16. Dezember 2012

Blusen

Ich bin ein Blusentyp! Damit will ich sagen, dass ich nicht nur sehr gern Blusen trage, sondern darüber hinaus eine erkleckliche Blusensammlung besitze. Gern würde ich schreiben, dass ich schon immer ein Blusentyp war, dies stimmt jedoch möglicherweise nicht. Ich glaube, ich war auch mal ein Hemdentyp und ein Rollkragenpullityp. Was ich aber definitiv bin, ist ein Hochgeschlossen-Typ.

Ein Blusentyp zu sein, sollte man meinen, ist nichts besonders spezielles oder ungewöhnliches, aber, ayayay, wenn man bei Google „Blusentyp“ eingibt, wird man gefragt „Meinten Sie: blusenset“ beziehungsweise „Meinten Sie: blusentop“. Nein, ich meinte Blusentyp, denn ich bin ein Blusentyp!

Wenn man darauf insistiert, nach „Blusentyp“ recherchieren zu wollen, stößt man hauptsächlich auf Texte, in denen Leute mitteilen, dass sie ja eher nicht sooo der Blusentyp sind, was aber völlig in Ordnung ist – Hauptsache man weiß, wo man der Typ für ist und wofür nicht.

Wieso es extrem wichtig ist zu wissen, wofür man der Typ ist und wofür nicht, liest man am besten in Andy Warhols „The Philosophy of Andy Warhol from A to B and back again“ bzw. auf Deutsch „Die Philosophie des Andy Warhol von A bis B und zurück“ nach. Man kann dieses Standardwerk, dieses Jahrhundertbuch nicht oft genug empfehlen und muss es jedem ans Herz legen, der sich für folgende Themenbereiche interessiert: Liebe – Schönheit – Ruhm – Arbeit – Zeit – Tod – Geld – Atmosphäre – Erfolg – Kunst – Rang und Name – Strahlender Glanz – Unterhosen.


In diesem Buch stehen zu 76 Prozent unumstößliche Wahrheiten und zu 83 Prozent sehr witzige Sachen. Nach Adam Riese sind also auch zugleich witzige und unumstößliche Wahrheiten dabei, was man ja sonst nicht so oft findet. Irgendwo stand einmal, ich glaube es war in der Zeit, man brauche eigentlich nur ein Buch, nämlich Shakespeares gesammelte Werke. Ja, das leuchtet mir auf Anhieb ein, ich finde aber, man braucht auch „From A to B“ (wie wir Kenner es liebevoll nennen).


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Zurück zu den Blusen, zurück zum Blusentyp. Meine fünf liebsten Blusen sehen wie folgt aus:

Claudie Pierlot

In diese Bluse bin ich regelrecht verliebt. Der Gedanke, dass sie irgendwann einmal kaputtgehen wird, macht mich jetzt schon traurig.

Kookai

Wenn ich seriös aussehen will, ziehe ich diese Bluse an. Kookaï war in den Achtzigern eine große Nummer und eine meiner Lieblingsmarken – ganz schwer zu bekommen damals in Deutschland. Bis in die späten Neunziger hinein gab es am Kurfürstendamm einen Kookaïladen, der dann irgendwann weg war. War wohl nicht mehr angesagt. Jetzt ist Kookaï wieder da. Etwas bescheidener, aber auch in schlechterer Qualität, wie ich finde.

Folgende Seidenbluse verstehen viele Leute nicht. Ich aber schon! Und natürlich meine Kollegin Wilhelmine, die mich um diese Bluse ein wenig beneidet. Ich finde, diese Bluse ist eine äußerst gelungen Mischung aus Großmutterstil und Magnum, oder etwa nicht?

Jill Stuart

Apropos Seidenblusen. Vor sehr vielen Jahren habe ich einmal für eine Regisseurin als Babysitterin gearbeitet, die mir seinerzeit steckte, dass Filmleute am Set ausschließlich Seide tragen, da Seide im Sommer kühlt und im Winter warm hält. Ist wohl was dran.

Das nächste Exemplar trage ich seit ich weiß nicht wie vielen Jahren. Und davor wurde sie von meiner Mutter getragen. Man kann die beiden Stoffdinger vorn entweder zu einer riesigen Schleife binden oder aber lässig herunterhängen lassen. Très chic auch unter einem Strickpulli. Ein vielseitiges Stück!

Clarina

Meine fünfte Lieblingsbluse ist leider gerade in der Wäsche:

Miu Miu

Der Untergrund changiert lila und blau, mit so roten Dingern drauf. Punkte nennt man die, glaube ich! Bei dieser Bluse heißt es aufpassen, dass man nicht in die Niedlichkeitsfalle tappt. Was man leicht vermeiden kann, indem man etwas Komisches dazu anzieht oder etwas Prolliges. Eigentlich ganz einfach.

Wo seid Ihr der Typ für und wofür nicht?

*****

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2 Kommentare:

Blogger Lucy in the Sky

Ich sehe mich als Ringelshirt-aus-Not-Typ, weil sich Ringelshirts leichter nähen oder kaufen lassen als Blusen. Aber 2013 wird ein Blusenjahr, das hab' ich (mal wieder) im Urin! Mal sehen, als was für ein Typ ich heute in einem Jahr dastehe.

17. Dezember 2012 um 12:41  
Blogger ROSINE

Ah, das finde ich gut. Denn jetzt, wo Madonna doch irgendwie abzudanken scheint, muss es ja jemand anderes geben, der sich jedes Jahr neu erfindet.

27. Dezember 2012 um 21:52  

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