber sorgte die letzte Folge der dritten Staffel für den berühmtesten Cliffhanger bzw. Cliff(-Barnes-)hanger aller Zeiten: Who shot J.R.?

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27. Juni 2015

Schmetterlinge

Obwohl ich schon seit vielen Jahren keine wissenschaftlichen Abschlussarbeiten mehr schreiben muss, gehört Umberto Ecos „Wie man eine wissenschaftliche Abschlußarbeit schreibt“ (7. Auflage 1998) zu den Büchern, die ich immer und immer wieder lese. Am besten gefallen mir die Kapitel „Die verschiedenen Arten von Karteikarten“, „Die Bibliothek von Alessandria“ und natürlich „Die Wahl des Themas“. Letztgenanntes Kapitel ist nämlich nicht nur dienlich beim Schreiben einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit, sondern auch beim Verfassen stinknormaler Texte wie diesem hier!

Deswegen hätte ich es eigentlich besser wissen müssen: Seit Wochen laufe ich griesgrämig durch die Gegend, weil ich es einfach nicht schaffe, mein lang geplantes Projekt in Angriff zu nehmen – nämlich ein Archiv aller Dallas-Folgen mit allen Outfits von Miss Ellie, Sue Ellen, Pam und Lucy aufzubauen. Hätte ich meinen Eco noch öfter und noch gründlicher gelesen, wäre mir klar gewesen, dass ein solch weit gefasstes Thema gar nicht zu bewältigen ist!

Also muss das Thema eingegrenzt werden. Nachdem ich mich selbst von „Alle Outfits aller Folgen von Miss Ellie, Sue Ellen, Pam und Lucy“ auf „Alle Outfits aller Folgen von Sue Ellen“ runtergehandelt hatte, musste ich schmerzlich feststellen, dass auch diese Thema noch viel zu breit ist. Ein weiteres Mal konsultierte ich WmewAs und fand auf Seite 22 den für mich wichtigen Hinweis:

Zum Schluß sei nochmals an den entscheidenden Grundsatz erinnert: Je begrenzter das Gebiet, um so besser kann man arbeiten und auf um so sichererem Grund steht man. (Achtung, liebe Kinder: Alte Rechtschreibung – don’t try this at home!)

Auf sicherem Grund stehen ist mir ein großes Anliegen, deswegen nahm ich weitere Kürzungsmaßnahmen vor und machte aus „Alle Outfits aller Folgen von Sue Ellen“ zunächst „Alle Outfits von Sue Ellen aus der zweiten Staffel“, um schließlich bei „Alle Outfits von Sue Ellen aus der zweiten Staffel, bei denen sie ihre superschöne goldene Schmetterlingskette trägt“ zu landen. Ich hoffe, Umberto Eco ist mit meiner Themenwahl zufrieden. Hier die Ergebnisse:



Sue Ellen scheint ihre Schmetterlingskette enorm zu lieben und – wenn man den Schmetterling als Symbol für Verwandlung betrachtet – auch dringend zu benötigen, denn am Ende der zweiten Staffel sieht es düster aus für Sue Ellen, unsere ehemalige Miss Texas, sehr, sehr düster:

Nachdem sie zuerst dachte, keine Kinder bekommen zu können, und deshalb einer mittellosen Frau ihr Kind abkaufen wollte, ist Sue Ellen nun doch schwanger, wobei nicht klar ist, ob J.R. der Vater des Kindes ist oder nicht vielleicht doch Cliff Barnes, J.R.s Erzfeind. Natürlich fängt Sue Ellen nun wieder an zu trinken, woraufhin J.R. sie gegen ihren Willen in ein privates Sanatorium einweisen lässt.

Leute, und jetzt kommt‘s: Das Pflegepersonal in diesem "Sanatorium" ist dermaßen verkommen, es bietet Sue Ellen heimlich Wodka an und lässt sich dies mit Sue Ellens Schmuck vergolden. Klar, Sue Ellen ist eine der reichsten Frauen von ganz Texas, das haben die natürlich sofort geschnallt, die sind ja nicht blöd! Zumindest nicht so blöd wie Sue Ellen, die, wie ich vermute und befürchte, auch ihre hübsche Schmetterlingskette für Alkohol versetzen wird.

Der Ehrlichkeit halber möchte ich zum Schluss mein Thema noch ein letztes Mal modifizieren: „Alle Outfits von Sue Ellen aus der zweiten Staffel, bei denen sie ihre superschöne goldene Schmetterlingskette trägt (die ich auch gern hätte)“ 

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28. August 2013

Von Badeanzügen und Businesskostümen

Ich darf mich seit Neuestem als die Person rühmen, die es geschafft hat, alle Outfits von Holly Harwood aus der Fernsehserie Dallas herauszusuchen, herauszukopieren und zu archivieren. Inklusive Bikinis, Badeanzüge und Morgenmäntel! War aber gar nicht so schwer, denn als supporting cast kommt Lois Chiles in der Rolle der Holly Harwood in gerade mal 38 von insgesamt rund 350 Dallas-Folgen vor.

Lois Chiles spielte von 1982 bis 1983 in Dallas mit und war wenige Jahre zuvor, nämlich 1979, das Bond-Girl Dr. Holly Goodhead in Moonraker – dem Bond, bei dem sich die Fachwelt uneins ist, ob es sich um den besten oder den miesesten 007 aller Zeiten handelt.

Holly Goodhead dort, Holly Harwood hier.
Erst CIA-Agentin, dann CEO von Harwood Oil.

Merkt Ihr was? Das ist Absicht und wird natürlich in einer Folge verbraten:


Holly hat Harwood Oil geerbt und muss sich nun als absoluter Neuling im Ölgeschäft behaupten. Zunächst glaubt Holly, sie könne ihr Öl-Imperium vom Tennisplatz, vom Swimming Pool und von ihrer Yacht aus leiten, weswegen man Holly in den ersten paar Folgen eigentlich ausschließlich im Badeanzug, im Bikini oder in Tennisklamotten sieht.


Gefundenes Fressen für J.R. Ewing, den sie dummerweise als Berater und stillen Teilhaber engagiert hat. Ehe Holly sich versieht, gehört Harwood Oil nicht mehr ihr, sondern J.R. Oh no!


Was nun? Schnell raus aus dem Pool, runter vom Tennisplatz und in von Herrenbekleidung inspirierten Businessklamotten Harwood Oil zurückerobern!





Nichts gegen Bikinis und Badeanzüge (der schwarz/weiß-gestreifte oben ist wirklich sehr hübsch), aber Riesenblazer, Krawatten und Nadelstreifenkostüme gefallen mir deutlich besser. Außerdem bemerkenswert: Holly scheint natürliches big hair zu haben. Mit diesen Naturlocken wirkt sie im Vergleich zu den anderen Dallas-Ladies mit ihren aus heutiger Sicht übertrieben aufgewellten, hochtoupierten, geföhnten und zurechtgemachten Haaren äußerst natürlich, geradezu jugendlich. Findet Ihr nicht auch?

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28. Juli 2013

Blau

Falls Ihr Euch fragt, wann dieses knallige Blau, dieses Kobaltblau, das seit einiger Zeit hie und da mikrotrendmäßig auftaucht, wenn Ihr Euch also fragt, wann dieses electric blue schon einmal en vogue war, das kann ich Euch sagen: Es war 1981.

Hier der Beweis. Pamela, mal wieder total fashion forward, in einem knallblauen Zweiteiler:

Auch Lucy trägt in der gleichen Folge knallblau:

Und nicht nur Sue Ellen und Liz Craig, Pamelas Chefin bei The Store, tragen blau, auch Miss Ellie springt auf den Blau-Trend an:

Die Bilder stammen aus den Folgen 64 „Executive Wife“, 65 „End of the Road, Part I“ und 66 „End of the Road, Part II“, alle drei wurden erstmals im Januar 1981 in den USA ausgestrahlt. Hier, hier und hier gibt es Zusammenfassungen der jeweiligen Folgen – to whom it may concern.

Überhaupt ist Dallas Decoder eine prima Seite! Besonders gern lese ich die Rubrik „Dallas Styles“, amüsante Betrachtungen zu ausgewählten Stilaspekten wie zum Beispiel Pamelas Minipli-Frisur, mit der sie in Folge 68 „Start the Revolution with Me“ plötzlich aufkreuzt. Bei den Recherchen zu meinem Artikel „Frisurenparade“ ist mir diese Frisur doch tatsächlich entgangen! Thumbs down, tät ich mal sagen! Zum Glück könnt Ihr unter „Pam’s Perm“ nachlesen, was es mit dieser Frisur auf sich hat.

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23. März 2013

Loslassen

Wie es aussieht, leide ich unter Spannungskopfschmerzen. Dass ich mal loslassen müsse, sagt mir die Neurologin, die ich deswegen konsultiere. Und sie hat recht! Loslassen ist nicht meine Stärke – das kann man sogar schon an meinem extrem akkurat geführten Kopfwehtagebuch erkennen. Da ist nichts durchgestrichen, verschmiert oder eingerissen, da herrscht Ordnung. Vielleicht sogar mit einem leichten Twist ins Zwanghafte!

Aerobic, schlägt mir die Neurologin vor, ein Ausdauersport, bei dem man „den Kopf frei bekommt“. Ja, Aerobic kann ich mir gut vorstellen. Nicht, dass ich jemals Aerobic gemacht hätte, aber ich hege große Sympathien für diese Sportart, seit ich zu meiner Konfirmation 1985 einen Aerobicanzug geschenkt bekommen habe, bestehend aus graumelierten Leggings und einem türkis/grau gestreiften, badeanzugähnlichen Oberteil. Wenn ich also demnächst „ins Aerobic“ gehe, wird sich ein weiterer Kreis in meinem Leben schließen.

Problem: Ich mag Fitness-Studios nicht. Nein, ich korrigiere mich: Ich fürchte, ich mag die Musik nicht, die in Fitness-Studios in den Aerobic-Kursen gespielt wird. Bei Musik bin ich wählerisch! Schlechte Musik bereitet mir Kopfweh – und das wäre ja nun wirklich kontraproduktiv.

Was nun? Ach, am liebsten würde ich in Pamela Ewings Aerobic-Studio (Pam's Aerobics Unlimited) gehen, aber das geht ja nicht. Das gibt es ja gar nicht in echt. Leider.

So sieht es in Pamelas Aerobic-Studio aus und sollte es auch in dem von mir besuchten Aerobic-Studio aussehen



Ich hoffe, ich konnte mit dem Hinweis auf Pamelas Aerobic-Studio Eure Aufmerksamkeit erregen. Das wissen nämlich die wenigsten, dass Pam auch mal ein Aerobic-Studio hatte! Und zwar nachdem sie wegen ihrer Depressionen nicht mehr als Einkäuferin bei „The Store“ arbeiten konnte, sondern im Brooktree Hospital von Dr. Dagmara Conrad behandelt werden musste, danach, da hatte sie ein eigenes Aerobic-Studio.

Dr. Dagmara Conrad

Pam in der Therapiestunde bei Dr. Dagmara Conrad
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27. Januar 2013

When in doubt, ask Pamela!

Bitte seid so nett und bestätigt mir, dass ich nur geringfügig von Dallas besessen bin. Rückendeckung diesbezüglich bekomme ich immerhin schon mal von Abba - dort berichtet das Lyrische Ich in meinem absoluten, vor einigen Jahren hier schon einmal erwähnten Lieblingslied „The Day Before You Came“ folgendes:

...
must have opened my front door at eight o'clock or so
and stopped along the way to buy some Chinese food to go
I'm sure I had my dinner watching something on TV
there's not, I think, a single episode of Dallas that I didn't see
I must have gone to bed around a quarter after ten
I need a lot of sleep and so I like to be in bed by then
I must have read a while, the latest one by Marilyn French or something in that style
it's funny but I had no sense of living without aim, the day before you came
...

Genau wie ich! Es scheint also nicht völlig abseitig zu sein, jede einzelne Dallasfolge schon einmal gesehen zu haben, und es ist ja auch nicht so, dass man nicht einen Mehrwert aus dem ständigen Dallaskucken ziehen könnte. Pamela beispielsweise fungiert als mein persönlicher Styleadvisor – schließlich hat sie jahrelang bei „The Store“, einem Edelkaufhaus in Dallas, als Einkäuferin gearbeitet und weiß somit, was Phase ist. When in doubt, ask Pamela!


Derzeit denke ich nämlich darüber nach, mir einen dieser einteiligen Zweiteiler, dieser matchy-matchy printed suits zuzulegen, die jetzt modern sind:

(1) Erdem (2) Sonia by Sonia Rykiel (3) Erdem (4) Vionnet (5) Sonia Rykiel (6) Clements Ribeiro

Zuvor frage ich allerdings Pamela, was sie zum Thema gemusterte zweiteilige Einteiler zu sagen hat. Und sie hat etwas zu sagen!


Todschick, oder? Ich werde mir also auch einen solchen Kombi-Anzug kaufen. Wie sieht es mit Euch aus? Außerdem wüsste ich zu gern, von wem Pams Anzug stammt. Ausführliche Recherchen im Netz waren leider ergebnislos. Wer weiß mehr?

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10. Januar 2013

Telefone

Ich nehme einmal an, Ihr stimmt mir zu, wenn ich sage, Telefone sind äußerst nützliche Gegenstände. Wobei – wenn ich es recht bedenke beziehungsweise richtig überschlage, telefoniere ich maximal zweimal pro Woche und zwar jeden Samstag mit meiner Mutter und dann wahlweise mit noch einer anderen Person. That’s it! Diese überschaubare Telefonierquote schmälert jedoch keineswegs meinen Respekt gegenüber Telefonen und ihrem Nutzen.

Auf Southfork wird ständig telefoniert. Überall Telefone. Schöne Telefone! Manche aus Bakelit, andere wiederum aus Plastik. Auf jedem Nachttischchen, auf jedem Schreibtisch, in der Halle und am Pool. Sogar mitten auf dem Frühstückstisch steht in dieser wirklich sehr seltsamen Mehr-Generationen-WG ein Telefon:


In ihren privaten Räumlichkeiten haben Bobby und Pamela ein recht hübsches gelbes Telefon:


Regelrecht verliebt jedoch bin ich in das kleine hellblaue Telefon, das JR und Sue Ellen gehört:


Leute, wie süß ist denn dieses Telefon? Extrem süß, würde ich sagen! Die Niedlichkeit dieses Telefons hindert JR natürlich nicht daran, damit beispielsweise irgendwo in Südostasien eine Marionettenregierung zu installieren, um so an die verstaatlichten Ölfelder ranzukommen.


Mir scheint, mittels eines supergoldigen Telefons wird noch einmal besonders unterstrichen, wie böse JR ist. Könnte sein, oder?

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13. November 2012

Frisurenparade

Meine Haare sind mir relativ egal. Ich betone: Relativ! Selbstverständlich müssen meine Haare ab und zu geschnitten, gewaschen, geföhnt und gekämmt bzw. gebürstet werden und gelegentlich kommen auch Stylingprodukte zum Einsatz – grundsätzlich sehe ich aber eigentlich immer ungefähr gleich aus und zwar seit Dekaden.
 
Nichtsdestotrotz erkenne ich natürlich eine gute Frisur, wenn ich sie sehe!

Die besten Frisuren trägt – Ihr wisst es – Sue Ellen Ewing. Sue Ellen, die immer so ihre Nüstern aufbläht. Former Texas beauty queen. Ihre Unterlippe zittert, sie sagt dumme Dinge, während sie fahrig ihr Scotchglas in der Hand hält, beim Telefonieren nimmt sie einen Ohrclip ab, ständig ist sie betrunken, verursacht Autounfälle und wird von J.R. gegen ihren Willen in ein Sanatorium eingewiesen. Das ist Sue Ellen. Immer gut frisiert!

Doch dazu ein andermal mehr. Heute soll es einmal um die zweitbesten Frisuren gehen. Pamela Barnes Ewings Frisuren! Folgt mir also auf eine kleine Frisurenparade: Von 1978 bis 1986 aus jedem Jahr die beiden wichtigsten key looks -  für Euch zum Nachstylen zusammengestellt.

1978
Hier scheinen mir die 70er-Jahre noch sehr wirkungsmächtig zu sein: Mittelscheitel, großzügige Wellen, kastanienbraun

1979
Kann es eventuell sein, dass hier die 70er- und die 80er-Jahre miteinander ringen? Welches der beiden Jahrzehnte wird die Hegemonie erlangen?
(Entschuldigung, aber trägt Pam hier links das gleiche Oberteil, das sie schon 1978 auf dem Foto oben rechts getragen hat?)

1980
Aha. Wieso gefällt mir die Frisur auf dem Foto rechts?

1981


1982
Nennt man diese Farbe tizianrot?

1983

1984
Ein Paradigmenwechsel kündigt sich an

1985
Ein kurzes Dauerwellenintermezzo - muss auch sein!

1986
Das ist aber jetzt mahagoni, das kenne ich doch!

Was haltet Ihr eigentlich von der ganzen Angelegenheit?

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21. Oktober 2012

Sechs Dinge, die ich gern im Internet lesen würde

Am Wochenende lag ich krank im Bett. Nicht krank genug, um im Fieberwahn vor mich hinzudämmern (ich hatte ja auch gar kein Fieber), aber zu krank, um aufzustehen und etwas Sinnvolles zu tun wie beispielsweise Fingernägel lackieren, Wäsche waschen oder zerbrochene Vasen zusammenkleben.

Was macht man also? Man klickt sich durchs Mode-Internet, stundenlang, seitenweise, und schaut sich ein Outfitposting und ein Streetstyle-Pic nach dem anderen an, was allerdings nach gewisser Zeit zu einigem Überdruss und zu einem schalen Gefühl inside führt. Die optimale Outfit-Kuck-Dauer liegt meiner Meinung nach bei 45 Minuten täglich, danach: langweilig!

Nicht die Outfits an sich sind langweilig, nein, nein! Es gibt wunderbare Blogs, nach denen nicht nur ich, sondern wir alle geradezu süchtig sind. Tommy Tons Streetstylefotos beispielsweise schaue ich mir wieder und wieder an und wie Ihr Euch denken könnt, bin ich eine Freundin des unkritischen und affirmativen Gutfindens, Liebens und Hochjubelns – und doch: Es fehlt mir manchmal an lustigen Texten, an theoretischer Einordnung und an Wissenszuwachs (damit meine ich Infos, die man vielleicht mal bei einer Party gebrauchen kann, um sie in ein gepflegtes Gespräch einfließen lassen zu können, z.B. „Wusstet Ihr, dass die Nr. 45 „Misia“ der Rouge Coco Shine Lippenstifte von Chanel nach Misia Sert benannt ist, einer Freundin von Coco Chanel und Muse zahlreicher Künstler?“ – so was in der Art schwebt mir vor).

Vor vielen Jahren habe ich mal irgendwo gelesen, dass die meisten Leute deswegen Blogs schreiben, weil sie das, was sie interessiert, nicht im Internet finden – man muss es halt selbst schreiben! Das würde ich ja gern tun, aber Leute, dafür habe ich nicht die Zeit. Und außerdem, sorry, für was gibt es denn das Internet? Doch dafür, dass man gerade nicht alles selbst schreiben muss oder nicht?!

Deswegen hier sechs Dinge, die ich gern im Internet lesen würde. Bitte seid so frei, bedient Euch, greift zu. Zum Beispiel, wenn Euch gerade nichts einfällt, Ihr an einer veritablen Ideenabwesenheit und Schreibblockade leidet oder einfach so, weil Ihr Bock drauf habt. Aber bitte gebt mir Bescheid, damit ich es dann auch lesen kann, wenn es fertig und hochgeladen ist. (Bitte gebt mir auch Bescheid, wenn es das alles schon gibt im Netz und ich nur zu blöd zum Finden bin.)

1. Vor vielen Jahren gab es mal in einem englischen Fashionblog, ich glaube es war Kingdom of Style, bin mir aber nicht sicher und konnte es auch nicht mehr finden, eine Rubrik, in der Outfits von Romanheldinnen und anderen literarischen Persönlichkeiten visualisiert wurden. Möchte nicht jemand mal auf seinem Blog eine solche Kategorie einführen? Ich würde einfach zu gern wissen, wie Trixie Belden eigentlich rumläuft und was Charlotte Simmons so anhat. Weitere Topkandidatinnen für diese Rubrik sind, wenn Ihr mich fragt,  Doris aus „Das kunstseiden Mädchen“ von Irmgard Keun, Frieda Geier aus Marieluise Fleißers „Mehlreisende Frieda Geier. Roman vom Rauchen, Sporteln, Lieben und Verkaufen“ sowie Jessica aus Marlene Streeruwitz Roman „Jessica, 30“.

2. Eine von mir sehr gern gelesene Rubrik auf Refinery29 ist „I Love My …“, in der verschiedene irgendwie mit Refinery29 verbundene Personen über Kleidungsstücke berichten, die ihnen aus den unterschiedlichsten Gründen sehr viel bedeuten. Besonders gut hat mir gefallen „I Love My … Chanel Shoes“ und “I love my … Size-Too-Small Rachel ComeyPenpal Boots“. Fashionblogger, die ihre eigenen Outfits hochladen, können das von mir aus zu jedem einzelnen Kleidungsstück machen, ich lese so etwas gern. Aber bitte ganz eng am Vorbild orientieren und pro Kleidungstück mindestens 2000 Zeichen (mit Leerzeichen) schreiben. Wenn gewünscht, geht auch ein Youtube-Video. Bedingung: Es darf nur ein Kleidungsstück vorkommen und es muss mindestens fünf Minuten darüber geredet werden.

3. Eine rein deskriptive Übersicht der Outfits von Pamela Barnes Ewing und Sue Ellen Ewing aus der Serie Dallas. Plus Designer. Von einem solchen Dallas-Outfit-Archiv verspreche ich mir Antwort auf folgende Fragen: Wie verändern sich die Looks von Sue Ellen und Pamela über die 13 Jahre, in denen die Serie lief? Welche Designer werden bevorzugt? Trägt Pamela andere Designer als Sue Ellen und wenn ja, welche und warum? (Ich gebe zu, das geht in Richtung Megaprojekt.)

4. Leute, die gern eigene Outfits hochladen, möchten vielleicht ein kleine Abhandlung zu folgendem Thema schreiben: Es brennt und Du darfst nur 25 Teile (inklusive Schuhe) aus Deinem Kleiderschrank retten. Welche sind das und vor allen Dingen wieso? Bitte zu jedem Bild einen kleinen Text (ungefähr 300 Zeichen mit Leerzeichen).

5. Eine kleine Erörterung mit Bildmaterial zum Thema „Was würde Miss Ellie heute tragen?“. Hier könnt Ihr selbstverständlich gern auf meine Vorarbeit zurückgreifen!

6. Einen Aufsatz mit dem Titel „Lucy Ewing, Dallas, Texas - ultimate rich kid, lost girl. Ein reich bebildertes Fashionportrait“. Wobei nein, ist gestrichen, das mache ich doch lieber selbst, die Zeit nehme ich mir!

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13. März 2012

Kragen und Ausschnitte

Oder lautet der Plural Krägen? Egal. Meine Kragen- und Ausschnitt-TOP-3 sieht derzeit wie folgt aus:

Platz 3: Der V-Ausschnitt. Ein Klassiker - aber nur bei Strickpullis. V-Ausschnitte bei T-Shirts sehen nur in einigen wenigen Ausnahmefällen schön aus - sorry, ist leider so. V-Ausschnitt also nur bei Strickpullis, dann aber gern auch mal verkehrt herum mit dem Ausschnitt nach hinten. Einfach so oder als kleine Hommage an die 80er. Problem: Den lieben langen Tag wollen einem die Leute weißmachen, man hätte seinen Pulli falsch rum an.

Platz 2: Der U-Boot-Ausschnitt. Einer der schönsten Ausschnitte überhaupt! Leider wird einem heutzutage alles Mögliche unter dem Stichwort U-Boot-Ausschnitt angedreht, nur kein U-Boot-Ausschnitt. Bei einem U-Boot-Ausschnitt werden Vorder- und Rückenteil, die beide gerade abschließen, relativ weit außen an den Schulter zusammengenäht, sodass ein horizontale, vorn und hinten identische Ausschnittlinie entsteht. Ich lass mich da nur ungern korrigieren! Mag sein, dass ich falsch liege, aber das ist meine Definition von U-Boot-Ausschnitt, und diese U-Boot-Ausschnitt-Definition liegt bei mir auf Platz zwei.

Platz 1: Der Bubikragen. Ich liebe Bubikrägen – schon immer! Wer den Bubikragen, auch Peter-Pan-Kragen genannt, als brav und adrett abtut, hat keine Ahnung von Krägen! Denn Bubikrägen sind nur vordergründig brav und adrett, es umgibt sie immer auch dieser dezent verschmitzte, leicht schräge off-beat-Vibe, den ich so sehr mag. Deswegen meine absolute Nummer eins!

Bekannteste Trägerin des Bubikragens ist übrigens nicht, wie Wikipedia uns glauben machen will, Alexa Chung. Mit Verlaub, nichts gegen Alexa Chung, aber dieser Titel gebührt einer anderen, nämlich Miss Ellie Ewing aus Dallas, Texas. Sie ist der Rolls Royce unter den Bubikragen-Trägerinnen! Aber seht selbst:


Überhaupt hat Miss Ellie kragentechnisch die Nase ziemlich weit vorn, finde ich. Hier eine Auswahl ihrer Schleifen- und Schluppenkragenoberteile, die sie sehr zu mögen scheint (genau wie ich):


Und diese Kragen hier sind auch total hübsch - Wie heißen die?


Sind das Harlekinkrägen? Nennt man die so? Hoffentlich werden die bald wieder modern. Ob Alexa Chung sie bereits auf dem Schirm hat und ihnen bald zu neuer Popularität verhelfen wird? Das wäre toll!

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